Top-Test im Februar: Okami

Test

Die Kämpfe sind einsteigerfreundlich gehalten. Den Schutzschild durchbrechen Sie per Pinselhieb. 
BILD: PLAYZONE Die Kämpfe sind einsteigerfreundlich gehalten. Den Schutzschild durchbrechen Sie per Pinselhieb. BILD: PLAYZONE Belohnungen gibt es in Form von Erfahrungspunkten, mit denen Sie Ihre Grundwerte verbessern (Angriffskraft, Lebensenergie, Tinte usw.). Die farbenfrohe Welt ist gespickt mit solcherlei liebevoll gestalteten Nebenaufgaben, sodass Sie leicht Gefahr laufen, sich in ihr zu verlieren. Es können schon mal durch Sidequests geschwängerte Stunden vergehen, bis Sie weiter dem Hauptstrang folgen.

Dieser präsentiert sich inhaltlich minimalistisch und entfaltet dennoch seine Wirkung. Die Zwischensequenzen sind packend und rasant inszeniert (hier kommt Viewtiful Joe-Feeling auf), werden jedoch sprachlich nur mit einem Fantasy-Gebrabbel unterlegt. Das lädt natürlich enorm zum Fantasieren ein, die Tonlage jedoch trifft nicht jedermanns Geschmack. Zudem lassen sich die geschwätzigen Dialoge nicht immer weiterklicken und laufen in einem gemächlichen Tempo ab.
Im Gegensatz dazu gehen die Kämpfe flott und eingängig vonstatten.

Den Großteil der Gefechte werden Sie den X-Knopf malträtieren, bei bestimmten Gegnertypen sind Ihre Malkünste gefragt. Tauchen Sie Ihre Kontrahenten in Tinte, um sie kurzzeitig kampfunfähig zu machen, oder lassen Sie Bäume aus dem Boden sprießen, um sie zu verwirren. Die Bosskämpfe laufen da schon komplexer ab. Verwenden Sie eine oder mehrere Maltechniken gleichzeitig, um die leicht auffindbaren Schwachpunkte der Bosse auszunutzen.

Ein Traum in Tusche

BILD: PLAYZONE BILD: PLAYZONE Dass Grafik auch eine Kunstform darstellen kann, beweisen uns die "Creativity lover" (Clover) eindrucksvoll. Eine derart liebevoll ausgeschmückte Nippon-Welt gab es noch auf keiner Konsole zu entdecken. Cel-Shading erlebte auf der PS2 seinen Durchbruch, in Okami gipfelt es in seinem Höhepunkt. Ständig blitzt und funkelt die virtuelle Tusche und fügt den japanischen Bilderbuch-Grafikstil zu einem homogenen Ganzen zusammen.

Dabei läuft das Geschehen erstaunlich flüssig ab, in Ausnahmefällen geht die Framerate in die Knie. Auf die Knie müssen wir vor den Cel-Shading-Künstlern der Clover Studios fallen. Dermaßen frisch und inspiriert wirkte selten ein Grafikstil auf der leicht angestaubten PS2. Der vielfältige und atmosphärische, aber nie aufdringliche Soundtrack rundet das audiovisuelle Vergnügen zu einem einzigartigen Erlebnis ab.

Wertung zu Okami (PS2)

Wertung:

90 /10
Pro & Contra
Kreatives PinselfeatureEinzigartige, homogene GrafikRiesige SpielweltSympathische Charaktere
Fazit

Traumhaftes Abenteuer mit toll ausstaffierter Spielwelt und vorbildlichem Pinselfeature. Ein Ausnahmetitel!

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