Sonys neuer Agenten-Thriller rockt die PSP-Konkurrenz an die Wand.
Es bleibt dem Spieler überlassen, wie er Dark Mirror spielen möchte - grandios!
BILD: PLAYZONE
Wie definiert man einen Traumberuf? Abwechslungsreiche Aufgaben, wie etwa Bomben entschärfen? Bei Bedarf an abgelegene Orte der Erde reisen, zum Beispiel Alaska ohne Fünf-Sterne-Hotel und Flughafentransfer? Viele Kontakte zu unterschiedlichen Menschentypen knüpfen, beispielsweise zu ausländischen Terroristen? Verlockend, oder?! Nein? Na ja, macht nichts. Zum Glück gibt es Menschen wie Gabe Logan, die genau darin ihre Berufung gefunden haben und uns damit einen fantastischen PSP-Thriller bescheren.
Nicht auf Oscar-Niveau, aber unterhaltsam
Was zeichnet eine gute Story aus? Diese Frage stellt man sich als Storyschreiber mit Sicherheit viele Male, bevor man mit der Arbeit beginnt. Sicherlich kann man Wendungen und verzwickte Zusammenhänge einbauen. Die Hauptaufgabe einer Story ist - egal ob viel oder wenig Anspruch - immer dieselbe: Sie muss unterhaltsam sein. Genau diese Aufgabe erledigt die Rahmenhandlung von Syphon Filter: Dark Mirror sehr gut. Zwar sind der Alaska-Einsatz der "Agentur", die Terrorgruppe Rote Sektion, die hinter einem geheimen Projekt namens Dark Mirror her ist, und Gabe Logans persönliche Befangenheit im weiteren Verlauf des Spiels kein Musterbeispiel an Einfallsreichtum und stark klischeebehaftet, aber die Story unterhält und tut damit genau das, was sie soll. Gerenderte Missions-Einleitungen und zahlreiche In-Game-Zwischensequenzen verleihen den Ereignissen eine hervorragende Dynamik.
Anscheinend haben die Entwickler aus den Fehlern ihrer PS2-Vergangenheit gelernt und sich für das PSP-Abenteuer ihres virtuellen Agenten-Schützlings einiges vorgenommen. Bereits nach kurzer Zeit merkt man, dass es ihnen mit der Wiedergutmachung ernst war und sie vor allem auch gelungen ist. Der Gameplay-Fokus liegt wie bei der Ubisoft-Konkurrenz zwar auf Action, da es wesentlich einfacher ist, mit gezückten Bleispritzen durch die Levels zu marschieren und alles umzunieten, was nicht bei drei die weiße Flagge schwingt.
Durch das komfortable Lock-on-System lassen sich die Gegner bequem per Schultertaste automatisch ins Visier nehmen. Geschickt positionierte Fässer, Gasflaschen und allerlei andere explosive Gegenstände schreien förmlich danach, die Terroristen weiter zu dezimieren. Stationäre Geschütze runden das Waffenarsenal perfekt ab und schlagen in besonders rabiaten Ballereien eine Schneise der Zerstörung durch die feindlichen Linien.
Geduldigere Spieler können aber auch Krachmacher wie das Schrotgewehr M1 Super 90 stecken lassen und still und leise auf Terroristenjagd gehen. Während der Stealth-Passagen kommen ebenfalls allerlei Waffen zum Einsatz, wie das vielseitige Scharfschützengewehr MB-150, das mit üblichen Projektilen, aber auch mit fernsteuerbaren Elektroschockern, Gasgranaten und Sprengsätzen beladen werden kann. Geht man hingegen auf Tuchfühlung, kann man Gegner mit einem lautlosen Genickbruch oder einer Messerattacke ausschalten.
