Scribblenauts im Test für DS: Das geniale Spielprinzip entschädigt für den Frust
Aufgabe: Wie kommt ihr an den schlafenden Orks vorbei? Wir zauberten einen Ninja, der sie ablenkte.
Die Spielidee von Scribblenauts ist so einfach wie genial. Ihr könnt alles in die Spielwelt zaubern - wirklich alles! Bereits auf dem Titelbildschirm könnt ihr ausprobieren, ob ein Yeti gegen eine Mumie im Kampf gewinnt oder ob Leoparden Eiscreme mögen. Egal, welche absurde Idee ihr habt - die Chancen stehen gut, dass ihr sie ausprobieren könnt. Die Mumie gewinnt übrigens und Leoparden mögen kein Eis, dafür aber Steaks! Doch Scribblenauts bietet mehr als nur eine Spielwiese. In zehn Welten warten jeweils elf Knobel- und elf Actionlevels auf euch. In den Knobellevels müsst ihr Aufgaben lösen, etwa einem Opa helfen, einen Sehtest zu bestehen. Hier hilft natürlich eine Brille. Je weniger Objekte ihr erstellt, um den Level zu lösen, desto mehr Punkte gibt es. Einmal gelöst könnt ihr den erweiterten Modus versuchen. Dabei müsst ihr die Aufgabe drei Mal hintereinander lösen, ohne auch nur ein Objekt doppelt zu benutzen. Für den Opa wählt ihr dann beispielsweise ein Scharfschützengewehr, ein Monokel und ein Fernglas. In den Actionlevels müsst ihr noch kreativer sein. Es gilt stets, einen Stern - im Spiel "Starite" genannt - zu bergen. Der ist meist von tödlichen Fallen umringt, von Monstern bewacht oder von diversen Mechanismen, etwa Türen oder Eisblöcke, geschützt. Hier kommt es auf clevere Lösungen an! Einmal bewältigt könnt ihr die Levels im Editor nach Belieben verändern.
Die Steuerung frustriert
Vertrackt: Um an den gefrorenen Stern unter Wasser zu kommen, benötigt ihr ein paar clevere Ideen.
Doch es geht im Spiel nicht nur darum, dass ihr als Hobby-Schöpfer alle möglichen Dinge bastelt. Vielmehr gibt es auch eine Spielfigur namens Maxwell. Er ist es, der den Stern in den Action-Levels in die Hände bekommen muss und nur er kann Gegenstände gezielt benutzen. Gesteuert wird Maxwell per Touchscreen. Wohin ihr in den simplen Levels tippt, marschiert der kleine Kerl. Tippt ihr auf Objekte in der Spielwelt öffnet sich ein Aktionsmenü mit passenden Interaktionsmöglichkeiten, etwa Aufheben, Benutzen, Hineinlegen, Leeren oder Schießen. Leider ist keine Tastensteuerung von Maxwell möglich, was die Navigation des Kerlchens nicht einfach macht. Es ist, als würde man ihn an einem Gummiband durch den Level ziehen. Er bleibt öfters hängen, hüpft teils nervös auf der Stelle und schafft es regelmäßig, in tödliche Hindernisse zu geraten. Auch an Bord von Fahrzeugen fühlt sich die Steuerung nicht besser an. Nervig ist aber vor allem, dass Maxwell sofort losmarschiert, sobald ihr irgendwo in den Level tippt. Wenn ihr eigentlich ein Objekt antippen wolltet, aber daneben trefft, ist Maxwell schon unterwegs und gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell in Schwierigkeiten. Das nervt! Als störend empfanden wir auch, dass die Kamera, sobald sie per Digikreuz einmal von der Spielfigur wegbewegt wurde, bald automatisch wieder zurückfährt. Das macht das Aufbauen von Objekten abseits von Maxwell zur Geduldsprobe.
Schlechte Sicht: Mit einem Nachtsichtgerät ist euer Sichtfeld begrenzt, was alle Aufgaben besonders schwer macht.
Das geniale Spielprinzip entschädigt für den Frust
Ihr seht also: Scribblenauts leistet sich einige Patzer. Und doch überzeugt das Spiel durch seine geniale Spielidee sowie die liebevolle Ausführung. Die bunten Levels werden von Wesen bevölkert, die wie Scherenschnittfiguren wirken und überaus niedlich aussehen. Selbst böse Monster wirken in der Welt von Scribblenauts liebenswert. Und obwohl das Game hin und wieder nervt, bleibt es doch das einzige, in dem ihr eine derartige kreative Freiheit habt. Wo sonst könnt ihr einen Fön in ein Haifischbecken werfen, um die gefährlichen Fische zu betäuben? Wo sonst könnt ihr Piraten gegen Ritter kämpfen lassen, während ihr auf einem Gorilla reitet und einem Schrumpfstrahl um euch ballert? Das geht nur in Scribblenauts! Derart viel Freiheit in ein Spiel einzubauen, ist ein unglaubliches Risiko. Es hätte auch voll in die Hose gehen können. Doch Scribblenauts funktioniert und begeistert. Je kreativer ihr seid, desto mehr Spaß habt ihr dabei. Hoffentlich wird es in den nächsten Jahren einen Nachfolger geben - mit besserer Steuerung und noch mehr verrückten Gegenständen!
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