Rock Band
Gitarre, Bass, Schlagzeug und Karaoke vereint: Revolutioniert Rock Band die Musikspielewelt?
Wie bei einem Karaoke-Programm wird der Liedtext im entsprechenden Rhythmus eingeblendet. Hier: Rockaway Beach von den Ramones.
Tatort: Wohnzimmer. Opfer: vier Jugendliche. Tatwaffe: Rock Band. Todesursache: totale Verausgabung. Na gut, das ist nun doch etwas übertrieben, aber was Guitar Hero-Macher Harmonix gerade in der Mache hat, klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Gitarristen, Bassisten, Schlagzeuger und Sänger vereint in einem Spiel?
Der Gitarren-Part wird sich mit der Stratocaster-Gitarre der Firma Fender so spielen wie in Guitar Hero. Der Controller kann, wie auch in Guitar Hero II, alternativ als Bass-Gitarre verwendet werden. Die Stratocaster, eine der meistkopierten E-Gitarren der Welt, wurde bereits von Jimi Hendrix in Woodstock sowie von David Gilmour (Pink Floyd) und Buddy Holly verwendet. Zehn Knöpfe, statt wie bei der Konkurrenz fünf, sollen das Gitarren-Feeling realistischer gestalten, müssen aber von Neulingen nicht verwendet werden. Zum Vergleich: Eine echte Gitarre bietet 22 oder mehr Bünde, in die man greifen kann. Zum Schlagzeug nur so viel: Auf die vier Pads des Digital-Schlagzeugsets wird mit echten Trommelstöcken geschlagen und das Pedal soll einen realistischen Widerstand bieten. Das muss der Praxistest allerdings erst noch zeigen.
Tomaten würden fliegen, brüllte Mick Jagger anstelle von "You start me up" nur noch "La-La-La-La" ins Mikrofon. Der Karaoke-Part von Rock Band wird daher nicht nur Tonhöhe und Rhythmus, sondern auch die Phoneme, also die Laute an sich, bewerten. Und das in Echtzeit. Wie bei einem echten Karaoke-Programm werden Tonhöhe und Liedtext im Rhythmus des Liedes auf dem Fernseher angezeigt. Indem man das Mikro in die Hand schlägt, simuliert man ein Tamburin. Es soll sogar die Möglichkeit geben, die virtuellen Massen mit dem Mikro durch individuelle Zurufe à la "Hallo Woodstock!" weiter zum Kochen zu bringen.
Kernstück von Rock Band ist die virtuelle Welttournee mit der virtuell gegründeten Band, der von einem echten Drummer, einem echten Bassisten und Gitarristen sowie im Idealfall von einem echten Sänger Leben eingehaucht wird. Dann spielt sich die Band Gig für Gig von verrauchten Kneipen in die großen Konzerthallen hinein. Einen Solo-Karrieremodus wird es ebenfalls geben.
Die Songpalette reicht von "Gimme Shelter" (Rolling Stones) über "In Bloom" (Nirvana) und "Creep" (Radiohead) bis hin zu "The Hand That Feeds" (Nine Inch Nails) und umfasst insgesamt 34 Rock-Klassiker. Die vollständige Liste finden Sie auf unserer Internetseite.