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  • Import-Test: Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy

    Nick zapft gerne die Gehirne seine Gegner an. Nick zapft gerne die Gehirne seine Gegner an. Stellen Sie sich mal vor, Sie könnten kraft Ihrer Gedanken Feuer entfachen. Auf Grillpartys wären Sie ein gern gesehener Gast, der Zigarettenanzünder wür-de seine Existenzberechtigung verlieren und bei den Vorbereitungen fürs Candlelight-Dinner schinden Sie mit einem Fingerschnippen ordentlich Eindruck. Klingt verlockend, oder? Nick Scyrer besitzt ebendiese Fähigkeit und hat noch viele weitere Tricks auf La- ger. Dumm nur, dass er sich nicht daran erinnern kann. Er erwacht in einer Zelle und weiß nicht einmal mehr so genau, wer er überhaupt ist. Glücklicherweise steht plötzlich eine vollbusige, blonde Schönheit in der Tür, die ihm eine Waffe in die Hand drückt und verspricht, ihm zu helfen. Auf seinem Weg in die Freiheit fügt Nick das Puzzle seiner Erinnerungen Stück für Stück zusammen und kommt so einem verheerenden Plan auf die Spur, dessen Durchführung nur er verhindern kann. Das klingt nicht nur ziemlich abgedroschen, das ist es auch. Psi-Ops bietet inhaltlich alles, was sich Fans von abstrusen B-Filmen wünschen. Weibliche Charaktere im Spiel sind grundsätzlich mit einem großen Vorbau gesegnet und tragen hautenge Klamotten. Die männlichen Protagonisten haben immer einen coolen Spruch auf den Lippen und geben dem Begriff Macho eine neue Bedeutung. Das macht aber gar nichts, denn allzu ernst nimmt sich das Spiel selbst auch nicht. Unfreiwillige Komik wird vermieden und oft blitzt ein kleines Augenzwinkern der Entwickler durch.

    Multitalent
    Die Macher des Spiels haben sich aber nicht nur um eine unterhaltsame Präsentation bemüht, auch inhaltlich kann Psi-Ops viele Punkte sammeln. In der Gestalt von Nick Scryer erlernt man im Verlauf des Spiels fünf übersinnliche Fähigkeiten, die allesamt viel frischen Wind ins Action-Genre bringen. Telekinese ist bereits aus anderen Spielen bekannt, wurde hier jedoch sehr gut kontrollierbar implementiert. Unzählige Gegenstände in der Umgebung und sogar Personen können gezielt in die Luft gehoben und durch den Raum transportiert werden. Bei Bedarf schmeißt man das kontrollierte Objekt mit einem kräftigen Ruck quer durch den Raum. Das macht nicht nur ziemlich viel Spaß, dank der hervorragenden Physik im Spiel lädt diese Fähigkeit auch zum Experimentieren ein. Ob Sie einen Gegner nun per Telekinese so lange von einer Wand zur anderen schleudern, bis er sich nicht mehr rührt, oder explosive Gasflaschen auf ihn schleudern - Ihrer sadistischen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch die anderen Fähigkeiten sind sehr reizvoll. Pyrokinese entfacht eine alles in Brand steckende Feuerwand, Mind Control ermöglicht die Kontrolle über Gegner und Zivilisten, per Remote Viewing verlässt man seinen Körper und schwebt sogar geisterhaft durch Türen, um etwaige Gefahren schon im Voraus zu erkennen. Allen Spielereien gemein ist der Bedarf an Psi-Energie. Nick muss allerdings drastischere Maßnahmen als die Einnahme von Traubenzucker ergreifen, um sein Gehirn wieder fit zu machen. Erledigte Gegner werden deswegen auch gleich noch um ihre Geisteskraft erleichtert. Wesentlich ergiebiger, aber auch unappetitlicher ist die so genannte Mind-Drain-Technik. Wenn sich Nick von hinten an einen Gegner anschleicht, kann er dem ahnungslosen Opfer noch mehr Psi-Energie abzapfen, was leider damit endet, dass dessen Schädel zerplatzt. Dass dabei auch eine Menge Blut fließt, versteht sich von selbst - und Psi-Ops versucht erst gar nicht, irgendetwas zu schönen. Hier wird Gewalt zelebriert und in allen Details gezeigt. Die deutsche Version wird selbstverständlich etwas harmloser gestaltet. Spieler mit nervösem Magen sollten von einem Import des Spiels lieber gleich absehen. Erfreulicherweise bietet das Spiel aber nicht nur Blut und Gewalt, sondern auch eine Menge Spiel fürs Geld: acht große Abschnitte und ebenso viele furios inszenierte Boss-Kämpfe, die zugleich das Highlight des Spiels sind. Spätestens beim finalen Endkampf fließt nur noch Adrenalin durch Ihre Adern und Ihr Puls rast. Trotz der Anspannung bleibt das Spiel in diesen Auseinandersetzungen sehr fair und sollte niemanden überfordern. Das gilt leider nicht für den Rest des Spiels. Die sehr schlechte Karte und häufig sehr unpräzise Missionsbeschreibungen sorgen des Öfteren für Ratlosigkeit. Richtig frustig wird’s aber erst, wenn man eine der Stellen im Spiel erwischt, an denen Gegner immer wieder neu entstehen. Hier heißt es kühlen Kopf bewahren, denn mit bloßer Waffengewalt kommt man nicht weit. Um den Gegnerfluss zu einem Ende zu bringen, muss man sich in einen der Widersacher hineinversetzen und nach einem Schalter Ausschau halten, den man selbst nicht erreichen kann. Oft dauert es eine ganze Weile, bis man das registriert hat, und dann leidet man unter akuter Munitions- und Lebensenergieknappheit. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, die neuen Gegner nicht ganz so schnell auftauchen zu lassen. Nicht selten erledigt man einen Feind und wird prompt hinterrücks erwischt, obwohl eine Sekunde vorher noch niemand hinter einem stand. Da kann schon mal Frust
    aufkommen, der sich dank der ausreichend vorhandenen Checkpoints aber in Grenzen hält.

    Respekt
    Man muss Midway schon ein Kompliment machen. Das Unternehmen ist offenbar wirklich daran interessiert, die Qualität seiner Produkte langfristig zu steigern. Trotz kleinerer Macken ist Psi-Ops nämlich ein bemerkenswer-tes Spiel. Die Psi-Fähigkeiten wurden hervorragend umgesetzt und funktionieren prächtig. Schon nach kurzer Zeit gelingen eindrucksvolle Manöver und man fühlt sich fast ein wenig wie Darth Vader mit Dreitagebart. Technisch haut der Titel niemanden vom Hocker, ist aber grundsolide und vor allem nahezu fehlerfrei - angesichts der komplexen Spielmechanik keine Selbstverständlichkeit. Am Ende reicht es trotzdem nicht ganz zu einem Hit. Es mangelt den Umgebungen an Abwechslung und Überraschungen und außerdem hätten es ruhig etwas mehr echte Spaßpassagen sein dürfen. Starke Gegner und gemeine Fallen machen Psi-Ops in der zweiten Hälfte zu einem fordernden Stück Software, bei dem behutsames Vorgehen unabdingbar ist. Hier fallen vor allem leichte Schwächen in der Steuerung auf, denn die rudimentären Schleich-Elemente wollen nicht so recht funktionieren.

    Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy (dt.) (XB)

    Spielspaß
    84 %
    Grafik
    8/10
    Sound
    8/10
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy (dt.)
    Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy (dt.)
    Publisher
    Midway Games
    Release
    09.2004

    Aktuelles zu Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy (dt.)

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Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy (dt.)
Import-Test: Psi-Ops: The Mindgate Conspiracy
http://www.videogameszone.de/Psi-Ops-The-Mindgate-Conspiracy-dt-Spiel-28749/Tests/Import-Test-Psi-Ops-The-Mindgate-Conspiracy-327140/
22.07.2004
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2004/07/29_101.jpg
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