Need for Speed: Carbon
Bei den Massenrennen helfen euch häufig die eigenen Crewmitglieder.
Und nicht nur das. Mit etwas Glück erhalten Sie nach dem siegreichen Duell den gegnerischen Fahrzeugschein oder eine Bonuskarte, mit der Sie bei einer Verhaftung den Weg ins Kittchen vermeiden. Allerdings werden Sie davon wohl weniger Gebrauch machen müssen als in Most Wanted, denn obwohl die Polizei erneut auf Streife ist, spielt sie eine weniger wichtige Rolle.
Schon in Ihrer Kindheit haben Sie gelernt, dass Sie nachts nicht allein auf die Straße sollen und deshalb steht Ihnen jederzeit eine kompetente und rennerfahrene Crew zur Seite. Dabei haben diese sowohl auf als auch neben der Strecke spezielle Fähigkeiten. Während der Rennen finden die sogenannten Scouts versteckte Abkürzungen, Blocker schneiden der Konkurrenz den Weg ab, und Drafter sorgen durch geschicktes Windschattenfahren für einen wertvollen Geschwindigkeitsvorteil.
In der heimischen Garage sind besonders die Mechaniker nützlich. Diese sorgen dafür, dass Sie neben herkömmlichem 08/15-Tuning wie besseres Fahrwerk, mehr Motorleistung oder diverse optische Effekte einzelne Anbauteile nach Ihren persönlichen Vorstellungen formen können. Mit dem Autosculpt-Feature bestimmen Sie beispielsweise die Lufteinlässe der Motorhaube oder auch die Form des Frontspoilers - Individualität ist wie immer Trumpf. Neuerdings schrauben Sie nicht mehr nur an japanischen Tuningautos wie dem Nissan Skyline, Mazda RX-8 oder Toyota Supra und diversen Exoten wie dem Lamborghini Murcielago oder dem Lotus Elise, sondern auch an Muscle Cars, darunter auch der Ford Shelby GT500 und die Dodge Viper SRT-10.
Spätestens seit Need for Speed: Underground steht die Serie für die spielerische Inkarnation der internationalen Tuningszene und begeistert Rennspielfans besonders durch die stylische Inszenierung. Aufwendige Videosequenzen und die Vorstellungen der Crew-Mitglieder, die einem MTV-Clip ähneln, vermitteln schnell hippen Underground-Flair. Die zahlreichen Anspielungen auf die The Fast and the Furious-Filme, insbesondere den letzten Teil Tokyo Drift, runden die Atmosphäre zusätzlich ab. Electronic Arts brennt in Need for Speed: Carbon ein visuelles Feuerwerk ab, zumindest wenn es um die vielen Lichteffekte geht, die durch Reklametafeln, Scheinwerfer und Laternen verursacht werden. Allerdings erkaufen sich die Entwickler die Effekte mit minimalen Performanceeinbrüchen und vereinzelten Pop-ups, vor allem auf HD-TVs.
Man wird das Gefühl nicht los, als hätte EA Need for Speed: Most Wanted lediglich ein kleines Facelifting verpasst. Die wenigen Neuerungen wie Ihre Wingmen, das Autosculpt-Feature oder die Drift-Events wirken sich leider kaum auf den Spielverlauf aus. Schade, denn besonders aus der Idee einer eigenen Crew hätte man wesentlich mehr machen müssen. Zusätzlich hat sich der Umfang deutlich reduziert. Nach knapp 15 Stunden sind Sie auch in Newport die Nummer 1. Und doch übt Need for Speed: Carbon die typische Faszination aus: effektvolle Inszenierung, coole Videosequenzen, jede Menge Tuning und eine superbe Spielbarkeit!