Pokémon Rumble für Wii im Test: Es kracht in der Poké-Arena, aber gewaltig!

Test David Martin Christoph Kraus

Wir haben Pokémon Rumble für WiiWare unter die Linse genommen und ausführlich getestet. Lohnt sich der Download? Und vor allem: Macht das neue Pokémon-Game Spaß? Lest alles in unserem Test!

Pokémon Rumble? Nie gehört! Welche Art von Spiel ist das?
Einige von euch kennen Pokémon Rumble möglicherweise noch unter dem früheren Arbeitstitel Pokémon Scramble. Nintendo hat das WiiWare-Prügelspiel jetzt auch für Europa und die USA angekündigt, aber bislang keinen konkreten Veröffentlichungstermin genannt. Als eines von 150 Pokémon der ersten und vierten Generation lauft ihr durch die Levels und bekämpft gegnerische Monsterhorden mit zwei euch zur Verfügung stehenden Attacken. Wer ausdauernd spielt, schaltet im Verlauf des Abenteuers somit immer neue Monster frei.

Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (1) Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (1)

Das klingt auf Dauer aber recht langweilig. Stimmt's?
Abwechslung ist nicht die große Stärke von Pokémon Rumble, das ist richtig. Zwar haben die Entwickler den so genannten Royal Rumble integriert, in dem ihr euch in einer Arena gegen die Angriffe fremder Pokémon verteidigt - aber auch daran hat man sich irgendwann sattgespielt. Letztlich profitiert die WiiWare-Keilerei von der niedrigen Einstiegshürde: Selbst wer normalerweise kein Pokémon-Rollenspieler ist, will bei Rumble rasch einsteigen. Denn im Kern erinnert es mehr an Hack&Slay-Spiele wie Gauntlet, nicht an ein Pokémon-Spiel.

Die Pokémon auf den Bildern sind doch uralt. Oder irre ich mich?
Korrekt bemerkt, jedenfalls teilweise! Auch wir wunderten uns beim ersten Anspielen, dass hauptsächlich Monster aus den ersten Editionen (also Rot, Blau und Gelb) auftauchten. Daneben gibt es aber noch weitere Pokémon aus der vierten Generation, also der Diamant-, Perl- und Platin-Edition. Die seltsam anmutende Auswahl mag zwar stark verwundern, aber mit dieser Entscheidung hält sich Nintendo weitere Fortsetzungen mit den Pokémon aus Gold, Silber, Kristall, Rubin, Saphir und Smaragd offen. Außerdem ist Rumble mit 150 sammelbaren Monstern ein verhältnismäßig komplexes Download-Spiel!

Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (3) Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (3)

Aha. Und wie steuert man Pokémon Rumble?
Anders als bei Pokémon Mystery Dungeon (ebenfalls für WiiWare) gibt es bei Pokémon Rumble nur eine fest vorgeschriebene Steuerung. Ihr haltet die Wii-Fernbedienung quer und steuert euer jeweils aktives Monster mit dem Digikreuz. Angegriffen wird mit den 1- und 2-Tasten. Spielt man zu zweit, kann ein Spieler auch mit dem Nunchuk zocken. Die Steuerung ist somit zwar denkbar minimalistisch, aber der Aspekt der einfachen Zugänglichkeit war den Entwicklern offenbar wichtig, denn auch im weiteren Spielverlauf gibt es keine zusätzlichen Kniffe.

Von welchem Entwickler stammt das Spiel eigentlich?
Die Programmierung der Wii-Prügelei hat Ambrella übernommen. Das Entwicklerstudio ist uns schon seit der Nintendo-64-Ära bekannt - da entstand das per Mikrofon spielbare Kinder-Adventure Hey You, Pikachu!. Weitere Projekte waren Pokémon Channel (GameCube), Pokémon Dash (DS) und My Pokémon Ranch (WiiWare). Die Liste der veröffentlichten Titel zeigt, dass Ambrella weit davon entfernt ist, ein großer Pokémon-Entwickler zu sein. Rumble ist immerhin das bislang beste Pokémon-Spiel aus dem Hause Ambrella.

Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (4) Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (4)

Es war einmal eine Zeit, da war das Pokémon-Universum noch nicht mit 493 Monstern überbevölkert. Komplexe Kampf-Animationen vor farbiger Kulisse galten genauso als Zukunftsmusik wie die neuzeitlichen Erfindungen PokéCom und Pokétch. Ebenso kannte noch niemand die Professoren Birk, Lind und Eibe. Warum erzählen wir euch das? Ganz einfach: Das neueste WiiWare-Abenteuer legt einen Rückwärtsgang ein und erteilt euch eine gehörige Lektion in Sachen Pokémon-Historie.

Steuerung einfach, aber gut
Denn anders als bei den letzten Abenteuern gewohnt, sind im neuesten Pokémon Rumble nicht alle Pokémon enthalten. Stattdessen haben die Entwickler von Ambrella fast willkürlich 150 Monster aus der Roten, Blauen, Gelben, Perl-, Diamant- und Platin-Edition ausgewählt. Schwerpunkt bilden aber ganz klar die allerersten Pokémon. Warum es ausgerechnet eine Mischung aus zwei Pokémon-Generationen sein musste und nicht - wie es logischer gewesen wäre - die Monster nach ihrer Anordnung im Pokédex genommen wurden, entzieht sich unserem Verständnis. Aber dieser Aspekt ist gar nicht so sehr entscheidend, wie die ersten Spielminuten zeigen: Wir befinden uns in einem schlauchartigen Areal, steuern unser Pokémon mit dem Digikreuz durchs Level und wehren uns mit den 1- und 2-Tasten gegen die pausenlos anrückenden Pokémon-Horden. Drei Minuten später stehen wir dem gigantischen Tauboss gegenüber und machen das Flattervieh unschädlich, indem wir ihm geschickt ausweichen und im richtigen Moment drauflos schlagen.

Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (5) Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (5)

Nach acht Hieben haben wir es geschafft: Tauboss liegt auf dem Boden und spuckt tonnenweise Münzen aus, die unserem Highscore hinzu addiert werden. Auch alle bis dahin in diesem Abschnitt gesammelten Pokémon-Statuen werden nach dem Ende der Spielrunde auf dem Konto gutgeschrieben und verwandeln sich in spielbare Monster. Allzu viel gibt es zum Gameplay letztlich nicht zu sagen: 150 Monster, maximal zwei Attacken gleichzeitig, das war's auch schon in groben Zügen. Die entsprechend simple Steuerung tut dem Spielerlebnis gut und macht Pokémon Rumble zu einem extrem einsteigerfreundlichen Spiel. Das Gameplay erinnerte uns ein bisschen an Final Fantasy Crystal Chronicles oder - wer schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat - an den NES-Höhlenstreifzug Gauntlet. Und dieser Vergleich ist absolut positiv gemeint!

Zu viert unschlagbar
Seine Stärke spielt Pokémon Rumble aus, wenn zwei, drei oder vier Spieler gemeinsam an einer Wii spielen. Wer nicht genügend Fernbedienungen auf Lager hat, kann sogar Nunchuks anschließen - ein Spieler zockt dann wie gewohnt mit der quer gehaltenen Wii-FB, der andere steuert mit dem Analogstick und den Z- und C-Tasten. Diese kreative, in der Praxis gut zu handhabende Kontrollvariante verdient ein Extralob. Auch der Royal Rumble, in dem man sich nicht nur gegen Gegnerhorden, sondern auch gegen die tickende Uhr wehrt, offenbart im Gegeneinander-Spiel enorme Spaßqualitäten.

Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (6) Screenshots aus Pokémon Rumble für WiiWare (6)

Alle Levels ähnlich aufgebaut
Aufgrund des für ein Download-Spiel hohen Umfangs und des hohen Gaudi-Faktors, sobald sich mehrere Leute vor ihrer Wii versammeln, durchbricht Pokémon Rumble die 80er-Marke in puncto Mehrspielerwertung also definitiv. Dass es nicht zu einem Hitstempel reicht, liegt nicht etwa an der eher lauen Technik, sondern hauptsächlich an mangelnder Abwechslung. Denn so witzig die Action-Keilerei auch sein mag: Irgendwann habt ihr alle Levels gesehen, sämtliche Pokémon gesammelt und jegliche Geheimnisse erkundet. Immerhin verlängert Nintendo den Spielspaß, indem immer wieder neue Codes veröffentlicht werden, die neue Pokémon freischalten. In Japan waren die Aktivierungs-Ziffern zum Beispiel in Fachmagazinen abgedruckt oder wurden in der sonntäglichen Pokémon-TV-Show eingeblendet. Ihr könnt euch sicher sein: Sobald es Pokémon Rumble bei uns gibt, lest ihr die passenden Codes ebenfalls hier auf Videogameszone.de. Dass sich das Herunterladen des ersten Hack&Slay-Abenteuers in der Geschichte der Taschenmonster lohnt, steht außer Zweifel... nicht nur, weil die Inszenierung der "Aquaknarre" noch nie so schön war!

Bildergalerie

Wertung zu Pokémon Scramble (Wii)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Zu viert unschlagbarMotivierender Royal RumbleSteuerung einfach, aber gutController-Teilen ist möglichPokémon via Code freischaltbar
Alle Levels ähnlich aufgebautMitunter zu hektischNicht alle Pokémon enthalten
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