Ratchet & Clank: Size Matters
SAUBER Ballereien spielen sich dank der cleveren Steuerung fast so gut wie auf der PS2.
Sonys PSP kränkelt in den letzten Monaten etwas. Es gibt zu wenig herausragende Software, die Verkaufszahlen sind im Vergleich zu Nintendos DS eher schwach auf der Brust, es muss sich was tun an der Handheld-Front. Was liegt da näher als bekannte Marken auch auf der PSP zu etablieren. Während Kriegsgott Kratos noch auf sich warten lässt und die mobile Version von Gran Turismo langsam aber sicher zur Legende wird, stürmt das erfolgreiche Plattform-Duo Ratchet & Clank die tragbare PlayStation.
B-MANNSCHAFT
Während die eigentlichen Entwickler der Serie Insomniac Games eifrig an der Next-Gen-Premiere der Reihe arbeiten, trug Sony dem neu gegründeten Studio High Impact Games die ehrenvolle Aufgabe auf, die beiden Sympathieträger auf der PSP zum Leben zu erwecken. Eine große Herausforderung, doch die Entwickler haben einen wirklich guten Job abgeliefert. Die Story ist erneut flach wie ein Bierdeckel, aber witzig erzählt und professionell präsentiert. Auch die Optik kann sich sehen lassen. Die bunten Umgebungen wirken wie aus einem Guss, das Geschehen läuft größtenteils sehr flüssig ab und schicke Explosions- und Partikeleffekte werten den Spaß enorm auf. Sicher, alles wirkt ein wenig kleiner und überschaubarer als in den PS2-Vorbildern, aber verstecken muss sich das Handheld-Abenteuer definitiv nicht. Da der rechte Analog-Stick fehlt, wird die Kamera mit den Schultertasten bedient, was sehr gut funktioniert und nur in engen Räumlichkeiten für Übersichtsprobleme sorgt.
MEHR ALS NUR EIN SPIN-OFF
Ansonsten hat Size Matters alles zu bieten, was ein Spiel der Reihe braucht - wenn auch mit weniger Tiefgang. Witzige Dialoge, brachiale Waffen, die aufgerüstet werden können, knifflige Hüpfpassagen, jede Menge Abwechslung und einen passenden Soundtrack. Doch es gibt auch Schattenseiten. So sind einige Checkpoints gegen Ende des Spiels unverschämt weit auseinander, was besonders in Boss-Kämpfen für Ärger sorgt. Richtiggehend schlecht sind dagegen die Hoverboard-Passagen. Die völlig vermurkste Steuerung tötet jeden Spielspaß, die wirre Streckenführung gibt diesen Abschnitten den Rest. Einige neue Mini-Games und Challenges sind ebenfalls enthalten (so darf Clank sich in einer Art Demolition Derby versuchen und eine Lemmings-Variante spielen), doch auch hier sind Steuerung und Spielspaß auf Kriegsfuß. Glücklicherweise sind die meisten dieser Spiele optional, nur wer alle Extras finden will, muss sich durchbeißen. Wer nur zum Abspann kommen will, der braucht nicht allzu viel Zeit im Gepäck zu haben. Gerade mal zehn Welten gilt es zu bereisen und auch wenn sehr originelle Abschnitte dabei sind, ist der Spaß doch viel zu schnell vorbei. Immerhin: wer nur schnell zum Endboss durchspurtet, wird gegen dessen heftige Attacken ohnehin keine Chance haben, es lohnt sich also die Levels gründlich zu durchforsten und fleißig Erfahrungspunkte zu sammeln. Anschließend lockt der Challenge-Modus zum erneuten Durchspielen mit noch durchschlagskräftigeren Waffen.
MEHRFACH VORBILDLICH
Ebenfalls motivierend ist der Mehrspielermodus, der endlich mal wieder auch Online-Unterstützung bietet. Zwar wird auch in diesem Aspekt des Spiels weniger Umfang und Vielfalt geboten als in den PS2-Vorgängern, aber dennoch sind Spielbarkeit und Design hervorragend gelungen. Leider waren die Server zum Testzeitpunkt noch nicht online, was den Mehrspielertest unmöglich machte. Auf der PS2 wäre Ratchet & Clank: Size Matters lediglich ein ordentlicher Nachklapp, auf der PSP ist es ein eindrucksvolles Stück Software mit fetter Optik und jeder Menge Humor. Fans der Reihe kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten und wer Daxter mochte, wird auch mit diesem Duo glücklich.