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Tabubruch in Spielen: Wie weit dürfen Videospiele gehen?

25.02.2010 18:20 Uhr
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Dürfen Spieler Menschen quälen, vergewaltigen oder Selbstmordanschläge verüben? Spiele provozieren, loten Grenzen aus, ahmen Filme nach - doch da wir Spieler aktive Gestalter des Spielsverlaufs sind, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie weit dürfen Spiele gehen?

Niemals gehen Spiele in deutschen Versionen weiter als Filme (hier: Hostel). Es darf nicht aktiv gefoltert werden. Niemals gehen Spiele in deutschen Versionen weiter als Filme (hier: Hostel). Es darf nicht aktiv gefoltert werden. Folter, Vergewaltigung, Tierquälerei: Wollt ihr dafür belohnt werden? Ein Trophäe für „50 Napalmopfer“ oder ein Achievement für „10 Vergewaltigungen in nur 10 Minuten“? Wohl kaum. Es gibt Grenzen in Spielen, die nicht überschritten werden sollten. Oder? Filme thematisieren die menschliche Grausamkeit schon lange und zeigen häufig brutalste Szenen mit erschütternder Detailtreue. Gleichzeitig werden Spiele immer realistischer, greifen immer öfter die Kameraarbeit und Dramaturgie von Filmen auf. Logische Konsequenz wäre also, dass auch in Spielen gefoltert, vergewaltigt und gequält wird.

Das wohl größte Tabuthema: Darf es ein Spiel geben, das in einem Konzentrationslager spielt? Nein. Zumindest nicht in Deutschland. Wäre das eine sinnvolle Abwechslung für einen Ego-Shooter? Befreiungsaktionen für Gefangenen sind vorstellbar. Allerdings kommen die meisten dieser Spiele aus den USA und stellen eher die militärischen Gefechte des zweiten Weltkriegs in den Vordergrund. Das wohl größte Tabuthema: Darf es ein Spiel geben, das in einem Konzentrationslager spielt? Nein. Zumindest nicht in Deutschland. Wäre das eine sinnvolle Abwechslung für einen Ego-Shooter? Befreiungsaktionen für Gefangenen sind vorstellbar. Allerdings kommen die meisten dieser Spiele aus den USA und stellen eher die militärischen Gefechte des zweiten Weltkriegs in den Vordergrund. Doch in Spielen sind wir nicht der gebannte oder angeekelte Zuschauer, sondern der aktive Teilnehmer. Wir schießen auf feindliche Soldaten, hacken Monstern oder menschenähnlichen Wesen die Gliedmaßen ab oder pulverisieren ganze Planeten. Daran haben wir und die Öffentlichkeit sich schon mehr oder weniger gewöhnt. Dass es weiterhin Grenzen gibt, bewies im November 2009 Call of Duty: Modern Warfare 2 mit der berüchtigten Flughafen-Mission „No Russian“. Dort konnte der Spieler gemeinsam mit Terroristen wehrlose Passagiere eines Flughafens niedermetzeln. In der deutschen Version des Spiels war das Spiel zwar sofort beendet, dennoch waren Spieler und Öffentlichkeit aufgewühlt. Darf das sein, geht das zu weit? Oder ist es realistisch und Erwachsenen durchaus zuzumuten?

Ein Spiel, das Vergewaltigungen knallhart thematisiert, ist (heute noch) unvorstellbar. Schon gar nicht als aktiver Prozess des Spielers. Bislang gibt es solche Grenzen in Videospielen. Bild: Die Verdammten des Krieges. Ein Spiel, das Vergewaltigungen knallhart thematisiert, ist (heute noch) unvorstellbar. Schon gar nicht als aktiver Prozess des Spielers. Bislang gibt es solche Grenzen in Videospielen. Bild: Die Verdammten des Krieges. Anschlussfrage: Wie weit dürfen Spiele überhaupt gehen? Wie weit werden Spiele künftig gehen? Ist es Entwicklern möglich, Szenen wie eine aktiv vom Spieler durchgeführte Vergewaltigung so darzustellen, dass er sich danach schlecht fühlt? Was geschieht, wenn ein Spieler sich dabei sogar gut fühlt? Entwickler und Spieler werden mit Sicherheit die Grenzen ausweiten, die Toleranz der Spieler und der Öffentlichkeit ausloten. Dann werden diese Fragen für uns alle akut werden. Wir haben weitere Beispiele in unserer Galerie zusammengestellt, die Tabubrüche sind oder die uns Spieler in Gewissenskonflikte bringen. Außerdem möchten wir eure Meinungen, wie weit Spiele gehen dürfen. Macht mit bei unserem Quickpoll und schreibt im Kommentarbereich, was ihr denkt!

Um die Bildtexte zu lesen, klickt bitte auf ein Bild und öffnet so unsere große Bildergalerie!

Benutzer
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25.02.2010 18:20 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
03.03.2010 13:36 Uhr
naja, ich hab dann gesellschaftliche normen und arterhaltungstrieb als hinderungsgrund genannt....und ein zitat von göring oder goebbels, der ähnlich argumentiert hatte, und keinen unterscheid zwischen mensch und tier gesehen hat. weiss das zitat grad nicht mehr, hatte das mal bei einer ähnlichen diskussion…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
03.03.2010 12:41 Uhr
Was ist das für ein Quickpoll? Wieso darf ich nicht alles ankreuzen?

Hätte nicht gedacht, dass ich mal der gleichen Meinung wie BestZOCKERoffeWORLD bin.
Auch Tingles Kunstspiel The Green Mile gefällt mir.
Ich finde hier wird überall übertrieben. Es ist fiktiv. Wer es sich nicht antun will, soll es…
Bewertung: 0
03.03.2010 11:59 Uhr
Was mich im Moment stört, ist die Atombombe in MW2. Das hätten sie sich sparen können.

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