Pokémon Schwarz und Weiß im Test: Optisch optimal; Musik, die ins Ohr geht

Test Christoph Kraus

Seit heute ist Pokémon Schwar und Weiß im Handel erhältlich. In unserem Test verraten wir euch, wie gut das neue Rollenspiel für den Nintendo DS wirklich ist. Gibt's genügend Innovationen oder setzt uns Nintendo ein 08/15-RPG vor? In unserem ausführlichen Review erfahrt ihr es!

Dafür kommen die Effekte gut rüber. Dafür kommen die Effekte gut rüber. Optisch optimal
Aus technischer Sicht hat sich im Vergleich zu den bisherigen Pokémon-Editionen viel getan. Die ganze Spielwelt ist nun in 3D gestaltet. Das fällt zu Beginn des Spiels noch nicht so sehr auf, aber spätestens, wenn ihr die große Hafenstadt Stratos City in der frühen Mittelphase des Spiels erreicht, werdet ihr aus dem Staunen kaum noch herauskommen. Bereits die Himmelspfeilbrücke, die ihr überqueren müsst, um die Metropole zu erreichen, gibt euch einen kleinen Vorgeschmack. Habt ihr schließlich die Stadt selbst erreicht, werdet ihr merken, dass sich diese mitsamt allen Wolkenkratzern um euch herum dreht, während ihr herumlauft. Die große Menge an Passanten in der Stadt ist ein weiteres optisches Schmankerl, das positiv hervorgehoben werden muss. Dabei wird sogar die Tageszeit beachtet: Nachts sind weniger Menschen auf den Straßen unterwegs als tagsüber. Auch auf dem Kampfbildschirm wurde die optische Qualität deutlich verbessert, was sich dadurch zeigt, dass die Pokémon nun keine Standbilder mehr sind, sondern sich bewegen, indem sie beispielsweise von einem Fuß auf den anderen treten oder mit den Öhrchen wackeln. Auch die Kamera bleibt nicht mehr fest montiert, sonder schwenkt über das gesamte Kampfareal und zoomt gelegentlich auf das zurzeit handelnde Pokémon. Die Übersicht bleibt dabei jederzeit erhalten, gleichzeitig bekommen die Duelle aber eine nie da gewesene Dynamik. Und schließlich dürft ihr ab und zu auch eine 3D-gerenderte Zwischensequenz genießen. Diese sind leider sehr selten, sehen aber für Pokémon-Verhältnisse überwältigend gut aus.

Was dieser Typ wohl im Schilde führt? Was dieser Typ wohl im Schilde führt? Musik, die ins Ohr geht
Auch vom Akustischen her gibt es keinen Grund, sich zu beklagen. Die Mischung aus neuen und klassischen Melodien ist perfekt. Bekannte und wiederkehrende Themen wie beispielsweise die Hintergrundmelodien aus den Pokémon Centern und Arenen wurden überarbeitet und sind nun auch in Schwarz & Weiß wieder zu hören. Gleichzeitig wurde jede Route und jede Stadt mit einer neuen gelungenen Hintergrundmusik bedacht, die euch zum Mitpfeifen einlädt und hohen Wiedererkennungswert hat.

Riesengroßer Umfang
Wie schon so oft in der Pokémon-Reihe, kommen auch diesmal wieder zwei Spiele gleichzeitig heraus, die Schwarze und die Weiße Edition. Inhaltlich sind beide Versionen so gut wie identisch – wem es also nur ums Spielen geht, für den reicht es, sich eine der beiden Editionen zu kaufen. Der Unterschied liegt vorwiegend im Pokémon-Bestand: Manche Monster kommen in der Schwarzen Edition nicht wild vor, manche andere nicht in Weiß. Ihr könnt die fehlenden Pokémon dann nur auf euer Modul holen, indem ihr mit einem Spieler tauscht, der die andere Edition besitzt. Außerdem unterscheidet sich das optische Entscheidungsbild mancher Gebiete von Edition zu Edition. So ist Twindrake City, die Heimatstadt des achten Arenaleiters, in Weiß eine beschauliche Altstadt, während ihr in Schwarz in einer übermodernen High-Tech-Siedlung landet. Östlich von Rayono City befindet sich außerdem exklusiv in Schwarz die Schwarze Stadt, eine düstere Metropole, in der euch Trainer mit starken Pokémon auflauern und in deren Mittelpunkt ein Luxuskaufhaus versucht, seltene Items zu überteuerten Preisen an den Mann zu bringen. Spielt ihr hingegen Weiß, erstreckt sich an der gleichen Stelle der Weiße Wald, eine besiedelte Lichtung, die zwar vom Grundprinzip her ähnlich wie die Schwarze Stadt funktioniert, jedoch bedeutend freundlicher aussieht.

Die Umgebungen bestechen durch viele Details. Die Umgebungen bestechen durch viele Details. Viele liebevolle Details
Ob ihr nun aber Schwarz oder Weiß spielt: In beiden Editionen haben die Entwickler viel Liebe zum Detail gezeigt. Das beginnt schon bei unwichtigen Kleinigkeiten, etwa die Bremsspuren auf der Landebahn des Flughafens, die zwar keinerlei Bedeutung für den Spielverlauf haben, einem aufmerksamen Spieler aber positiv ins Auge fallen. Auch der Wechsel der Jahreszeiten ist in erster Linie eine grafische Spielerei. Auf den Spielverlauf wirkt es sich kaum aus, ob nun Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist. Zwar gibt es manche Pokémon, die sich im Winter häufiger blicken lassen als im Sommer, und teilweise verschafft euch ein neues Quartal auch neue Wege, ihr könnt das Spiel aber zu jeder Jahreszeit uneingeschränkt durchspielen. Dennoch ist es optisch ein großer Unterschied, ob ihr nun im Sommer oder im Winter spielt, so dass ihr gern später noch einmal zu einer Route zurückkehrt, die ihr während der heißen Jahreszeit durchstreift habt, nur um zu sehen, wie der gleiche Abschnitt aussieht, wenn er unter einer dicken Schneedecke begraben liegt. Jede Jahreszeit dauert übrigens einen Monat, so dass ein Spieljahr nach durchschnittlich 122 Tagen vorbei ist. Diese kleinen Details tragen mit dazu bei, dass Schwarz & Weiß ohne Übertreibung als die bisher besten Pokémon-Editionen bezeichnet werden können. Ein Übriges dazu tun die 153 neuen Pokémon, die durch neue Typ-Kombinationen auch neue Strategien ermöglichen. Die neuen Kampfsysteme, das Pokémon-Musical und die Kampf-U-Bahn sorgen für wochen- und monatelange Unterhaltung. Für Pokémon-Fans ist das Spiel ein absoluter Pflichtkauf, aber auch, wer generell an Rollenspielen interessiert ist, kann hier nichts falsch machen. Schnappt sie euch alle!

Der Internet-Auftritt als tolle Ergänzung
Seit Ende Januar bietet Nintendo im Internet unter www.pokemon.de einen neuen Anlaufpunkt für alle Pokémon-Fans an. Neben Informationen zu den Videospielen werden auch das Sammelkartenspiel und die Animeserie bedacht, von letzterer dürft ihr euch sogar einige Episoden in voller Länge online ansehen. Zudem habt ihr die Möglichkeit, euch euren eigenen Trainer zu erstellen – anfangs nur mit wenigen Bauteilen, weitere könnt ihr euch jedoch im Trainer-Shop dazu kaufen. Die dazu erforderlichen Münzen könnt ihr in fünf lustigen Flash-Minispielen gewinnen, die auch unabhängig von den Münzen großen Spaß machen und immer wieder zur kleinen Highscore-Jagd für zwischendurch einladen. In einem Spiel müsst ihr beispielsweise Beeren richtig sortieren, die ein Mampfaxo aufs Spielfeld wirft, in einem anderen gilt es, als Chelast möglichst viele Zielscheiben abzuschießen. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wird zur Veröffentlichung von Schwarz & Weiß oder kurz danach auch der Global Link in die neue Pokémon-Webseite integriert – für die englische Version wurde das bereits bestätigt, und da die deutsche Homepage bis auf die Sprache identisch mit ihrem englischen Pendant ist, stehen die Chancen sehr gut. Der Global Link ist eine weltweite Rangliste der Pokémon-Spieler und bietet zudem die Traumwelt, wo ihr die Möglichkeit habt, in Minispielen neue Pokémon zu fangen, die sich hinterher auf euer Spielmodul übertragen lassen. Doch auch ohne Global Link bietet www.pokemon.de bereits jetzt genug Unterhaltung für mehr als nur einen langen Abend.

Bildergalerie

Wertung zu Pokémon Schwarz und Weiß (NDS)

Wertung:

90 /10
Pro & Contra
153 + 3 neue PokémonGroße neue SpielweltRundum erneuerte 3D-GrafikSpannende neue KampfmodiVideo-Chat-FunktionSehr hohe Langzeitmotivation
Gewöhnungsbedürftige neue PokémonAbwärtskompatibilitätWenige Aktionsmöglichkeiten
Fazit

Die (gemessen an der Zahl an Monstern) umfangreichsten Pokémon-Editionen aller Zeiten sind gleichzeitig auch die qualitativ besten!

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