skate.

Test Thomas Eder

Ernsthafte Konkurrenz für die Tony-Hawk's-Reihe?

skate. Der Inbegriff des virtuellen Skatens ist seit mittlerweile fast 10 Jahren die sehr erfolgreiche Reihe des weltberühmtesten Skaters Tony Hawk. Doch fragt man aktive Skater, wer denn der beste Skater der Welt sei, bekommt man nicht selten auch den Namen Danny Way zu hören. Also kein Zufall, dass dieser sowie weitere Profis vom Schlage eines P. Rod oder Colin McKay von EA für den seit Jahren ersten Angriff auf den Genrethron verpflichtet wurden. Doch sind es nicht nur die Namen der Profis, die ein Skateboard-Spiel verkaufen -, wie bei fast jedem anderen Genre kommt es dabei auf das Gameplay sowie Technik und Atmo­sphäre an. Bei letzteren beiden gibt sich keiner der Titel eine Blöße und beim Gameplay gehen die beiden Spiele sehr unterschiedliche Wege.

Während der Schwerpunkt der Tony Hawk‘s-Reihe auf endlos langen Combos, wahnwitzigen Sprüngen und den verschiedensten Aufgabentypen liegt, geht es bei Skate weitaus realistischer zu - man könnte fast von einer Skateboard-Simulation sprechen. Dies bemerkt man bereits während des Tutorials bei der innovativen und sich - vor allem aus der Sicht eines Rollbrettfahrers - sehr gut anfühlenden Steuerung, aber auch beim Schwierigkeitsgrad: Bis Sie erstmals eine kleine Line hinlegen, vergeht einige Zeit - fast so wie beim echten Skaten, wo Durchhaltevermögen das A und O für Erfolg ist. Auf einige Tricks müssen Sie allerdings verzichten: Flatland- oder Lip-Tricks können Sie leider nicht ausführen. Gelegentlich nervt es auch, dass Sie nicht vom Brett absteigen und laufen können, sondern sich mühsam einen Weg zu entlegeneren Spots suchen müssen. Hier hilft zum Glück meistens der clevere Session-Marker weiter, mit dem Sie sich wieder an zuvor markierte Stellen zurückteleportieren können.

Auch im Spielablauf ähneln sich beide Titel nur geringfügig: In Skate verfügen Sie ab dem Tutorial über sämtliche Tricks und müssen diese nicht zuerst freischalten oder Ihre Stats verbessern. Wenn Sie wollen, können Sie also einfach nur durch die verschiedenen Stadtteile des Schauplatzes San Vanelona skaten und nach coolen Locations Ausschau halten. Ziel des Spiels ist es jedoch, auf dem Cover eines Skatemags zu landen und im Idealfall auf dem Weg dorthin ordentlich Bares zu verdienen, das dann im Skateshop auch gleich in coole Klamotten oder neues Equipment investiert werden kann. Dafür nehmen Sie an verschiedenen Aufgaben wie Contests, Wettrennen oder Spot-Challenges teil. Zudem stehen Videodrehs auf dem Programm, die Sie an einem Ort nach Ihrer Wahl austragen können. Sobald Sie sich für einen netten Spot entschieden haben, beginnen Sie den Dreh per Buttondruck und müssen dann innerhalb eines Zeitlimits vorgegebe Aufgaben, wie etwa spezielle Tricks, ausführen oder bestimmte Punktzahlen erreichen.

Beim Bearbeiten der Replays kann sich der Spieler jederzeit kreativ austoben - hierfür steht ein Editor zur Verfügung, der neben verschiedenen Kameraperspektiven auch noch einige Filter bietet. Im Editor hat man die Möglichkeit, nicht nur sein eigenes Können, sondern auch die atemberaubenden Animationen der Spielfigur zu bewundern. Diese sind eindeutig der Eyecatcher in Skate, denn die Umgebungsgrafik ist zwar sehr ordentlich, mehr aber auch nicht. Die Sounds sind hervorragend: Das Quietschen der Rollen bei Slides, das Kratzen des Bretts oder der Achsen bei Grinds sind nur Beispiele für die gelungenen Effekte. Dasselbe gilt für die Musikauswahl, die durch die verschiedensten Songs von Interpreten wie Slayer, NWA, Nirvana oder den Ramones besticht. Lediglich ein Kritikpunkt bezüglich der Technik kann hier noch aufgeführt werden: Stellenweise wirkt die Kameraführung einen Tick zu langsam, sodass Sie nicht immer den perfekten Überblick haben.

Insgesamt ist Skate ein gelungenes Spiel, das allerdings nicht unbedingt mit der Tony Hawk‘s-Reihe verglichen werden kann. Hier verhält es sich ähnlich wie bei Forza Motorsport und PGR: Ein Titel setzt auf Realitätsnähe, der andere auf spektakuläre Action, die zugunsten der Spielbarkeit und des Wow-Effekts die Grenzen der Physik mehr oder weniger überschreitet. Aktive Skateboarder werden garantiert Gefallen an EAs Titel finden, wer nicht unbedingt viel mit dem Sport am Hut hat oder ein Skateboard-Spiel à la Tony Hawk‘s erwartet, sollte am besten eine Proberunde rollen.

Bildergalerie

Wertung zu Skate (X360)

Wertung:

86 /10
Pro & Contra
Geniale SteuerungSuper AnimationenToller SoundtrackRiesige Spielwelt
Langsame Kameraführung
Fazit

Skate ist Skaten! So authentisch und anspruchsvoll wurde der Rollbrettsport noch nie versoftet!

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