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  • Need for Speed in der Filmkritik: Der Film zum Rennspiel erleidet Achsbruch

    Drei große Namen treffen aufeinander: Need for Speed, Dreamworks Pictures und Aaron Paul. Doch zu viele Köche verderben den Brei. Der Need for Speed-Film fühlt sich an wie eine hastig abgedrehte, billige Kopie von Fast & Furious und schafft es nicht, eigene Akzente zu setzen. Von Gamezone-Redakteur Sandro Odak.

    Über 140 Millionen Mal haben Gamer zu einer Schachtel gegriffen, auf der Need for Speed stand. Seit dem Start der Rennspielserie steht der Markenname für geradlinige, tolle Straßenrennen gegen die Polizei. Die Marke ist einer der Grundpfeiler des Films und basiert auf der Annahme, dass man aus einer Rennspielserie, die zuweilen eher für ihre Detailversessenheit beim Autos Pimpen bekannt ist und nicht für Story und Tiefgang, auch guten Filmstoff machen kann.

    Der andere Grundpfeiler ist Aaron Paul. Der Schauspieler ist seit dem durchschlagenden Erfolg der Meth-Koch-Serie Breaking Bad ein internationaler Star. Wenn man Need for Speed als billige Fast & Furious Kopie versteht – und das ist sie – dann ist Aaron Paul der Vin Diesel des Films. Ein Charakterkopf, der die Rolle einer Rampensau einnimmt? Schon hier hätten die Alarmglocken klingeln müssen!

    02:32
    Need for Speed: Zweiter deutscher Trailer zum Kinofilm

    Unlogisches, dramaturgisch fragwürdiges Roadmovie

    Um die Geschichte von Need for Speed zu umreißen, muss selbst der Film weit ausholen. Tobey Marshall (Aaron Paul) ist ein kleiner Mechaniker und Muscle-Car-Fan, der sich und seine Schrauberbude mit illegalen Straßenrennen über Wasser hält. Für Kleinstadt-Raser ist die Truppe gut aufgestellt: Autokonstrukteur Benny (Scott Mescudi) steigt in eine Cessna und leitet Marshall aus der Luft durch die kleinsten Gassen und den dichtesten Verkehr. Doch mit den Preisgeldern in der "Little League" kann er die Werkstatt nicht halten. Um sie zu retten, lässt er sich auf einen Deal mit NASCAR-Star Dino Brewster (Dominic Cooper) ein. Es kommt zum Rennen, in dem einer von Tobeys besten Freunden stirbt – und Brewster hängt ihm einen Mord an.

    Als Tobey zwei Jahre später aus dem Knast raus kommt, verfolgt er nur noch einen Plan: Brewster entblößen und den Tod des Freundes rächen… In einem Autorennen! Kein Scherz. Er will nicht den wahren Mörder seines Kumpels stellen oder seine Unschuld beweisen, sondern nur das legendäre Untergrundrennen De Leon einsacken. Doch schnelle Rennautos sind teuer, gut dass er aus seiner Zeit vor dem Gefängnis noch Kontakte zu Superreichen hat, die ohne Rückfragen und Garantien einen drei Millionen Dollar teuren Wagen in die Hände eines Ex-Knackis geben. Naja, ganz ohne Rückfragen geht es auch nicht: Der reiche Gönner stellt Marshall seine Rennassistentin zur Verfügung, die wunderschöne Blondine Julia Maddon (Imogen Poots). Und plötzlich weiß man auch als Zuschauer nicht mehr, wo die richtige Romanze stattfindet: Ist es die offensichtlich knisternde Erotik zwischen Maddon und Marshall, als die zwei in 45 Stunden von New York nach San Francisco fahren müssen. Oder doch die Beziehung zwischen Marshall und seiner Ex Anita (Dakota Johnson), für die er irgendwie doch noch Gefühle hegt, die nun aber ausgerechnet mit Erzfeind Brewster verlobt ist?

    Need for Speed steht für Hochgeschwindgkeitsrennen mit der Polizei, nicht für knisternde Erotik beim Roadtrip. Need for Speed steht für Hochgeschwindgkeitsrennen mit der Polizei, nicht für knisternde Erotik beim Roadtrip. Quelle: Constantin Film Damit der Roadtrip nicht zu einfach wird, schmeißt Regisseur Scott Waugh den beiden weitere Steine in den Weg: Fiese Bösewichte wollen Marshall und seinen Shelby Ford Mustang von der Straße drängen, weil Brewster im Liveradio ein Kopfgeld auf ihn aussetzt. Wer bis hier hin glauben konnte, dass professionell organisierte Straßenrennen, bei denen viel Schrott und ab und an auch mal eine Leiche übrig bleibt, von der Polizei ignoriert wird, der sollte spätestens hier hellhörig werden. Ein NASCAR-Star setzt ein Kopfgeld auf den Tod eines Konkurrenten aus – und nicht ein Cop klopft bei ihm an? Genauso unglaubwürdig klingt das Underground-Rennen De Leon. Brewster brüstet sich damit der Gewinner des letztjährigen Rennens zu sein und einen Millionenpreis eingesackt zu haben – gleichzeitig kümmert es niemanden bei der Polizei, dass bei diesem live im Netz gestreamten Rennen Zivilisten, Fahrer und sogar Polizisten zu Tode kommen. Was?!? Ich erwarte sicherlich keine inhaltliche Logik von einem Film wie Need for Speed, aber eine gewisse Kohärenz sollte die Grundlage jedes Films sein. Man verändert ja auch nicht die physikalischen Gesetze – obwohl auch das in Need for Speed immer wieder mal passiert.

    Hübsche Mädels, heiße Autos, schlaffer Held

    Breaking-Bad-Star Aaron Paul ist einfach nicht der Typ Actionheld, den Need for Speed bräuchte. Breaking-Bad-Star Aaron Paul ist einfach nicht der Typ Actionheld, den Need for Speed bräuchte. Quelle: Constantin Film Das Erfolgsprinzip von Fast & Furious war schon immer: Hübsche Mädels, heiße Autos und ein Actionheld. Die ersten zwei Punkte kann man in Need for Speed erkennen. Vor allem Imogen Poots steht neben Aaron Paul im Rampenlicht und erfüllt ihren Job als Renn-Sidekick gut. Bei den Autos muss man schon unterscheiden: In Nahaufnahmen hat Scott Waugh Originale auftreiben können. Beeindruckend sind vor allem die Koenigsegg Agera Rs, der McLaren P1 und Bugatti Veyron. Der eigentliche Vierrad-Hauptdarsteller ist aber der Shelby Ford Mustang, das typische amerikanische Traumauto. Verrückt, dass ausgerechnet die normalste Karre unter den Sportwagen am meisten Aufmerksamkeit erhält. Statt in einem Ford durch die Staaten zu fahren, hätten sich Poots und Paul auch in einem Supersportwagen näher kommen können. In den Rennszenen wechselten die Macher die Supersportwagen gegen Replika aus. Sie wurden aus den Chassis anderer Autos zusammengezimmert und das sieht man ihnen an. Trotz der schnellen Kameraschwenks und Schnitte merkt man immer, wo das Original zum Einsatz kommt und wo die Replik. Das wirkt billig und die Tatsache, dass Stuntmen wirklich gefahren sind und kein Green Screen zum Einsatz kommt, ändert auch nichts daran.

    Einen glaubwürdigen Helden mimt Breaking-Bad-Star Aaron Paul leider nicht. Er ist kein Vergleich zu Vin Diesel oder The Rock, hat weder die Autorität noch Persönlichkeit, um mit beiden Actionhelden mitzuspiele. Stattdessen spielt er einen Schlaffi und Normalo. Sogar eher einen kaputten Typen, mehr eine Art Jesse Pinkman als Brian O'Connor oder Dom Toretto. Genau so einer wäre in einem Action-Movie gefordert.

    Zu dem ohnehin schon schlechten Bild gesellen sich auch technische Patzer. Der Production Value des Need for Speed Films ist durchgehend eher niedrig. Kamerafahrten sehen flapsig gedreht aus und speziell die Action-Cams mit ihrem Ultra-Weitwinkeln erinnern eher an GoPro-Amateurfilme als an hochprofessionelle Hollywood-Kost.

  • Need for Speed 3D
    Need for Speed 3D
    Vertrieb
    Constantin Film AG
    Kinostart
    20.03.2014
    Film-Wertung:
     
    Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von Herr-Semmelknoedel
    Ich zitiere mal den Trailer: "Ich spüre wie sich Liebe, Rache und Motoröl vereinen", also wer bei so nem Spruch nen…
    Von LOX-TT
    Der übliche Film zu Spiel Quark halt  gibt nur sehr wenige Ausnahmen die in dieser Hinsicht gut sind. Prince of…
    Von LouisLoiselle
    Da ich auch die Spiele beschissen finde, passt das ganz gut.
    • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel

      • Von Herr-Semmelknoedel
        Ich zitiere mal den Trailer: "Ich spüre wie sich Liebe, Rache und Motoröl vereinen", also wer bei so nem Spruch nen guten Film erwartet hat sie nicht mehr alle :-B

        Aaron Paul hat bessere Filme verdient.
      • Von LOX-TT Community Officer
        Der übliche Film zu Spiel Quark halt  gibt nur sehr wenige Ausnahmen die in dieser Hinsicht gut sind. Prince of Persia z.B.
      • Von LouisLoiselle Erfahrener Benutzer
        Da ich auch die Spiele beschissen finde, passt das ganz gut.
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Need for Speed 3D
Need for Speed in der Filmkritik: Der Film zum Rennspiel erleidet Achsbruch
Drei große Namen treffen aufeinander: Need for Speed, Dreamworks Pictures und Aaron Paul. Doch zu viele Köche verderben den Brei. Der Need for Speed-Film fühlt sich an wie eine hastig abgedrehte, billige Kopie von Fast & Furious und schafft es nicht, eigene Akzente zu setzen. Von Gamezone-Redakteur Sandro Odak.
http://www.videogameszone.de/Need-for-Speed-3D-Film-258219/Specials/Need-for-Speed-in-der-Filmkritik-1113291/
13.03.2014
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2014/01/Need_for_Speed_Film_Szenenfotos__7_-gamezone_b2teaser_169.jpg
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