Vorsicht vor Lizenzgurken: Starke Lizenzen, schrottige Games - Doch es gibt Ausnahmen
Gute und schlechte Filmspiele - Wir zeigen beide Seiten der Medaille
Ihr kennt diese Situation bestimmt. Ein Film, den ihr gerade im Kino gesehen habt, gefällt euch so sehr, dass ihr danach schnurstraks loszieht, um das Abenteuer mithilfe des dazu passenden Videospiels fortzusetzen. Nach anfänglicher Freude, weicht diese aber schon bald elendem Frust. Solche Spiele sind meist einfach nur Schrott. Denn erfahrungsgemäß fließt bei der Entwicklung nur ein Bruchteil des Budgets in das eigentliche Spiel. Die kostspielige Lizenzierung verschlingt den Rest - das gilt nicht nur für Kinofilme.
Ein abschreckendes Beispiel ist Iron Man 2. Schon der Vorgänger war eine echte Spielspaßgurke und nervte mit monotonen Gameplay und schwacher Grafik. Die Presse reagierte dementsprechend mit niedrigen Wertungen. Die Kritik fand allerdings kein Gehör. Das Sequel siedelt auf einem qualitätstechnisch ähnlich niedrigen Niveau an. Egal wohin das Budget gefloßen ist, in die Verbesserung sicher nicht.
Natürlich sind nicht nur mangelnde finanzielle Mittel Schuld an schlechten Videospieladaptionen von Filmvorlagen. Häufig steht den Entwicklern nur ein enges Zeitfenster für die Programmierung, das Design und Feintuning zur Verfügung. Shiny Entertainment, die kreativen Köpfe hinter Enter the Matrix, mussten diese bittere Erfahrung machen. Dabei klang ihr Konzept äußerst vielversprechend: Enter the Matrix sollte die Storylücken zwischen den letzten beiden Kinostreifen schließen. Dafür wurden eigens von den Regisseuren des Actioners eine Stunde zusätzliches Filmmaterial produziert. Entwicklerlegende David Perry und seine Mannen standen jedoch vielen Problemen gegenüber. So mussten die Jungs bis zum offiziellen Start von Matrix: Reloaded vier Umsetzungen (PlayStation 2, Xbox, GameCube und PC) programmieren. Die Folge des enormen Zeitdrucks: Enter the Matrix wirkte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unfertig und war voller Bugs.
Gibt es sie also, die guten Filmversoftungen? Diese Frage lässt sich nach längerer Recherche mit einem klaren "Ja" beantworten. King Kong, aus dem Hause Ubisoft, ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Adaption. Zwar war auch das Action-Adventure nicht ohne Tadel und sorgte mit repetitiven Gameplay für den ein oder anderen Gähnanfall. Dafür entschädigte aber die erstklassige Präsentation und handwerklich solide Programmierung. Keinen Grund zur Beanstandung gab es bei Riddick: Escape from Butcher Bay. Das Spiel basiert auf den erfolgreichen Kinofilmen des Actionstars Vin Diesel und überraschte die Gaming-Community mit seiner packenden Atmosphäre und großartigen Grafik. Wohl auch, weil den Titel niemand auf der Rechnug hatte.
Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Manch Entwicklerteam scheint diese Binsenweisheit besonders ernst zu nehmen. Die Jungs von Rocksteady Studios hatten von mittelprächtigen Batman-Videospielen die Schnauze voll und schufen auf Grundlage der Comic-Lizenz ein eigenes Abenteuer des dunklen Ritters. Batman: Arkham Asylum wurde zu einem der besten Videospiele des letzten Jahres. Die Presse überschlug sich mit Lob, die Spieler heulten Freudentränen. So müssen künftige Lizenztitel aussehen. Dann verschwindet eines Tages das ungeschriebene Gesetz von den schlechten Lizenzspielen aus unseren Köpfen - und damit die Skepsis.
Die Tops und Flops der Videospieladaptionen findet ihr in unserer Galerie unterhalb dieser Zeilen. Sollte Ihr Liebling fehlen, würden wir uns über einen Kommentar freuen.
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Zitat:
"Der kommende Ego-Shooter[...]"