Red Dead Redemption im Test: Was uns nicht gefiel & Erwähnenswertes

Test Sebastian Stange

Ab heute im Handel für Playstation und Xbox: Im Test von Red Dead Redemption lest ihr, weshalb das Actionspiel kein GTA im Wilden Westen ist und dass sowohl Story als auch Stimmung einfach brillant sind.

Das finden wir erwähnenswert:

Die Spielwelt ist auf den ersten Blick recht trist und leer. Aber das trügt. Der geübte Jäger findet hier überall Beute. Außerdem gibt es versteckte Schätze, Minispiele und unterhaltsame Nebenaufgaben. Quelle: Rockstar Die Spielwelt ist auf den ersten Blick recht trist und leer. Aber das trügt. Der geübte Jäger findet hier überall Beute. Außerdem gibt es versteckte Schätze, Minispiele und unterhaltsame Nebenaufgaben. Die Technik
Die Entwickler haben die RAGE-Engine von GTA IV und Midnight Club L.A. genutzt und an das Wildwest-Epos angepasst. Das sieht immer wieder phänomenal gut aus, wirkt an anderen Stellen aber etwas grob un detailarm. Die Grafik ist prima, jedoch keine Konkurrenz für Uncharted 2 und God of War 3. Konkret fielen uns einige Texturen von mäßiger Qualität auf, es gibt hin und wieder auffälliges Detail-Popup, pixelige Kanten und in den größeren Städten kann die Darstellung etwas ruckeln. Allerdings verhinderte das in unserem Fall nie den Spielspaß. Außerdem testeten wir nicht die finale Verkaufsversion, sondern eine spezielle, noch nicht 100% fertige Testversion. Mit etwas Glück läuft die Verkaufsversion sogar noch einen Tick besser.

Der Schwierigkeitsgrad
Ganz ehrlich: Es gibt gar keinen. Zwar starben wir beim Test immer wieder mal, das lag aber in der Regel an der chaotischen Natur des Open-World-Spiels. Wenn man sich nicht umsieht wird man halt im Wald von Bären angegriffen. Die Missionen bereiteten uns jedenfalls keinerlei Probleme. Das Auto-Aiming hilft kräftig mit, dank Deckungssystem könnt ihr euch auch im Gefecht regenerieren und das Dead-Eye-Feature nimmt auch großen Gegnergruppen ihren Schrecken. Wenn ihr dann noch Medizin und Selbstgebrannten - der füllt die Dead-Eye-Anzeige - im Gepäck habt, wird das Spiel geradezu kinderleicht. Das ist allerdings kein echter Kritikpunkt, denn wie bereits beschrieben wirkt Red Dead Redemption vor allem dank Inszenierung, Story und Atmosphäre. Und Spaß machen die Missionen allemal - auch wenn sie schwerer sein könnten.

Das gefiel uns nicht:

Der Wiederspielwert
Nach dem einmaligen Durchspielen blieben zwar noch einige Nebenaufgaben und Herausforderungen, die wir ausgelassen haben. Im Großen und Ganzen waren wir aber zum Zeitpunkt des Abspanns durch mit dem Spiel. Anders als GTA fehlt dem Titel der Blödsinn-Faktor. In GTA könnt ihr auch mit einem 100%-Spielstand großen Spaß haben. Klaut einfach ein Auto und stellt Blödsinn damit an. Das wird so schnell nicht langweilig. Red Dead Redemption hat keine Autos. Und spontanen Blödsinn auch nicht wirklich. Immerhin gibt es die Funktion, bereits gespielte Missionen jederzeit noch einmal zu spielen. Und ihr könnt jederzeit auf Jagd gehen, eure Banditen-Maske aufziehen und ein paar Reisende überfallen und die letzten Extras freispielen. An den enormen GTA-Wiederspielwert kommt das aber nicht ran.

Beim Reiten fällt hin und wieder merkliches Detail-Popup auf. Das ändert aber nix am grandiosen Spielspaß. Quelle: Rockstar Beim Reiten fällt hin und wieder merkliches Detail-Popup auf. Das ändert aber nix am grandiosen Spielspaß. Das Ehre-System
Im Spiel könnt ihr Ruhm und Ehre sammeln. Der Ruhm bestimmt, wie bekannt ihr seid und bringt beim Erreichen gewisser Stufen nette Privilegien. Ehre hingegen könnt ihr sammeln oder verlieren. Ihr könnt also zum Volkshelden oder zum Schurken werden. Das Feature ist recht nett gemeint, allerdings widerspricht ein böses Vorgehen klar der Story um John Marston, dessen einziges Ziel ist, endlich sein altes Leben hinter sich zu lassen und seine Familie wieder zu sehen. Obendrein werdet ihr im Verlauf der Story-Missionen immer wieder mit Ehrenpunkten belohnt. Daher wirkt die Möglichkeit, Bandit zu sein, etwas deplatziert. Andererseits ist es vielleicht ein Anreiz für ein zweites Durchspielen.

Kleinere Längen
Es gibt - und das ist nun wirklich Jammern auf sehr hohem Niveau - ein paar Momente im Spiel, wo die Spannung etwas zu sehr sinkt und manche Momente, bei denen Missionen eher Last als Unterhaltung sind. Vieh treiben ist bereits nach dem ersten Versuch langweilig, wird euch aber öfters abverlangt. Ebenso gibt es gegen Ende des Spiels eine Reihe eher lahmer Aufgaben. Das scheint jedoch Absicht zu sein und ergibt zusammen mit dem sehr speziellen Ende sogar einigermaßen Sinn. Etwas mehr Tempo hätten wir uns an manchen Stellen allerdings gewünscht.

Screenshots aus unserem Test von Red Dead Redemption:

Bildergalerie

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Wertung zu Red Dead Redemption (PS3)

Wertung:

9.0 /10
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