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  • Red Dead Redemption: Das Meisterwerk im Flashback + Video
    Quelle: PC Games

    Red Dead Redemption: Wir blicken zurück auf Rockstars Meisterwerk

    Red Dead Redemption ist jetzt spielbar auf der Xbox One. Grund genug für uns, den Titel noch einmal zu spielen und herauszufinden, ob das Western-Epos überhaupt gut gealtert ist. Ist Red Dead Redemption wirklich so ein meisterwerk oder leiden wir unter nostalgischer Verklärung? Die Antwort liefert dieser Artikel.

    Vor der diesjährigen E3 gab es allerlei Gerüchte und angebliche Leaks zu Red Dead Redemption 2. Unter anderem stachelte eine angebliche Karte der Spielwelt die Erwartungshaltung der Fans des Western-Epos so sehr an, dass viele von einer Ankündigung auf der Mega-Messe ausgingen. Rockstar hingegen mied die E3 genauso wie die meisten Jahre und trotz zahlreicher toller Spiele überwog bei vielen Spielern die Enttäuschung. Kein Wunder, schließlich gilt das im Mai 2010 erschienene Red Dead Redemption als eines der großen Videospiel-Meisterwerke der letzten zehn Jahre. Grund genug für uns, den Action-Titel noch einmal auszugraben und zu überprüfen, ob das Abenteuer von John Marston überhaupt so gut gealtert ist, wie man sich nostalgisch verklärt daran erinnert, oder ob doch der Zahn der Zeit daran genagt hat. (Spoiler: Hat er nicht.)

    Update: Inzwischen ist es offiziell - Red Dead Redemption 2 kommt. Über den Link gelangt ihr zu unserer News mit allen bisher verfügbaren Informationen.

    12:47
    Red Dead Redemption: Wir blicken zurück - Video-Flashback
    Red Dead Redemption

    Pferdeoper mit Stil

    Der wohl größte Grund, warum man sich an Red Dead Redemption so wohlwollend erinnert, ist ganz klar die überragende Erzählung der Geschichte im Zusammenspiel mit der grandios gestalteten offenen Welt. Die Story rund um den ehemaligen Outlaw John Marston, der von ein paar Bundesagenten dazu gezwungen wird, seine alte Bande auszuschalten ist dabei gar nicht mal so unfassbar kreativ. Genau wie Clint Eastwoods Rolle im modernen Film-Klassiker Erbarmungslos, möchte Marston nichts mehr mit dem Blutvergießen im Westen zu tun haben. Er hat sich zusammen mit seiner Frau eine kleine Farm aufgebaut, wo sie in Ruhe leben und ihren Sohn großziehen möchten.

    Plötzlich wird Marston aber doch wieder in die Vergangenheit zurückgeworfen, wenn er seine Familie lebend wiedersehen möchte. Statt hier einfach nur das übliche Rache- und Verrats-Drama zu erzählen, strickt Rockstar aus dieser Prämisse einen Spät-Western, der viele existenzielle Themen anspricht und auch unserer heutigen Gesellschaft immer wieder den Spiegel vor die kapitalistische Nase hält. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten, jeder, der nicht mitzieht, bleibt auf der Strecke und John Marston weiß ganz genau, dass der Untergang des Wilden Westens auch sein eigenes Ende sein wird.

    Besonders herausragend ist vor allem, wie Rockstar diese Geschichte erzählt. Statt den typischen narrativen Konventionen des Action-Genres à la "schneller, höher, weiter" zu folgen, steht die Erzählung hier über allem. An vielen Stellen wird das Tempo spürbar gedrosselt, um dem Spieler Charaktere näher zu bringen und ihre Motivationen deutlich zu machen. Selbst kurz vor Schluss scheut sich Rockstar nicht davor, stark auf die Bremse zu drücken. Das mag beim erstmaligen Spielen zunächst befremdlich wirken, da diese Art des Story-Tellings eben gerade für das Genre sehr ungewöhnlich ist, doch man merkt sehr schnell wie wichtig die ruhigen Momente sind, damit sich die Geschichte vollends entfalten kann.

    Die Geschichte zeigt immer wieder menschliche Abgründe auf. In der Welt von RDR wird man immer wieder Zeuge von Hinrichtungen oder Vergewaltigungen. Die Geschichte zeigt immer wieder menschliche Abgründe auf. In der Welt von RDR wird man immer wieder Zeuge von Hinrichtungen oder Vergewaltigungen. Quelle: PC Games Beeindruckend ist zudem wie die Spielwelt für die Immersion genutzt wird. Durch das Setting bedingt ist die Welt natürlich bei Weitem nicht so stark besiedelt wie beispielsweise in einem GTA. Die Leere der Prärie verbindet den Spieler jedoch nur noch mehr mit dem Schicksal John Marstons und lässt ihn die Einsamkeit des Mannes spüren, der seinen Platz in der Welt sucht. Untermalt wird dies zudem von einer geradezu herausragenden Soundkulisse. Während bei einem GTA das Radio die ganze Zeit mehr oder wenige bekannte Rock- und Popsongs plärrt, wird die Musik in Red Dead Redemption nur mit Bedacht eingesetzt und ist dabei meist hochemotional. Wer beim ersten Ritt nach Mexiko keine Gänsehaut hat, wenn das fantastische Far Away ertönt, besitzt wahrscheinlich die Empathie eines Sheldon Cooper oder Donald Trump. In Sachen Inszenierung und Erzählung ist Red Dead Redemption nicht einfach nur ein Meisterwerk seiner Generation, sondern ein Meilenstein des Mediums Videospiel.

    Klischees mit Klasse

    So unkonventionell der Titel auch in der Ezählung daherkommen mag, spielerisch ist Red Dead Redemption genau das, was man von einem Rockstar-Open-World-Titel erwartet. Im Verlaufe der Geschichte besucht ihr mit New Austin, Mexiko und Blackwater drei große abwechslungsreich gestaltete Regionen, in denen ihr euch allerlei Story-Missionen bei teils zwielichtigen Gesellen abholt oder euch auf zahlreiche Nebenbeschäftigungen stürzt.

    Ob auf einem Gaul oder hinter einer Mauer mit hakeligem Deckungssystem, die Missionen bestehen hauptsächlich aus Schießereien.. Ob auf einem Gaul oder hinter einer Mauer mit hakeligem Deckungssystem, die Missionen bestehen hauptsächlich aus Schießereien.. Quelle: PC Games Die Hauptquests überzeugen dabei mit stark geschriebenen Charakteren und jeder Menge Action. Rockstar versteht es auf beeindruckende Weise, den Spieler so ziemlich jedes Western-Klischee erleben zu lassen, ohne das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. Ob ihr nun im letzten Moment einen Galgenstrick durchschießt, eine Kutsche überfallt, euch ein Duell mit einem anderen Pistolero liefert oder von eurem Pferd auf einen fahrenden Zug aufspringt, um ihn im letzten Augenblick vor einer gesprengten Brücke zu stoppen - die Action ist hervorragend inszeniert und fügt sich super in die Story ein. Genau wie bei einem GTA 5 liefert man sich eigentlich die ganze Zeit Schießereien und Verfolgungsjagden, aber eben genau wie beim genannten Titel sorgt die Umsetzung stets für genug Abwechslung. Lediglich zwei Kleinigkeiten fallen störend auf: Gegen Ende des ersten Spieldrittels übertreiben die Entwickler es etwas mit den Kutschenmissionen, bei denen man Verfolger vom Gaul schießt, und das Deckungssystem ist ein wenig hakelig ausgefallen. Obwohl der Schwierigkeitsgrad von Red Dead Redemption nicht sonderlich hoch angesetzt ist, führt Letzteres schon mal zu unverschuldeten Toden.

    Davon sollte man sich dennoch nicht abhalten lassen, dieses Meisterwerk zu erleben, denn Story, Inszenierung und Gameplay verschmelzen jederzeit zu einem großartigen Ganzen. Und selbst wenn ihr mal keine Lust auf Action und Geschichte habt, lassen sich in der toll gestalteten Welt allerlei zeitgerechte Nebenbeschäftigungen finden. Ihr könnt Poker und Blackjack spielen, Hufeisen werfen, an Pferderennen teilnehmen oder verschiedenen Sammelkram zusammensuchen. Zudem befinden sich überall Fragezeichen auf der Weltkarte, wo sich Mini-Missionen abholen lassen, die mal unfassbar lustig, mal sehr bedrückend sind.

    Komplett frei fühlt sich Red Dead Redemption trotzdem nicht immer an. Während es bei GTA fast schon natürlich ist, ab und zu mal Chaos anzurichten und sich wie ein Arschloch aufzuführen, ist die Möglichkeit als böser Outlaw zu spielen in RDR arg aufgesetzt, da sich dieses Spielverhalten einfach nicht mit der Geschichte vereinbaren lässt. Auch wenn Rockstar versucht hat, den Titel so offen wie möglich auszurichten, Red Dead Redemption ist absolut kein Spiel für GTA-Online-Chaos-Kiddies mit ADHS. Wer eine gute Geschichte, toll geschriebene Figuren und eben den Fokus auf Erzählung nicht so recht zu schätzen weiß, ist bei anderen Genre-Vertretern klar besser aufgehoben.

    Im Verlaufe der Story trefft ihr auf allerlei Charaktere, denen die Sonne auch das letzte bisschen Hirn ausgebrannt hat. Im Verlaufe der Story trefft ihr auf allerlei Charaktere, denen die Sonne auch das letzte bisschen Hirn ausgebrannt hat. Quelle: PC Games

    Meisterwerk mit Makel

    Auch nach all den Jahren sind wir immer noch ein wenig verliebt in Red Dead Redemption. Rockstars Pferdeoper macht hinsichtlich Charakteren, Story und Gameplay so viel so großartig, dass wir auch jetzt noch allen empfehlen, diese Perle nachzuholen. John Marstons Abenteuer ist eines dieser wenigen besonderen Videospiele, die man einfach gespielt haben muss. Wer den Titel heute zum ersten Mal spielt, sollte sich allerdings nicht von der technischen Seite abschrecken lassen. Die Framerate ist keineswegs konstant und fällt gerade bei schnellerem reiten schon mal gerne unter 30 Bilder pro Sekunde. Zu den kleineren Rucklern gesellt sich vor allem auf der PS3 stark auffälliges Kantenflimmern. Das im Zusammenspiel mit dem Hitzeflimmern in der Prärie beansprucht teilweise ganz schön die Augen. Die Xbox-360-Variante hingegen leidet unter Tearing. In technischer Hinsicht könnte man also doch sagen, dass der Zahn der Zeit an Red Dead Redemption genagt hat.

    Genauso muss man aber auch erwähnen, dass man dem Titel jetzt noch anmerkt, wie herausragend einige der Animationen zur damaligen Zeit waren. Vor allem die Bewegungen der Pferde sind auch heute noch ein echter Hingucker. Zudem sind sie weitaus eingängiger zu steuern als beispielsweise die Gäule in Ubisofts Assassin's Creed-Reihe.
    Technikmacken hin oder her, Red Dead Redemption ist auch heute noch ein Meisterwerk.

    Im eigenständig laufenden Add-on Undead Nightmare erheben sich die Toten aus ihren Gräbern und infizieren schon bald fast den gesamten Westen. Im eigenständig laufenden Add-on Undead Nightmare erheben sich die Toten aus ihren Gräbern und infizieren schon bald fast den gesamten Westen. Quelle: PC Games

    Das Add-On: Undead Nightmare

    Wer die anarchistische und teilweise alberne Satire eines Grand Theft Auto in Red Dead Redemption vermisste, wird beim Add-On Undead Nightmare vermutlich glücklicher. Statt einer ernsthaft vorgetragenen Geschichte über die hässlichen Seiten menschlicher Gesellschaften, erwartet euch hier chaotische Open-World-Action mit allerlei überzogenem Blödsinn und dem typisch schwarzen Rockstar-Humor.

    Wie in fast jedem Zombie-Film hilft nur ein Kopfschuss, um die Untoten auszuschalten. Der Gezielte Einsatz des Dead-Eye-Features ist Pflicht. Wie in fast jedem Zombie-Film hilft nur ein Kopfschuss, um die Untoten auszuschalten. Der Gezielte Einsatz des Dead-Eye-Features ist Pflicht. Quelle: PC Games Gerade noch hat John Marston mit seiner Familie zu Abend gegessen, da haben seine Liebsten plötzlich schon wieder Hunger. Nur, dass sie diesmal ihn selbst essen wollen, denn Frau, Kind und Onkel wurden vom Zombie-Virus befallen. Da im wilden Westen aber natürlich noch niemand einen Zombie-Film gesehen hat, denkt John Marston ganz einfach, dass sie krank sind. Kurzerhand fesselt er also seine Liebsten und reitet in die nahegelegne Stadt Blackwater, um ein Heilmittel zu besorgen. Und damit stolpert der gutgläubige Revolverheld auch mitten in die Zombie-Apokalypse hinein.

    Das war es eigentlich auch schon in Sachen Story. Ihr kommt zwar nach und nach den Hintergründen auf die Spur, warum die Toten aus ihren Gräbern gekrochen sind, aber großartige Twists solltet ihr nicht erwarten. Dafür glänzt Undead Nightmare mit unzähligen Anspielungen auf bekannte Zombie- und Horrorfilme, die oftmals brüllend komisch sind. Zudem trifft John Marston mal wieder auf allerhand teils aus dem Hauptspiel bekannte Figuren, die auf ihre eigene Weise mit der Untoten-Plage umgehen. Totengräber Seth beispielsweise fühlt sich pudelwohl und spielt mit seinem zombifizierten Kumpel Moses Karten. Andere Charaktere wiederum suchen nach Schuldigen für die Misere. So trifft John Marston beispielsweise auf einen Ladenbesitzer, der eine jüdische Verschwörung wittert sowie Homosexuelle und Einwanderer für die Zombie-Apokalypse verantwortlich macht. Der Humor ist also mal wieder bitterböse und leider auch sehr aktuell.

    Spaß dank Splatter

    Es empfiehlt sich die beißfreudigen Untoten auf Distanz zu halten. Nur in größter Not solltet ihr in den blutigen Nahkampf gehen. Es empfiehlt sich die beißfreudigen Untoten auf Distanz zu halten. Nur in größter Not solltet ihr in den blutigen Nahkampf gehen. Quelle: PC Games Spielerisch sollte man allerdings weder den Abwechslungsreichtum noch die Inszenierung des Hauptspiels erwarten. Meistens reitet ihr einfach zu einer Stadt und befreit sie von der Zombie-Plage. Das bekannte Deckungsshooter-Gameplay ist damit auch passé, stattdessen müsst ihr ständig in Bewegung bleiben, um nicht von den Horden der Untoten überrannt zu werden. Wie für Zombies üblich, bleiben die Hirnhungrigen jedoch nicht einfach nach einem Bauchschuss liegen, sondern wollen mit einem gezielten Kopfschuss beseitigt werden. Gar nicht so einfach, wenn aus allen Richtungen beißwütige Leichen auf einen zutorkeln. Wer hier das Dead-Eye-Feature nicht nutzt, begibt sich selbst bald auf die Suche nach frischem Cowboy-Hirn. Wie auch im Hauptspiel aktiviert ihr per Druck auf den rechten Analogstick eine Zeitlupe, in der ihr in Ruhe die Köpfe der Untoten markiert und John Marston sie anschließend automatisch mit seinem Schießeisen zum Platzen bringt. Das ist trotz akuter Munitionsknappheit spielerisch nicht besonders anspruchsvoll, macht aufgrund des Splatter-Faktors aber dennoch jede Menge Spaß. Vor allem da ihr für die Stadtbefreiungen meist eine neue Waffe erhaltet. Und mit einer abgesägten Schrotflinte Jagd auf Zombies zu machen, ist schließlich immer amüsant.

    Neben dem Auslöschen der Stadt-Zombies verschlägt es euch zudem auf etliche Friedhöfe, auf denen ihr Särge verbrennt und euch abschließend einem oftmals aus dem Hauptspiel bekannten Oberzombie stellt. Die Nebenbeschäftigungen sind allerdings auch nicht so üppig wie im normalen Red Dead Redemption. Zwar trefft ihr auch hier auf einige unbekannte Personen, doch deren Aufträge sind meist sehr schnell abgehandelt. Dafür darf man aber die vier Pferde der Apokalypse zähmen. Und das ist schon wieder richtig cool.

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Red Dead Redemption
Red Dead Redemption: Wir blicken zurück auf Rockstars Meisterwerk
Red Dead Redemption ist jetzt spielbar auf der Xbox One. Grund genug für uns, den Titel noch einmal zu spielen und herauszufinden, ob das Western-Epos überhaupt gut gealtert ist. Ist Red Dead Redemption wirklich so ein meisterwerk oder leiden wir unter nostalgischer Verklärung? Die Antwort liefert dieser Artikel.
http://www.videogameszone.de/Red-Dead-Redemption-Spiel-29668/Specials/Flashback-RockstarsMeisterwerk-1201350/
18.10.2016
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