Einige Bewohner von Sylvarant werden als Sklaven gehalten.
Nach Final Fantasy: Crystal Chronicles hat ein weiteres Rollenspiel den japanischen Markt erobert: Tales of
Symphonia. Mit Namcos exklusivem GameCube-Titel ist nun auch Japans drittpopulärste Rollenspielserie auf Nintendos Flaggschiff-Konsole erhältlich. Und bereits kurz nach der Veröffentlichung wird klar: Der Titel ist ein voller Erfolg! Denn schon nach wenigen Wochen konnte sich das Spiel in Japan über 250.000 Mal verkaufen und den GameCube zwischenzeitlich sogar über die Verkaufszahlen der PS2 hieven. In den USA soll Tales of Symphonia im Frühjahr 2004 erscheinen. Ob und wann europäische Zocker in den Genuss des Rollenspiels kommen, steht derzeit in den Sternen.
In einer fernen Welt
Tales of Symphonia spielt in Sylvarant, einer Welt am Rande des Abgrunds. Vor über 4.000 Jahren wurde in den alten Kriegen ein teuflischer Dämon namens Dizaian verbannt. Für immer, hieß es. In den da- rauf folgenden Jahrhunderten herrschte Frieden im Land und die Menschen vergaßen Dizaian. Doch nichtsdestotrotz, Dizaian lebte. Und aus ei- nem Riss im magischen Siegel konnte sich der Dämon langsam, aber sicher mit neuer Lebensenergie versorgen. Neben Sylvarant gibt es noch die Parallelwelt Teseal. Sylvarant und Teseal sind miteinander verbunden. Wenn die eine Welt aufblüht, liegt die andere Welt im Sterben. Momentan geht Sylvarant mal wieder vor die Hunde. Falls allerdings ein Erbe der Mana-Blutlinie zum Engel wird, kann Sylvarant gerettet werden. Sich seiner schweren Verantwortung bewusst, macht sich Collet auf, ihre Bestimmung zu erfüllen und startet mit ihren beiden Freunden Lloyd und Genius
in ein atemberaubendes Abenteuer. Aber was passiert mit Teseal, wenn Sylvana gerettet ist? Und wird Dizaian zurückkehren?
Das Kampfsystem
Ihr steuert im Spiel hauptsächlich den 17-jährigen Kämpfer Lloyd. Im Spielverlauf stoßen auch weitere Mitglieder zu eurer Party dazu - wie Magier, Priester oder Kämpfer -, darunter natürlich auch Collet und Genius. Ihr bewegt euch auf einer Oberwelt und besucht zahlreiche Orte. Auf der Oberwelt tummeln sich auch viele Monster, die euch schnell mal in einen Kampf verwickeln. Das Bildschirmgeschehen schaltet dann in eine dreidimensionale Arena um. Das Kampfsystem von Tales of Symphonia ist etwas anders als bei gewöhnlichen Rollenspielen. Denn ihr habt hier stets die volle Kontrolle über euren Charakter und müsst nicht wie bei einem rundenbasierten Rollenspiel abwarten, bis alle Charaktere ihre Züge ausgeführt haben. Hier könnt ihr die Feinde direkt attackieren, Magie einsetzen oder Gegenstände benutzen. Auf Knopfdruck unterbrecht ihr das Kampfgeschehen und ruft ein Menü auf. Hier bestimmt ihr, welchen Gegner ihr angreift und welche Zaubersprüche oder Gegenstände aus dem Inventar ihr einsetzt. Eure Party-Mitglieder werden derweil vom Computer gesteuert und führen selbstständige Angriffe durch oder heilen euch sogar mal. Über das Menü bestimmt ihr allerdings auch die Aktionen eurer Party-Mitglieder. Auf Wunsch lasst ihr eure Charaktere auch komplett vom Computer steuern und greift nur gelegentlich korrigierend ein.
Märchenhafte Technik?
Vom technischen Standpunkt aus gesehen ist Tales of Symphonia gut gelungen, wenn auch nicht überragend. Die Charaktere sind in Cel Shading gehalten und unterstreichen so den Anime-Charakter des Spiels. Die grafische Gestaltung der verschiedenen Schauplätze im Spiel - wie z. B. Dörfer, Wälder, Burgen - ist sehr fantasievoll und gut dargestellt, mehr aber auch nicht. Gleiches gilt für die Darstellung der Zaubersprüche. Die Oberwelt ist meist ziemlich kahl und treibt den GameCube nicht gerade an die Leistungsgrenzen. Soundtechnisch wird euch viel Sprachausgabe geboten. So werden sämtliche Dialoge im Spiel zwar weiterhin als Textnachrichten dargestellt, die wichtigen Gespräche sowie die Zwischensequenzen werden aber sogar gesprochen. Daran sollte sich Nintendo für die Zelda-Serie ein Beispiel nehmen! Die verschiedenen Musikstücke sind gut gelungen und passen sich der jeweiligen Bildschirmsituation an. Mit Tales of Symphonia ist Namco jedenfalls ein erstklassiges Rollenspiel mit einer fesselnden Geschichte geglückt. Einzig die technische Darstellung der Welt lässt etwas zu wünschen übrig.
