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OnLive: Streaming-Service startet im Juni; monatliche Gebühren enthüllt; Fotos von Konsole und GDC-Präsentation

11.03.2010 12:40 Uhr
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Auf der GDC 2010 wurde einmal mehr OnLive vorgestellt. Dieses Mal allerdings mit konkreteren Details: Der Streaming-Service soll im Juni in den USA starten; die monatliche Gebühr wurde ebenfalls enthüllt.

OnLive-Präsentation auf der GDC 2010 OnLive-Präsentation auf der GDC 2010 Im Rahmen der GamesBeat-Minikonferenz auf der GDC stellte OnLive-Chef Steve Perlman einmal mehr den gleichnamigen Online-Dienst vor, mit dem selbst hardwarehungrige Spiele auf einfachsten PCs, Macs und sogar Fernsehern laufen sollen. Der Trick: Sämtliche Titel laufen auf den maximal 1000 Meilen entfernten OnLive-Servern und werden mit unmerklicher Verzögerung auf die Bildschirme der Dienst-Mitglieder gestreamt. OnLive feierte bereits auf der GDC 2009 Premiere, doch mit weiteren Neuigkeiten war es danach dünn gesät. Dieses Jahr sah es anders aus. Mit der Ankündigung, dass OnLive am 17. Juni 2010 starten werde, nannte Steve Perlman endlich einmal konkrete Zahlen. Und fügte hinzu, dass die Kosten 14,95 US-Dollar pro Monat betragen werden. Damit hat man jedoch erst mal "nur" Zugriff auf den Dienst, ein Spielerprofil, das Ausprobieren von Demos und eine höchst interaktive Freundesliste inklusive. Was dann Spiele großer Hersteller wie EA, Ubisoft, Take Two oder THQ kosten werden, wollte Perlman noch nicht verraten. Wohl aber, dass OnLive zunächst nur auf den 48 kontinentalen US-Staaten startet - die Datenzentren in San Francisco, Dallas, Atlanta, Chicago und Washington, D..C. dürfen nicht mehr als 1000 Meilen oder 1600 Kilometer von den Benutzern entfernt sein.

OnLive-Präsentation auf der GDC 2010 (2) OnLive-Präsentation auf der GDC 2010 (2) Die geforderten Bandbreiten für den Instant-Spielspaß sind relativ moderat. Für Spiele in Standardauflösung werden 1,5 MBit/Sekunde, für solche in HDTV 5 Mbit/Sekunde gefordert. In den USA sind über 71 Prozent aller Haushalte mit zwei und mehr, über 26 Prozent aller Haushalte fünf und mehr MBit/Sekunde ans Internet angebunden. Wählt man dann ein Spiel aus, entweder per Browser-Plugin auf PC und Mac oder mit der zigarrenschachtelgroßen OnLive-Konsole (Markenzeichen: Ethernet rein, HDMI raus), startet dieses ohne Wartepause sofort - und lässt sich auch jederzeit speichern und dann auf jedem beliebigen anderen OnLive-System wieder laden und weiter spielen. Als besonderen Kracher startete Steve Perlman den Hardwareschreck Crysis ohne Ruckeleien auf einem iPhone - und der Shooter sah so aus wie auf den üblichen Konsolen-Verdächtigen. Über die Bedienung kann man sich streiten, als Fallstudie der OnLive-Möglichkeiten ist das natürlich der Hammer.

Der Controller und die Micro-Konsole für den Streaming-Service OnLive Der Controller und die Micro-Konsole für den Streaming-Service OnLive Für Hersteller ist OnLive natürlich attraktiv: keine Raubkopierer oder Verkäufe gebrauchter Spiele, die den Publishern den Gewinn schmälern, viel bessere Gewinnspannen (doppelt so viele Publisher-Einnahmen, wobei ein Drittel der Gewinne als Gebühr an OnLive geht. Für Spieler ist der Dienst spannend, weil damit das Aufrüsten von Komponenten nicht mehr vor Ort, sondern in den Datenzentren von OnLive passiert. Spezialcontroller, Gestensteuerung und Auflösungen von 1080p60 sind noch genauso Zukunftsmusik wie ein fixer deutscher Starttermin, der noch in diesem Jahr verkündet werden soll. Eine weitere Verschiebung kann sich Perlman ein zweites Mal aber nicht mehr erlauben. Eins steht jedenfalls fest: Wenn OnLive so gut wird, wie es auf der diesjährigen GDC aussah, und damit genug Kunden in seinen Bann schlagen kann, könnte das einen großen Paradigmenwechsel zur Folge haben und den Übergang von physikalischen Medien hin zum reinen Download ordentlich beschleunigen. Für 900 US-Dollar, die der Spaß fünf Jahre lang kostet, bekommt man schließlich keinen PC, der stets auf der Höhe der Zeit liegt.

Fotos und Bilder zu OnLive:

Moderation
11.03.2010 12:40 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
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14.03.2010 03:50 Uhr
Au ja, das hört sich toll an!

Und wenn es dann den deutschen OnLive-Service gibt, werden wie im deutschen PS Store keine 18er Titel wegen dem Jugendschutz zur Verfügung stehen.

Bye bye Ego-Shooter, hallo Zukunft!  


Das Handbuch kostet dann bei jedem Spiel bestimmt extra ...
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
12.03.2010 16:12 Uhr
Ein großes Problem ist meiner Meinung nach die Ungewissheit, ob ich die Spiele in 2, 5 oder 10 Jahren noch spielen kann. Stehen die Server dann noch? Ist die Firma bereits in Konkurs?

Außerdem ist es recht teuer. Für 15€ im Monat (ohne Spiele!) kann ich mir einen guten Gamer PC erhalten.

Ich kann mir weiters nicht vorstellen, dass das ganze flüssig, ruckelfrei und in guter Grafikqualität+ Auflösung funktioniert.
FullHD wird wohl nicht möglich sein (Alleine weil man dafür mindestens eine 16k Leitung bräuchte, was viele wohl noch nicht haben) und der Ping wird wohl >100 sein, Shooter werden so nur eingeschränkt möglich sein.
Erfahrener Benutzer
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12.03.2010 10:08 Uhr
Auch wenn mich OnLive ebenfalls nicht begeistern kann, finde ich folgende Aussage irgendwie merkwürdig.

Zitat: (Original von Retro-Fan am 11.03.2010 20:34)

Beim PSN und XBL könnte ich mir zwar durchaus vorstellen, dass Sony als auch Microsoft ihre Dienste für die weiteren Generation, vielleicht sogar komplett andere Entwicklungen weiter verwenden (360, W7 und WM7 sind ja schon untereinander vernetzbar), doch auch hier besteht die Gefahr, dass wenn ich ein Spiel oder eine Erweiterung gelöscht habe, welche ich im Netz erworben habe, von jetzt auf gleich von den Servern entfernt wird, wodurch auch kein weiterer Download mehr machbar ist.


Was denkst du, wo du deine CD, DVD, BluRay wieder herbekommst, wenn du sie in den Müll wirfst? Es ist im Grunde genau dasselbe. Du hast keinen Platz mehr (Kapazität Festplatte; räumlicher Platz im Haus) und löst dich erstmal von dem Spiel. (löschen; wegwerfen)
Benutzer
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12.03.2010 10:00 Uhr
@Stoneraider:

Selbstverständlich darfst Du mit Deinem erworbenen Datenträger tun was Du willst. Ob Du es zerstörst, Dir in den Allerwertesten steckst, oder sonstiges (solange es keine Rechte des Rechtevergebers angreift). Es geht hier ja lediglich um die Lizenz. Das war der Hauptgrund meiner Aussage.

@ParakoopaReloaded:

Warum just failed?
Erfahrener Benutzer
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11.03.2010 20:34 Uhr
Ob nur eine Lizenz zur Nutzung, trotz eines Datenträgers, Handbuchs und Verpackung, oder ob kompletter Besitzer ist mir relativ egal.
Bei einem Spiel/Film/Lied auf Scheibe/Modul bin ICH der Herr der Lage, und kann entscheiden wann ich es hören will, oder ob ich das Produkt gegen etwas weniger Geld wieder verkaufen möchte.

Bei Diensten wie es eben OnLive, oder auch Steam, WiiWare, PSN, oder auch XBL sind, erwirbt man zwar das komplette Produkt, wenn auch nur in Datenform, jedoch kann mir keiner garantieren, dass diese Dienste nicht von heute auf morgen einfach eingestellt werden, womit das verwenden der erworbenen Inhalte auf (im Fall der Konsolen) späteren Systemen unmöglich wäre.

Beim PSN und XBL könnte ich mir zwar durchaus vorstellen, dass Sony als auch Microsoft ihre Dienste für die weiteren Generation, vielleicht sogar komplett andere Entwicklungen weiter verwenden (360, W7 und WM7 sind ja schon untereinander vernetzbar), doch auch hier besteht die Gefahr, dass wenn ich ein Spiel oder eine Erweiterung gelöscht habe, welche ich im Netz erworben habe, von jetzt auf gleich von den Servern entfernt wird, wodurch auch kein weiterer Download mehr machbar ist.

Die Leute sind zu Recht skeptisch, was solche Plattformen anbelangt, und auch wenn ich selber denke, dass es ein paar interessante Aspekte bei OnLive gibt, so schließe auch ich mich der Meinung von dsr und lox an, dass die Zeit für etwas einfach noch nicht reif ist.