Resident Evil: Revelations im Test für Nintendo 3DS: Mittlerweile sind es 15 Jahre, die Capcoms Survival-Horror-Spielereihe auf dem Buckel hat. Nach den letzten Ablegern für die PS3, Xbox und auch den 3DS mehrten sich kritische Stimmen aus den Reihen der Fans - Resident Evil 5 und Mercenaries hätten sich zu sehr von ihren Wurzeln entfernt und Story und Atmosphäre zugunsten der Balleraction vernachlässigt. Revelations wartet daher mit einer großen Story, düsteren Spielumgebungen, einer schaurigen Atmosphäre und trotzdem einer Menge Action auf - und das auf dem Nintendo-Handheld! Der 3DS wird erwachsen.
Furcht und Schrecken
Aus dem Zusammenspiel zwischen der hervorragenden Optik und dem gelungenen Sound ergibt sich eine herrlich schaurige Atmosphäre, wie man sie bislang in nur sehr wenigen Handheldspielen erleben durfte. Im Spielverlauf erwarten euch zig Schreckmomente – während ihr in einem Moment noch in beklemmender Stille umherstreift, findet ihr euch im nächsten inmitten knallharter Balleraction, was akustisch auch dementsprechend treibend untermalt wird. Selbst Kleinigkeiten wie Geräusche, die eine Ratte von sich gibt, jagen einem schnell einen Schrecken ein. Man merkt an vielen Stellen, wie sehr sich die Entwickler ins Zeug gelegt haben, eine düstere Atmosphäre wie in den legendären ersten Teilen zu schaffen, was ihnen offensichtlich auch bestens gelungen ist. Und das ganz ohne eine krass übertriebene Gewaltdarstellung, wie es das USK-16-Logo auf der Spieleverpackung bereits andeutet. Auf platzende Köpfe und gewaltige Blutfontänen müsst ihr also verzichten, wobei das der einzigartigen Atmosphäre des Spiels auf keiner Weise schadet.
Quelle: Capcom
Nachdem ihr die Kampagne durchgespielt habt, ist noch lange nicht Schluss! Im Raubzug-Moduzs, den ihr nach dem erstmaligen Durchspielen freischaltet, steckt eine Menge zusätzlicher Spielspaß!
Viel zu tun
Mit etwa 10 Stunden Spielzeit hat euch bereits die Kampagne einiges zu bieten, doch auch nach deren Abschluss stecken noch zig Stunden Spielspaß in dem kleinen grauen Modul. So könnt ihr euch nach dem Durchspielen erneut in die Kampagne stürzen – inklusive aller beim erstmaligen Durchlauf gesammelten Waffen und Items sowie mit einem höheren Schwierigkeitsgrad. Außerdem schaltet ihr den Raubzug-Modus frei, in dem ihr in modifizierten Abschnitten der Kampagne eure Treffsicherheit und Schnelligkeit unter Beweis stellen dürft. Das Besondere an diesem kurzweiligen Extra-Modus, der an das schnelle Mercenaries-Gameplay erinnert: Ihr könnt lokal und online mit einem menschlichen Mitspieler auf Beutezug gehen. Als Motivation hierfür dienen zusätzliche Fähigkeiten, Waffen und Items, mit denen eure Spielfigur durch das Einlösen erspielter Kampfpunkte auf- und ausrüstet. Hierfür stehen euch neben den Haupt- noch einige Nebencharaktere aus der Kampagne zur Auswahl. Der Raubzug-Modus ist eine wahre Bereicherung und trägt viel zur großen Langzeitmotivation von Revelations bei – ebenso wie das in beiden Spielmodi enthaltene Medaillen-Rang-System und die vielen Herausforderungen.
Quelle: Capcom
Das Zielen funktioniert sowohl mit als auch ohne das neue Circle Pad Pro sehr gut - nur selten fühlt sie sich etwas hakelig an.
Alles bestens im Griff
Auch ohne Circle Pad lässt sich Revelations gut spielen, obwohl das Zocken mit der neuen Hardware dank dem zweiten Analogstick und zusätzlichen Schultertasten eindeutig angenehmer und präziser ist. Ohne Circle Pad stehen euch drei verschiedene Steuerungsvarianten zur Auswahl, die nach einiger Eingewöhnungszeit sehr gut funktionieren. Die Möglichkeit, die Steuerung frei zu konfigurieren, besteht leider nicht. Im Vergleich mit den Vorgängern wartet das zweite 3DS-Resi mit einigen sinnvollen Neuerungen bei der Steuerung auf: So könnt ihr erstmals durch Halten der Schultertasten in Bewegung zielen und schießen, was dem Spielerlebnis sehr zugutekommt. Dasselbe gilt für die Ausweichmanöver, mit denen ihr mit einem guten Timing gegnerischen Schlägen entwischen könnt. Wahlweise könnt ihr in der gewohnten oder in Ego-Perspektive ballern – die Redaktion bevorzugt die klassische Variante. Der Touchscreen wird überwiegend als Inventar genutzt, kommt aber auch gelegentlich in kleineren Rätseln zum Einsatz.
Das hat uns weniger an Resident Evil: Revelations gefallen:
Quelle: Capcom
Die Anzahl an Rätseln ist überschaubar, die Rätsel ansich sind meist recht simpel - der Fokus liegt folglich auf der Action!
Geringer Rätselanteil
Eine Schwäche beim Gameplay sind die Rätsel, die zumeist aus sehr simplen Schiebeaufgaben bestehen. Der Anspruch dabei hält sich stark in Grenzen, ebenso wie Standardaufgaben à la "Hole Schlüssel X aus Raum Y, um den Raum X zu öffnen". So streift ihr oft mehrmals dieselben Laufwege in den Abschnitten entlang, nur um irgendein Teil zu beschaffen. Doch ist auch dies halb so wild: Auf euren Touren wird euch dank der hartnäckigen BOWs ganz sicher nicht langweilig werden! Wie in den meisten Resi-Spielen existieren in Revelations auch wieder in den Abschnitten verteilte Kisten, in denen ihr Items und Ausrüstungsgegenstände lagern könnt, die nicht mehr in euer begrenztes Inventar passen. Apropos Inventar: Durch die häufigen Wechsel zwischen den drei Teams habt ihr deren verschiedene Inventare schwer im Überblick – gelegentlich nervt es, wenn man eine neue Episode beginnt und dann wieder einmal mit leeren Händen dasteht, obwohl man sich gerade noch gut eingedeckt hat. Eine Möglichkeit, frei während des Spielens zu speichern, existiert nicht – das Spiel gibt euch Checkpoints vor, die recht weit auseinanderliegen.
