Super Princess Peach
Auch große Schluchten könnt ihr jetzt überqueren, denn Parry lässt sich sogar als Seilbahn benutzen - das löst nicht nur unüberwindbare Probleme, sondern sieht auch noch urkomisch aus! Mit ihm kann Peach sogar kurze Zeit durch die Luft schweben oder Stampfattacken durchführen! Während der Schirm für die vielen Geschicklichkeitspassagen genutzt wird, geht es bei den kleinen Puzzleeinlagen meist um große Gefühle mit noch größerer Wirkung.
Mit Schirm und Charme
Frauen neigen in der Regel zu temporären Gefühlsausbrüchen, da macht Peach keine Ausnahme. Während sich das eigentliche Abenteuer auf dem oberen Bildschirm abspielt, wird es auf dem Touchscreen richtig gefühlvoll. Ist eure Vibe-Power-Leiste auf dem oberen Bildschirm gefüllt - entweder durch blaue Kristalle oder vernichtete Feinde -, aktiviert ihr vier verschiedene Kräfte: Freude, Wut, Trauer und Ruhe!
Mit ihnen löst ihr die meisten Aufgaben auf der Insel. Durch Freude kann Peach auf einmal kurzzeitig fliegen, bei einem Wutausbruch steht sie förmlich in Flammen oder fängt voller Trauer an, riesige Tränenberge zu vergießen, während Ruhe und Entspannung ihr verloren gegangene Energie zurückbringen. Im Ladida-Land gießt sie mit ihren Tränen verkümmerte Pflanzen, die sofort sprießen und den Weg nach oben ebnen.
Später gehen Holzbrücken in Flammen auf, damit die kleine Prinzessin an wertvolle Münzen gelangt oder sie macht mit ihrem Freudentaumel so viel Wind, dass sich sogar Windräder drehen und Tore öffnen. Je weiter ihr in das Innere der Insel vordringt, desto abwechslungsreicher werden die Aufgaben. In Shriek's Mansion muss Peach mit Wutanfällen Lampen entzünden, um die Tür in den nächsten Level zu öffnen, oder ihr entfacht am Strand einen riesigen Wirbelwind, damit Wasserfontänen ihre Kraft verlieren.
Dort verwandelt sich Parry auch in ein Unterseeboot und Peach geht der Entführung unterhalb der Wasseroberfläche auf den Grund. Pustet ihr in das Mikrofon, verschießt das "Gefährt" kleine Blubberblasen und verscheucht angreifende Fische. Später ist sogar Köpfchen gefragt, denn ihr dreht ganze Levels mit einem Sprung gegen besondere Blöcke - nur so könnt ihr den Ausgang erreichen.
Abgesehen von diesen kleinen Ausreißern ist Super Princess Peach ein Jump & Run in Reinkultur mit jeder Menge Endgegnern wie Geist Boo, die - wie könnte es anders sein - nur nach Attacken mit eurer Vibe-Power klein beigeben. Die traumhaften Szenarien der Insel bieten jede Menge Abwechslung - egal ob Geisterhaus, brodelnder Vulkan, der Ausflug zum Strand oder Bowsers Schloss.
Die bunte Grafik wirkt dabei nie kitschig, sondern überzeugt mit feinstem Scrolling, wenn es auch etwas mehr Details hätten sein dürfen. Dafür ist der Soundtrack ein richtiger Ohrwurm, der entfernt an alte Mario-Soundtracks erinnert. Mal beschwingt wie auf dem Jahrmarkt, dann wieder düster und unheimlich und selbst Einflüsse aus Jazz, Swing und Salsa sind zu hören!
Ende gut, alles gut?
Ältere Spieler fühlen sich um Jahre zurückversetzt, denn vieles kommt bekannt vor - und genau dort liegt das Problem. In den Erinnerungen! Wer zum ersten Mal in die Welt der 2D-Jump&Runs eintaucht, wird nichts vermissen. Im direkten Vergleich mit Super Mario Bros. 3 oder Super Mario World fehlt es der kleinen Prinzessin zum einen an Umfang und zum anderen an Komplexität - zu einfach sind die Abschnitte durchhüpft, auch wenn zahlreiche Ideen das Gameplay auffrischen.
Super Princess Peach erfindet das Rad nicht neu, will es aber auch gar nicht. Peach möchte unterhalten und das gelingt hervorragend - tolle Szenarien, einzigartige Features und ein grandioser Soundtrack machen den Ausflug auf die Gemütsinsel im Rückblick doch fast zum Traumurlaub!