Schulmädchen zu verprügeln ist fies, sieht aber in 16:9 fett aus.
Typisch Namco: Wer die Tekken 5-Scheibe in seine PS2 einlegt, wird erst einmal mit einem kleinen Ladespielchen begrüßt. Darin holen Sie in einem kleinen Raumschiff gegnerische Gleiter vom Sternenhimmel. Deswegen wird sich aber wohl kaum jemand den fünften Teil von Namcos Prügelspielserie zulegen, die es seit mittlerweile fast einem ganzen Jahrzehnt gibt.
Jüngere Spieler erinnern sich vielleicht gar nicht mehr an die kantigen Polygonklötze, die sich zu PlayStation-1-Zeiten auf dem Bildschirm vermöbelt haben. Für sie - und natürlich auch für alle anderen Fans - hat Namco die Arcade-Versionen der ersten drei Teile mit auf die Scheibe gebannt. Diese dienen als beeindruckendes Beispiel dafür, wie rasant sich das Prügelspielgenre sowohl technisch als auch vom Gameplay her in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.
Zucker!
Aber lassen wir das Schwelgen in vergangenen Zeiten. Hier und jetzt ist Tekken 5. Und das Hier und Jetzt sieht verdammt gut aus! Zahlreiche Grafikoptionen wie ein 60-Hertz- oder Progressive-Scan-Modus sowie ein optionaler Weichzeichner, der das leichte Flimmern entfernt, lassen die detaillierten Charaktermodelle so gut wie in kaum einem anderen Spiel aussehen.
Und die Hintergrundmusik ist jetzt abwechslungsreicher als das teils belanglose Gedudel früherer Teile. So werden die Kämpfe mit atmosphärischen Klängen oder treibenden Beats untermalt - je nachdem in welcher Stage Sie sich gerade befinden.
Die Umgebungen sind übrigens nicht mehr uneben oder beinhalten Objekte, die mit in die Kämpfe einbezogen werden können. Dafür sehen sie jetzt - wie auch alles andere an diesem Titel - besser aus als je zuvor. Da gibt es eine Arena, in der begeisterte Zuschauer gelungene Kämpfe mit lautem Johlen kommentieren, ein in Mondlicht getauchtes Kornfeld, in dem sich die Halme im Wind wiegen, oder eine mittelalterlich anmutende Stadt, die in einem Flammenmeer versinkt. Gemein haben die Stages aber alle nach wie vor, dass sie begrenzt sind, was geschickte Kämpfer in ihre Combos mit einbeziehen können.
Übung macht langweilig
Um solche Combos zu erlernen, können Sie sich im Trainings-Modus austoben. Leider ist dieser noch einfacher als im Vorgänger, wo man sich eine Reihe von Moves vorgeben ließ, um sie zu erlernen. Hier wird hingegen Einheitskost geboten: Ein Dummy, dem bestimmte Verhaltensmuster zugewiesen werden können, und eine im Pausemenü einsehbare Move-Liste müssen reichen. Glücklicherweise ist der Rest von Tekken 5 nicht so regressiv wie dieser Modus. Ganz im Gegenteil!
Prügelorgie
Die umständlich zu erlernenden Kampfstile aus dem vierten Teil hat man wieder verworfen. Jetzt spielt sich der Titel ein wenig mehr wie Tekken 3. An der grundlegenden Steuerung hat sich aber nichts geändert. Nach wie vor steht je eine Taste für einen linken und rechten Schlag beziehungsweise Kick zur Verfügung.
Um Schlägen auszuweichen, können Sie Ihre Figur durch zweimaliges Drücken der Richtungstaste in die Tiefe laufen lassen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, drückt hingegen gar nichts und geht so in eine Konterposition.
