Inhaltsverzeichnis:
1. Seite - Die Bullen kommen
2. Seite - Statussymbole
3. Seite - Echte Schönheiten
4. Seite - Xbox Live - was taugen die Online-Modi?
5. Seite - Foto-Modus, Wertung und Fazit
Stolze 14 Jahre hat die Need for Speed-Reihe mittlerweile auf dem Buckel und auch etliche Höhen und Tiefen hinter sich. Der letzte Teil Need for Speed Pro Street schwächelte beispielsweise. Vielleicht haben sich die Entwickler deswegen im neuesten Teil Need for Speed Undercover wieder auf alte Stärken der Serie besonnen.
Quelle: Computec Media AG
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Handlungen in Rennspielen sind eine Seltenheit, NfS Undercover kann dennoch mit einer aufwarten. Als Undercover-Cop werdet ihr in die illegale Rennszene der erfundenen Region Tri-City Bay eingeschleust, um ein Netzwerk von Autoschiebern auffliegen zu lassen. Ihr steht in ständigem Funkkontakt mit eurer Einsatzleiterin, die euch darauf hinweist, wenn Renn-Events anstehen, die ihr für die Fortsetzung der Handlung zwingend bestreiten müsst. Es ist allerdings nicht möglich, ein Story-Rennen nach dem anderen zu absolvieren. Diese schaltet ihr erst frei, wenn ihr in normalen Rennen euren Ruf durch Siege verbessert. Ihr könnt an Wettbewerben teilnehmen, indem ihr die Karte aufruft und euch einen aussucht. Leider wird das Aufrufen der Karte zur Geduldsprobe, da es eine Zeitlang dauert, bis diese geladen ist. Immerhin könnt ihr dann aber auf Knopfdruck ein Rennen starten, ohne erst weite Wege zum Start zurücklegen zu müssen. Zudem dürft ihr auch einfach nur durch Tri-City Bay cruisen und jederzeit an dem Rennen teilnehmen, das eurer Position am nähesten liegt.
Der Dominator
Um aus einem Rennen als Sieger hervorzugehen, müsst ihr als Erster die Ziellinie überqueren. Doch damit nicht genug. In jedem Rennen gibt es auch eine Bestzeit zu schlagen, die sogenannte Dominanz-Zeit. Unterbietet ihr diese, verbessert ihr euer sogenanntes Fahrerkönnen. In Need for Speed Undercover rast ihr nämlich nicht nur mit euren Kontrahenten um die Wette, um euren Kontostand und euren Ruf zu verbessern: Knackt ihr in einem Wettkampf eine Dominanz-Zeit, verbessert sich eines von zehn Fahrerkönnen-Attributen. Es handelt sich unter anderem um die Attribute Motor, Getriebe, Nitro, Aufladung, Fahrwerk, Bremsen und Reifen. In diesen sieben Rubriken könnt ihr im Spiel auch die Leistungen eurer Fahrzeuge tunen. Schafft ihr es beispielsweise, euren Fahrerkönnen-Wert Nitro auf zehn Prozent zu erhöhen, dann werden zur Leistungsfähigkeit eures Turbos eben noch mal zehn Prozent dazugerechnet. Es kommt also nicht nur darauf an, sich ein schnelles Auto zu kaufen und dieses zu tunen. Nur wenn ihr eure sieben Fahrerkönnen-Werte hochlevelt, holt ihr das Maximum aus jedem Fahrzeug heraus. Need for Speed Undercover verfügt somit sogar über Rollenspiel-Elemente.
Quelle: Computec Media AG
Euer erstes Auto im Karrieremodus ist dieser unspektakuläre Nissan 240 SX.
Damit es euch beim Hochleveln eures Fahrerkönnens nicht langweilig wird, sorgen neben den Story-Rennen acht verschiedene Renn-Modi für Abwechslung. Herkömmliche Sprint-, Checkpoint- und Rundkurs-Rennen gehören zum Standardprogramm, etwas ausgefallener sind die sogenannten Outrun-Duelle. In diesen wird von euch verlangt, einen Gegner zu überholen und für einen vorgegebenen Zeitraum in Führung zu bleiben. Am meisten Spaß machten uns allerdings die Highway-Battles. Dabei handelt es sich um Hochgeschwindigkeitsduelle auf dem Highway in der Stoßstangen-Perspektive. Ihr gewinnt einen Highway-Battle, indem ihr euren Gegner überholt und ihm 300 Meter weit enteilt. Da sich in Need for Speed Undercover stets auch andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße tummeln, müsst ihr häufig reaktionsschnell ausweichen und Nervenkitzel pur ist angesagt.
Die Bullen kommen
Darüber hinaus feiern in Undercover Verfolgungsjagden mit den Cops ihr Comeback. Leistet ihr euch zu viele Verstöße gegen die Verkehrsregeln, füllt sich eine Anzeige. Je häufiger sich diese auflädt, desto aufmerksamer werden die Ordnungshüter. Diese lassen sich noch dazu nicht einfach abschütteln, indem ihr ihnen davonbraust. Vielmehr müsst ihr in sogenannte Verfolgungsstopper hineinrasen. Dabei handelt es sich beispielsweise um riesige Strommasten oder Brückenpfeiler, die ihr umfahren könnt. In einer kurzen Zwischensequenz seht ihr die Verfolgungsstopper dann jeweils einstürzen und einige Polizeifahrzeuge unter sich begraben. Seid ihr anschließend aus dem Blickfeld der Bullen entkommen, müsst ihr euch nur noch für eine kurze Zeitspanne in Sicherheit aufhalten, ohne gesehen zu werden, und ihr habt eure Verfolger endgültig abgehängt. Die Polizei heftet sich sogar hin und wieder an eure Fersen, wenn ihr einfach nur in der Stadt herumcruist oder auch in Story-Rennen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch die drei Spielmodi Flucht, Sachschaden und "Cops ausschalten". In diesen spielt ihr jeweils Räuber und Gendarm mit den Hütern des Gesetzes.
Quelle: Computec Media AG
Haben es erst mal so viele Cops auf euch abgesehen, gestaltet sich die Flucht etwas kompliziert.
Bedauerlicherweise gibt es bei der Spielmechanik von Need for Speed Undercover einen entscheidenden Kritikpunkt. Die künstliche Intelligenz eurer Konkurrenten und Verfolger verhält sich nach dem Gummiband-Prinzip. Dies bedeutet, dass euch das Spiel selbst nach Patzern regelmäßig wieder eine Chance gibt, an die Führenden in einem Rennen heranzukommen. Leider gilt dieses Prinzip aber auch für eure Verfolger. Vor dem Ende jedes Rennens schließen diese häufig auf wundersame Weise wieder zu euch auf. Besonders ärgerlich ist dies in den Verfolgungsjagden mit der Polizei, da euch diese selbst mit unterlegenen Fahrzeugen permanent am Heck kleben. Spätestens wenn euer Fahrerkönnen die Stufe 12 erreicht und ihr Rennen dieser Kategorie bestreiten dürft, werdet ihr das Gummiband-Konzept verfluchen. Zahlreiche Frustmomente sind dann nämlich vorprogrammiert. Rennspiel-Experten werden mit den knallharten Cop-Duellen durchaus ihren Spaß haben. Noch dazu macht die Fahrphysik sämtlicher Vehikel einen sehr authentischen Eindruck und das Geschwindigkeitsgefühl ist ebenfalls durchaus ordentlich.
Licht und Schatten
Nimmt man die grafische Umsetzung von Need for Speed Undercover unter die Lupe, erwarten euch keine großen Überraschungen. Das Spiel bietet jede Menge Augenschmaus in Form von sehr schönen Fahrzeugmodellen oder Lichteffekten wie gleißendes Sonnenlicht. Dafür sehen die Umgebungstexturen bei genauem Hinsehen extrem matschig aus und zudem ruckelt auch das neueste Need for Speed munter vor sich hin, wie man es von der Serie schon immer kennt. Größtenteils bleibt die Action zwar spielbar, in besonders wilden Verfolgungsjagden mit einem knappen Dutzend Polizeiautos im Schlepptau bricht die Bildrate aber regelmäßig drastisch ein. Zudem sei die Eintönigkeit des Grafikstils erwähnt. Der Großteil der Duelle findet bei gleißendem Sonnenlicht statt, von Tag-und-Nacht-Wechseln oder gar Wetterumschwüngen fehlt leider jede Spur. Bedauerlicherweise poppen obendrein regelmäßig Texturen auf, hin und wieder sogar Monster-Pop-ups der Strecken-Texturen. Vorbildliche Arbeit haben die Macher dafür im Soundbereich geleistet. Wie von der Serie gewohnt, trällern jede Menge saucoole Lieder aus den Lautsprechern und sogar die deutsche Sprachausgabe hört sich gut an. Lediglich einige Motorensounds diverser Vehikel sind etwas schwach auf der Brust.
