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EFFEKTREICH Die Spezialattacken hauen rein – auch optisch.
Eine schlaue Redensart lautet, man solle Feuer nicht mit Feuer bekämpfen. Der junge Recke Siegfried sieht das aber anders. Denn er weckt das Dämonenschwert Soul Edge aus seinem Schlaf und macht sich daran, seinen Vater zu rächen. Der starb bei der Verteidigung Wiens gegen den bösen Sultan Barbaros, der im Besitz von Soul Calibur ist - dem Gegenstück zu Soul Edge. Das klingt soweit wie ein Handlungsstrang aus den Soulcalibur-Prügelspielen, ist aber der Anfang von Soulcalibur Legends, einem Action-Adventure im Universum der Spieleserie. Eure Aufgabe ist es, als Siegfried die verstreuten Splitter von Soul Edge zu finden, dem Schwert zur alten Kraft zu verhelfen und Barbaros zu besiegen. Auf dem Weg trefft ihr viele bekannte SoulCalibur-Charaktere, die euch unterstützen oder herausfordern.
SCHWINGT DAS SCHWERT
Bis der Abspann über den Bildschirm flimmert, müsst ihr jede Menge kleiner Missionen bestreiten und viele Dialog-Sequenzen - die werden meist als langweilige Standbilder mit Text präsentiert - verfolgen. Die Missionen sind sich allesamt recht ähnlich. Meist müsst ihr alle Gegner töten, manchmal gibt es zusätzlich ein Zeitlimit. Sobald ihr euren ersten Mitstreiter gefunden habt, könnt ihr vor jeder Aufgabe zwei Charaktere wählen, zwischen denen ihr per Knopfdruck hin und her wechseln könnt. Durch die geradlinigen Levels bewegt ihr euch per Analogstick. Angriffe führt ihr durch Schwingen der Wii-FB aus. Je nachdem in welche Richtung ihr den Controller schwingt, löst ihr horizontale Schwünge, vertikale Hiebe oder Stöße aus. Schwingt ihr das Nunchuk, macht ihr einen Ausweichschritt. Beide Gesten miteinander kombiniert ergeben neue Angriffe. Außerdem könnt ihr mit dem C-Knopf Special-Moves entfesseln. Das alles funktioniert grundsolide und erlaubt euch, viele Gegner schnell außer Gefecht zu setzen, auch wenn die Controller-Gesten leider nicht in allen Fällen korrekt erkannt werden.
ÖDE MISSIONEN
Nach den ersten spaßigen Keilereien macht sich jedoch schnell Ernüchterung breit. Das Kampfsystem ist viel zu seicht, um lange zu motivieren, die Missionen und Umgebungen wiederholen sich oft und die automatische Kamera reagiert viel zu langsam, was gerade bei größeren Schlachten hinderlich ist. Hin und wieder lockern Fallen, Bossfights oder simple Rätsel das Geschehen auf. Viel zu schnell entwickelt sich der Spielverlauf jedoch zur Routine - insbesondere, da ihr immer wieder gegen dieselben Gegnertypen kämpfen müsst. Kleinere Rollenspielelemente wie das Aufleveln der Waffen können daran nichts ändern. Auch technisch kann der Abenteuer-Ableger der Soulcalibur-Reihe nicht wirklich begeistern. Die Spielfiguren sind recht detailreich und gut animiert, die Levels und Gegner wirken oft trist und abwechslungsarm. Immerhin bietet das Spiel den sauberen 480p-Modus, einen Breitbild-Modus und läuft sehr flüssig. Auch die orchestrale Musik und die englischen Sprecher machen einen netten Eindruck, ändern aber nichts am mäßigen Gesamteindruck des Spiels.
KEILEREI ZU ZWEIT
Einen Mehrspielermodus gibt es übrigens auch - für zwei Spieler und mit vertikal geteiltem Bildschirm. Ihr kämpft euch dabei entweder gemeinsam durch freigeschaltete Missionen, besiegt in der Arena um die Wette Gegner oder haut euch gegenseitig auf die Mütze. Mehr als eine Dreingabe ist der Zweispielermodus aber nicht. Fans von Soulcalibur, die gerne in die Geschichte der Kämpfer eintauchen wollen, könnten mit Soulcalibur Legends einigermaßen glücklich werden. Objektiv gesehen ist der Titel leider nur ein durchweg mittelmäßiges Action-Adventure, dem es zu keinem Zeitpunkt gelingt, wirklich zu beeindrucken. Schade, denn die solide Steuerung und die bekannten Charaktere haben jede Menge Potenzial. Leider wurde kaum etwas davon genutzt und wir hoffen, dass der nächste Soulcalibur -Titel für Wii einer von dem Typ ist, bei dem sich die Entwickler auskennen - nämlich ein Prügelspiel!
