Silent Hill Origins
Das Grauen wird Sie überallhin verfolgen!
STRESSSITUATION Das erste Treffen mit dieser alten Bekannten ist optisch und akustisch sehr aufreibend inszeniert.
Es gibt Spiele, die will man eigentlich gar nicht in der U-Bahn auf dem Nachhauseweg oder irgendwo auf einer Wiese spielen - erst recht nicht Silent Hill: Origins. Sogar das Spiel selbst macht dem Spieler zu Beginn durch eine kurze Meldung klar, dass es am besten ist, sich mit Kopfhörern und im abgedunkelten Kämmerchen auf Konamis neuesten Horrortrip zu begeben. Egal, ob Silent Hill: Origins nun ein für ein Handheld geeignetes Spiel ist oder nicht, es wird auf jeden Fall eine echte Silent Hill-Erfahrung. Davon konnten wir uns anhand einer Demo selbst überzeugen.
DER BEGINN EINER TRAGÖDIE
Dieses Mal schlüpfen Sie in die Rolle von Lastwagenfahrer Travis Grady, der des Nächtens in der Nähe von Silent Hill plötzlich von unheimlichen Visionen und schmerzlichen Erinnerungen heimgesucht wird. Als er dann auch noch ein mysteriöses kleines Mädchen trifft, ist der Auftakt des noch vor dem ersten Teil für die PSone (siehe Flashback ab Seite 90) angesiedelten neuen Silent Hill-Kapitels perfekt. Travis folgt der Kleinen und trifft auf ein lichterloh brennendes Haus, aus dem er das mit schweren Brandwunden übersäte Mädchen rettet. Was es genau mit dem Kind auf sich hat, ob es sich dabei um Alessa Gillespie handelt und warum das Haus in Flammen stand, bleibt vorerst im Dunkeln. Sicher ist jedoch, dass das Mädchen ins Krankenhaus von Silent Hill gebracht wird, wo auch die Demo-Version spielt.
Neben den spärlichen Erkenntnissen zur Story offenbarte die Proberunde mit Origins gleich mehrere spielerische Neuerungen. So werden sämtliche Gegenstände in vier Hauptkategorien verwaltet. Sie finden im Inventar nun allgemeine und für Rätsel notwendige Gegenstände, wie zum Beispiel Notizen, Schusswaffen, zur Heilung bestimmte Mittelchen und für den Nahkampf geeignete Objekte. Letztere können Sie in Echtzeit mithilfe des Digi-Kreuzes während des laufenden Spiels wechseln. Das ist vor allem dann nötig, wenn beispielsweise ein Vorschlaghammer seine Haltbarkeitsgrenze überschritten hat und im Kampf kaputt gegangen ist. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Objekte, wie etwa einen Toaster oder einen tragbaren Fernseher, zu werfen. Diese sind zwar nach einmaligem Gebrauch futsch, dafür aber auch ungleich verheerender in ihrer Wirkung, als die übrigen Nahkampf-Waffen. Auf diese Art konnten wir recht wirkungsvoll die dämonischen Krankenschwestern in Schach halten, die sich Travis jetzt auch an den Hals werfen, wenn sie ihm zu nahe kommen. Da hilft nur noch schnelles Hämmern auf die X-Taste, um die agilen Angreifer abzuschütteln. Allerdings kündigen sich die unangenehmen Erscheinungen durch optische Störfilter an, die das Bild deutlich verzerren. Dadurch ist auch ohne direkten Blickkontakt klar, dass sich ein Gegner in der Nähe befindet.
ATMOSPHÄRISCH INSZENIERT
GAMEPLAY-PREMIERE Zum ersten Mal können Sie während des laufenden Spiels die Waffen wechseln.
Ein Pflichtelement in einem jeden Silent Hill-Spiel ist die Höllen-Dimension. In der von uns angespielten Version wechselten wir mithilfe zweier Spiegel von der "normalen" in die düstere, unangenehme Variante des Krankenhauses, was vor allem für die Lösung der Rätsel nötig war. Der Anspruch der Kopfnüsse war etwas zu seicht und wird im fertigen Spiel hoffentlich etwas höher sein. Die Räume und Gänge auf der dämonischen Seite des Gebäudes waren -se-rientypisch düster und teilweise mit blutigen Fliesen, verrosteten Regalen und Gitterböden versehen. Im Zusammenhang mit der grafischen Präsentation fiel vor allem das geniale Licht-und-Schatten-System auf. Jeder Gegenstand und jeder Gegner, der uns vor die Taschenlampe kam, warf einen Echtzeit-Schatten auf die Umgebung, was in Aktion sehr beeindruckend aussah.
Das erste Silent Hill für die PlayStation Portable hat durch den Wechsel des Entwicklerstudios bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich, ist aber vielleicht gerade deshalb auf dem Weg, ein waschechter Teil der Horror-Serie zu werden. Spätestens im November werden wir es wissen.