Crossover: Das Beste aus mehreren Genres vereint - oder das Schlechteste
Heavy Rain, Little Big Planet und Spore: Alles gute Spiele. Doch nicht immer weiß der wilde Genre-Cocktail zu gefallen.
Als Deus Ex anno 2000 in den Handel kam, überschlug sich die Presse mit Lobeshymnen. Der Ego-Shooter erzählte eine spannende Geschichte von Verrat und Verschwörung, hauptsächtlich transportiert über fein geschliffene Dialoge. Nicht selten konnte man Einfluss auf den Ausgang eines Gesprächs nehmen und so unter Umständen nervenaufreibende Kämpfe vermeiden. Dabei passen die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten und die Art der Story-Inszenierung so gar nicht das Schema des typischen Ego-Shooters. Kein Wunder, bedient sich Deus Ex doch geradezu vorbildlich der Charakteristika von Rollenspielen. Ohne diese Anleihen wäre aus dem Spiel sicher nicht das zeitlose Meisterwerk geworden, das es heute ist. Deus Ex eignet sich daher hervorragend als Musterbeispiel für eine gelungene Verschmelzung verschiedener Genres.
Heute sind die so genannten Rollenspiel-Shooter aus der Spielelandschaft einfach nicht mehr wegzudenken. Erst kürzlich wagte Gearbox mit Borderlands den Versuch, das süchtigmachende Spielkonzept eines Diablo mit schnörkelloser Baller-Action zu verbinden. Das Experiment zahlte sich aus: Binnen weniger Monate gingen weltweit über zwei Millionen Exemplare über die Ladentheke. Angesichts dieser Zahlen dürften dem Publisher Take Two Freudentränen gekommen sein, gerade in der aktuell eher prekären weltwirtschaftlichen Lage. Anders erging es dem Echtzeit-Strategietitel Command & Conquer 4. Der voraussichtlich letzte Abstecher ins Tiberium-Universum setzt neuerdings auf Rollenspielelemente. Gewonnene Missionen ließen den Erfahrungspunktebalken in die Höhe schnellen. Nach einem Level Up schaltete das Spiel frische Einheiten und Technologien frei. Dem umgekrempelten Konzept zum Trotz: Die Spieler ließen den C&C 4 in den Händlerregalen stehen.
In eine neue Dimension stößt der PS3-Blockbuster Heavy Rain vor. Zwar gab es bereits vorher mit Fahrenheit und Dragon's Lair Vertreter, bei denen die Medien Film und Videospiel eine Symbiose eingingen; Heavy Rain setzt dem Ganzen aber die Krone auf. Die Dramaturgie eines Kinofilms wurde mithilfe von zahlreichen Stilmitteln (etwa Splitscreen) exzellent ins Spiel übertragen. Vollends überzeugen konnte Heavy Rain aber nicht. Die eigenwillige Mixtur aus Erkunden und fummeligen Quick-Time-Events ergaben in der Summe fehlenden Anspruch. Viele Core-Gamer sehen in dem interaktiven Drama nur ein zweitklassiges Spiel. Die Zukunft hält weitere spannende Genremixturen für die Zocker bereit. Mit Rage steht 2011 ein Ego-Shooter in den Startlöchern, der nicht nur einen flinken Abzugsfinger voraussetzt, sondern auch einen Bleifuss. Hin und wieder muss sich der Spieler hinter das Steuer eines Wüstenflitzers klemmen und das Fahrerfeld von hinten aufräumen.
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Ebenfalss nett, sehr nett^^, finde ich Sakura Wars, so long my love und Rune Factory.
Aber die Menschheit ist eben nicht offen für Neues. Zu der Zeit wollte man wohl eher den 349.058. Zweite-Weltkrieg-Shooter... spannend...