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  • System Shock Remastered: "Demo hat Kickstarter gerettet" (Vorschau + Interview)
    Quelle: PC Games

    System Shock 2016: Preview und Interview zum Cyberpunk-Rollenspiel nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne

    Ein Klassiker kehrt zurück - als kernsaniertes Remake, entwickelt von Fans, gemacht für Fans, bezahlt von Fans. PC Games hat Probe gespielt und mit den Entwicklern des Kickstarter-Millionenprojekts geredet. Wie gut wird die Neuauflage des Cyberpunk-Rollenspiels System Shock aus der Ego-Perspektive? Mit Video!

    Für Stephen Kick geht ein Traum in Erfüllung. Der Gründer der US-amerikanischen Night Dive Studios kann sein Glück kaum fassen. Nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Juli 2016, die mehr als eine Million Dollar einspielte, darf Kick sein Wunschprojekt verwirklichen: Eine in Sachen Grafik und Steuerung modernisierte Neuauflage von System Shock, einem 22 Jahre alten Videospiel-Relikt, dem moderne Titel wie Portal (!) viel zu verdanken haben.

    Willkommen im All

    In System Shock wacht ihr in der Rolle eines unvorsichtigen Hackers auf einer Raumstation namens Citadel auf. Dorthin wurde der Datendieb nach seinem missglückten Hack-Versuch gebracht. Als Buße für seine Neugier soll er einen einfachen Auftrag erledigen, die Belohnung ist ein Gehirnimplantant. Nach der erfolgreichen Operation wird der Hacker in ein künstliches Koma versetzt. Als er erwacht, ist die Station im Orbit des Saturns scheinbar menschenleer. In den Gängen machen aggressive Roboter Jagd auf ihn, die Leichen der Besatzung sind ein Beleg für die Mordlust der Maschinen. Grässliche Mutanten taumeln umher, die unnatürlich gestreckten Hände gebadet im Blut unglückseliger Opfer. Was ist passiert? Nun, vielleicht hat ja die entfesselte Künstliche Intelligenz Shodan etwas mit den erschreckenden Zuständen zu tun ...

    Info: Remake, Remaster oder Reboot?

    • Remasters sind für aktuelle Betriebssysteme technisch überarbeitete Spiele. Fälschlicherweise oft als HD-Remakes bezeichnet. Beispiel: Resident Evil HD Remaster
    • Reboots nutzten bekannte Namen, erzählen aber eigene Geschichten unabhängig von bisherigen Serienvertretern. Beispiele: Tomb Raider, Prey
    • Remakes adaptieren Story und Spielprinzip eines Oldies in eine neue Grafik-Engine und überarbeiten einzelne Features. Beispiel: System Shock
    Dieser Story-Ansatz war 1994 der Auftakt zu einem für damalige Verhältnisse mitreißenden Abenteuer. Geboren in der Frühphase der Ego-Perspektive und mit einer rudimentären 3D-Engine ausgestattet, ist das originale System Shock aus heutiger Sicht jedoch stark veraltet. So ist das Umschauen mit der Maus nur über Umwege möglich und die Benutzeroberfläche ein Graus in Sachen Komfort. Um in die Hocke zu gehen oder den Blickwinkel entlang der senkrechten Y-Achse zu ändern (lies: nach oben und unten zu schauen), muss der Spieler einen Regler verschieben. Umständlich! Außerdem gibt es in der Standardeinstellung nur ein kleines Sichtfenster. Vielleicht auch besser so, denn die Grafik wirkt nach heutigem Empfinden furchtbar verpixelt; die grellen Farben stehen im Verdacht, Kopfschmerzen zu verursachen.

    Doch nicht aufgrund seiner Grafik"pracht" gilt System Shock bis jetzt als Meilenstein. Es ist die glaubwürdige, auf vielfache Weise manipulierbare Spielwelt, mit der Entwickler Looking Glass Maßstäbe setzt. Terminals lassen sich hacken, Kameras zerstören, Schalter drücken. Durch den Verzicht auf künstliche Grenzen und die vielen Interaktionsmöglichkeiten gilt System Shock als eines der ersten sogenannten immersiven Spiele. Dank Ego-Perspektive (basierend auf der weiterentwickelten Engine von Ultima Underworld) war die Distanz zum Protagonisten und seinem Abenteuer auf der Citadel-Station so gering wie in kaum einem anderen Spiel dieser Zeit. Quasi-Nachfolger wie Thief oder Deus Ex wurden davon inspiriert.

    03:22
    System Shock Reboot vs. System Shock (1994) - Gameplay-Vergleichsvideo

    System Shock 1994 Das Cyberpunk-Szenario von System Shock erlaubte abgefahrene Level-Designs auf der Citadel-Raumstation. Quelle: PC Games System Shock war zudem eines der ersten Beispiele für ein modernes Cyberpunk-Videospiel und unterschied sich damit deutlich von vorherrschenden Science-Fiction- und Fantasy-Settings. Damit sich der Spieler besonders intensiv mit der Raumstation beschäftigte und um das Gefühl der Isolation zu verstärken, entfernte Entwickler Looking Glass alle freundlichen NPCs aus dem Spiel und verbannte somit auch Gespräche mit Multiple-­Choice-Antwortmöglichkeiten. Dialogbildschirme waren den Machern nämlich ein Graus.

    Stattdessen erzählen Funksprüche, Tagebucheinträge und E-Mails die Geschichte und ihre Hintergründe quasi nebenbei und innerhalb der glaubwürdig gesetzten Grenzen der virtuellen Realität. Bis heute finden sich derartige optionale Infoschnipsel in einer Vielzahl von Spielen, teils ins Absurde übersteigert und ergänzt um nicht immer ganz logische Graffitis oder in Blut geschriebenen Botschaften wie bei Alien: Isolation.

    Für die damalige Zeit ungewöhnlich war auch die Sprachausgabe. Besonders die feminine KI Shodan profitierte davon - ihre Stimme brachte den Charakter zum Leben und brannte sich etlichen Spielern ins Gedächtnis ein. Damit gilt Shodan als Vorläufer von GlaDOS, der ebenso psychopathischen, aber um einiges lustigeren Gegenspielerin aus der immens erfolgreichen Portal-Serie. System Shock Remastered Farbgebung und Lichteffekte sehen klasse aus, auch wenn die Texturen von System Shock nicht zu den Besten gehören. Quelle: PC Games

    Moderne Umsetzung

    Für die Komplettsanierung dieses Spiele-Opas war eine neue Grafik-Engine unerlässlich. Die Wahl fiel auf Unity und das Ergebnis ist eine Citadel-Raumstation, die mit glänzenden Oberflächen, schummrigen Lichteffekten und schicken Dampfschwaden auf Anhieb eine tolle Gruselstimmung erzeugt. Die Distanz zu aktuellen Grafik-Knallern ist zwar weiterhin groß, doch das neue System Shock sieht für das Jahr 2016 absolut adäquat aus. Und: Es orientiert sich stark an seinem Urahn.

    System Shock Remastered In der Demo kann der Spieler um Ecken spähen, sich anzuschleichen hat jedoch wenig Aussichten auf Erfolg. Das soll im Spiel anders werden. Quelle: PC Games Das geht so weit, dass das Level-Design teils 1:1 dem Original entspricht, von der Position geheimer Lagerstätten mit Munition bis hin zu den Orten der Konfrontation mit Gegnern. Dennoch lässt sich das Team Raum für Veränderungen. So will Night Dive etwa den Rollenspiel-Aspekt von System Shock weiter ausbauen. Einer festen Klassenwahl zu Spielbeginn erteilt Stephen Kick dabei eine Absage ("Wir wollen niemandem eine Rolle aufzwingen."), stattdessen sollen Spieler organisch die Skills wählen dürfen, die am besten ihren Lieblings-Spielstil repräsentieren. Stur Zahlenwerte hochzuleveln ist nicht geplant.

    Als Hacker kann eure Spielfigur etwa Kameras kurzschließen, die ansonsten Feinde alarmieren, und Computersysteme der Raumstation für sich arbeiten lassen. Wen das eher abtörnt, der schleicht sich vielleicht lieber an Gegner heran und späht wie in Thief um Ecken. Studiochef Kick: "Stealth und Shock passen perfekt zusammen. Man vergisst leicht, dass der Protagonist nur ein Computerhacker ist und als solcher nicht sonderlich stark oder besonders geeignet für den Kampf ist. Das macht das Schleichen zu einer echten Alternative, um Konfrontationen zu vermeiden."

    System Shock Remastered Das Inventar ist noch ein Prototyp, System Shock wird als Action-Rollenspiel aber viel Wert auf das Managen der Ausrüstung legen. Quelle: PC Games Dennoch soll das Spiel genügend Möglichkeiten bieten, um die Kampfattribute des Helden zu verbessern. Dadurch werden Schusswaffen wie eine Elektropistole effektiver oder ihr schlagt mit Nahkampfgerät wie dem anfangs übereigneten Rohr fester zu. "Wir sind uns bewusst, dass viele verschiedene Spieler das selbe Problem auf ganz unterschiedliche Art und Weise angehen. Indem wir Werkzeuge für sie bereitstellen, verbessern wir das Spielerlebnis für alle."

    Davon kann sich seit Ende Juni jeder PC-Spieler ein eigenes Bild machen. Denn Night Dive veröffentlichte zeitgleich zum Start der Kickstarter-Kampagne von System Shock eine kostenlose Demoversion auf Steam, GOG.com und dem Humble Store. Ohne die, da ist sich Studiogründer Stephen Kick sicher, wäre der Millionenerfolg auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter niemals möglich gewesen. "Die Demo hat wohl sehr wahrscheinlich den Unterschied zwischen Erfolg und Versagen ausgemacht."

    02:14
    System Shock: Gameplay-Szenen aus der Enhanced Edition

    Erfolg dank Demo

    "Ich wusste, dass wir etwas tun mussten, um uns von der Masse abzuheben und auf eine Weise mit der Community in Kontakt zu treten, die Vertrauen und Zuversicht bilden würde." Kick und seinem Team ist die zuletzt abgeflaute Begeisterung für Kickstarter-Projekte nicht entgangen. Im April gestand etwa Doom-Miterfinder John Romero seine Niederlage schon fünf Tage nach Start seiner Spendenkampagne ein. Die Projektvorstellung des Ego-Shooters Blackroom hatte außer ein paar Konzeptzeichnungen nicht viel zu bieten, die Spendenbereitschaft der Fans war dementsprechend gering. Es fehlte ein Einblick ins Spiel. Es fehlte: eine Demo.

    "Als wir uns dafür entschieden, die Finanzierung des Projekts über Kickstarter anzuschieben, ging es in der Crowdfunding-Szene gerade sehr turbulent zu", so Stephen Kick. "Obwohl Teile unseres Teams bereits AAA-Spiele entwickelt haben, konnten potenzielle Unterstützer ohne eine Arbeitsprobe nur schwer abschätzen, zu was wir in der Lage sind. Deshalb habe ich viele Ressourcen in das Entwickeln einer Demo gesteckt, die unsere Ambitionen für das finale Spiel widerspiegelt. Das Ziel war es, dass der Spieler die ersten zehn Minuten des Spiels mit so vielen der finalen Features wie möglich erlebt."
    System Shock Remastered Der Nahkampf spielt sich wie ein tödliches Ballett: Zuschlagen, zwei Schritte zurück, einen vor und alles wiederholen. Das Ausweichen fühlt sich in der Demo noch ungewohnt an, die Angriffsreichweite der Mutanten und Roboter ist schwer abzuschätzen. Quelle: PC Games Der in Kickstarter-Kreisen ungewöhnliche Schritt zahlt sich für Night Dive aus. Kick will, dass die Spieler nach dem Demo-Ende "Lust auf mehr" haben. Und das haben sie: "Seit der Veröffentlichung habe ich Hunderte Beiträge in sozialen Medien und auf Youtube gesehen, die sich vorwiegend um die Demo drehen. Das ist die Art von PR, von der du träumst, wenn du eine Crowdfunding-
    Kampagne organisierst."

    Dank der Demo verbreitet sich die Kunde von der Kickstarter-Aktion wie ein Lauffeuer und die zuletzt so eifersüchtig bewachten Geldbörsen der Spendengemeinschaft öffnen sich, weil sich interessierte Fans sogleich von der zu erwartenden Qualität des fertigen Spiels überzeugen können. Die Kickstarter-Versprechen von Night Dive klingen realistisch, weil die Kundschaft sieht: Die können was! System Shock erreicht nach weniger als der Hälfte der 30-tägigen Aktion das Finanzierungsziel von 900.000 US-Dollar, kurz darauf knackt die Kampagne die Millionengrenze. Am Ende sind dank der Finanzspritze unter anderem eine deutsche Übersetzung sowie Umsetzungen für Mac und Linux gesichert. Die spendenwilligen Fans geben Night Dive die Möglichkeit, eine seit einer Generation brachliegende Spieleserie wiederzubeleben.

    Vergleich Original/Remaster

    before
    after

    Fleißige Restauratoren

    Stephen Kick hat auf diese Chance hingearbeitet, seit er 2012 Night Dive gegründet und die System Shock-Lizenz erworben hat. Mit minimaler Belegschaft veröffentlicht Night Dive in der Folge System Shock 1+2 auf GOG.com und Steam - angepasst an moderne Hardware und Betriebssysteme, aber ansonsten unverändert. Zusammen mit HD-Versionen von Turok, Wizardry 8 oder I Have No Mouth, and I Must Scream sichert sich das Studio so eine bescheidene Einnahmequelle.

    Die Büros in Vancouver im US-Bundesstaat Washington füllen sich mit frisch angeheuertem Personal - und alle wollen sie endlich ein eigenes Spiel entwickeln, sich einen Ruf als kreatives Entwicklerstudio erarbeiten, statt nur als Restaurator alter Klassiker bekannt zu sein. Aber gleich ins kalte Wasser zu springen mit einem komplett neuen Spiel oder System Shock 3? Nein, das finden Stephen Kick und die Seinen dann doch etwas zu gewagt. Aber ein Remake des ersten Teils, das können sich die Entwickler gut vorstellen. Vor allem Kick selbst, seit jeher ein riesiger Fan der Serie.

    "Wir hatten den Eindruck, dass System Shock es wirklich verdient hat [ein Remake zu bekommen, Anm. d. Red.]", so Kick im Interview. "Uns war klar, dass es eine Herausforderung sein würde, das ursprüngliche Level-Design, die Gegner und die Atmosphäre umzusetzen." Genau das jedoch soll das Remake leisten - mit tatkräftiger Unterstützung von Teilen des Originalteams, das damals bei Looking Glass System Shock aus der Taufe hob. Neben dem ursprünglichen Konzeptzeichner Robb Waters sind auch Oldschool-Designer Paul Neurath (Ultimate Underworld) und Warren Spector (Deus Ex) mit an Bord, wenn auch nur in beratender Funktion. Denn die beiden Chefs von Entwickler Otherside Entertainment arbeiten hauptsächlich am Rollenspiel Underworld Ascendant - und an System Shock 3. Mit freundlicher Genehmigung von Night Dive: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Zukunft der Reihe in besten Händen ist. Niemand ist besser dazu geeignet die Geschichte fortzuführen, als die ursprünglichen Macher. Wir sind hochzufrieden mit der Rolle, die wir bei der Wiedervereinigung dieser zwei [Spector und Neurath] gespielt haben."

    Handfeste Informationen zu System Shock 3 gibt es derweil nicht. Klar ist nur: Shodan, mörderische KI-Dame mit Gottkomplex und Gallionsfigur der Serie, feiert eine Rückkehr. Gesprochen wird sie im englischen Original von Terri Brosius, die diese Rolle bereits in den ersten zwei Teilen ausübte. Auch für das Remake konnte sich Night Dive ihre Dienste sichern, Brosius spricht alle Originalzeilen sowie ein paar zusätzliche Sprüche ein, letztere unter anderem von Chris Avellone (Planescape: Torment) verfasst. Shodans grausiges Lachen und die kühle Bösartigkeit, mit der die KI den Hacker über seine bedeutungslose Existenz aufklärt, weichen im Spielverlauf zusehens Besorgnis und nackter Panik. Shodan ist für System Shock-Fans, was Kane für die Command & Conquer-Serie war: ein Bösewicht mit Charakter. System Shock Remastered Mit dem Fadenkreuz in der Bildschirmmitte nehmen wir Tasten auf einem Keypad ins Visier. Unpräzise! Quelle: PC Games

    Nicht alles wird übernommen

    Die Citadel zu erkunden, während Shodan euch mit ihren neuesten Vernichtungsplänen in den Ohren liegt, ist auch im Remake eine der Säulen des Spielprinzips. Das schlankere Interface und die moderne WASD-Steuerung sorgen dabei jedoch für ein angenehmeres Spielgefühl im Vergleich zum heutzutage altmodisch wirkenden Original von 1994. Backtracking, also die Wiederkehr an bereits besuchte Orte, gehört laut Stephen Kick aber auch in der Neuauflage zum Alltag. Einmal gesäuberte Bereiche sollen dann wieder von Mutanten und anderen Gegnern bevölkert sein, die respawnen.

    Allerdings will Night Dive den Frustfaktor dieser Mechanik entschärfen. Weitere Änderungen betreffen die Implantate, mit denen ihr euren Hacker aufwertet. So gab es im Original etwa die Möglichkeit, eine Kamera zuzuschalten, die das Geschehen im Rücken des Helden aufzeichnete. "Das war wohl ein Zugeständnis daran, wie umständlich es war, sich um 180° zu drehen", vermutet Stephen Kick. "Mit unserer modernen Steuerung ist dieses Implantat nahezu unnötig - aber wir haben eine Umsetzung trotzdem nicht komplett ausgeschlossen."

    System Shock Remastered Schusswaffen besitzen einen alternativen Feuermodus, den ihr per Handgriff manuell umschaltet. Quelle: PC Games Die Sorgfalt, mit der Night Dive Studios jedes Original-Feature analyisiert, auf seine Kompatibilität mit modernen Spielerbedürfnissen hin überprüft und anschließend detailliert ins Jahr 2016 überträgt, hat uns in der Demo begeistert. System Shock wirkt schon nach diesen wenigen Minuten wie das detailgetreueste Remake seit Tomb Raider: Anniversary. Es ist faszinierend, einen mit aktueller Technik nachgebauten Ort wie die Citadel-Raumstation zu besuchen, den viele Spieler nur durch Hörensagen kennen und der nach wie vor, mehr als 20 Jahre nach seiner Entstehung, eine immense Faszination ausübt.

    Stellenweise fehlt bislang der letzte Feinschliff. So lassen die Nahkämpfe noch Wucht und Dynamik vermissen und das manuelle Ausweichen bei gegnerischen Angriffen wirkt gemäß unserer modernen Gewohnheiten befremdlich. "Daran arbeiten wir noch", versichert uns Stephen Kick. "Die Leute werden überrascht sein, wie anspruchsvoll das Spiel ist. Es gibt keine regenerierende Gesundheit und die Kämpfe sind taktischer als in einem Run&Gun-Shooter wie Doom."

    System Shock Remastered Das Inventar ist noch ein Prototyp, System Shock wird als Action-Rollenspiel aber viel Wert auf das Managen der Ausrüstung legen. Quelle: PC Games Gemäß seiner Rollenspiel-Wurzeln spielt bei System Shock das Inventar-Management eine große Rolle. Als Ergänzung führen die Entwickler eine Crafting-Mechanik ein; aus bestimmten Materialien stellt ihr Gebrauchsgegenstände wie Medkits her. Minispiele und Puzzles wie eine Art Pipemania-Hacking (Erinnert das jemanden an Bio-shock?) waren bereits im Original vertreten, für das Remake werden sie überarbeitet. Die direkte Steuerung, dank der wir Tasten eines Keypads exakt mit dem Fadenkreuz treffen müssen, gefällt uns aber noch nicht.

    Dass Night Dive den im Rückblick stark gewöhnungsbedürftigen Midi-Soundtrack von 1994 gegen stimmungsvollere Stücke mit leichtem Gruselakzent austauscht, ist unserer Meinung nach die richtige Entscheidung. Zudem wertet das Remake die damals spartanische Inszenierung mit zusätzlichen Zwischensequenzen und kleinen Animationen auf. Diese erfüllen keinen spielerischen Zweck, tragen aber dazu bei, dass man sich auf der Citadel sofort heimisch fühlt - egal ob man sie von früher kennt oder ihr das erste Mal einen Besuch abstattet.

    System Shock erscheint im 1. Quartal 2018 für PC, Playstation 4 und Xbox One. Der Release erfolgt auch auf Linux- und Mac-Betriebsystemen - und zwar jeweils inklusive deutscher Übersetzung.

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    System Shock Reboot vs. System Shock (1994) - Gameplay-Vergleichsvideo
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System Shock 2016: Preview und Interview zum Cyberpunk-Rollenspiel nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne
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http://www.videogameszone.de/System-Shock-RE-Spiel-56830/Specials/Vorschau-Preview-Interview-Kickstarter-Stephen-Kick-Night-Dive-Studios-1203525/
06.08.2016
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