Medal of Honor: Vanguard

Test Christian Schönlein

Das neueste Medal of Honor bestätigt unser Bild vom saublöden Nazi.

Nur in einer Mission sind Sie allein unterwegs.Ansonsten stürmen Sie Europa mit Ihren Kollegen. 
BILD: PLAYZONE Nur in einer Mission sind Sie allein unterwegs.Ansonsten stürmen Sie Europa mit Ihren Kollegen. BILD: PLAYZONE In Medal of Honor: Vanguard schnallen Sie sich den Fallschirm von Frank Keegan um, einem Mitglied der 82. Airborne Division, also Teil derjenigen alliierten Soldaten, die im zweiten Weltkrieg als Vorhut an Kriegsschauplätzen in Europa eingesetzt wurden. In drei der insgesamt zehn Levels nimmt das Spiel dabei schon neue Elemente vom kommenden Medal of Honor-Ableger Airborne vorweg.

Dreimal springen Sie tatsächlich aus einem Flugzeug ab und setzen durch Steuern des Fallschirms selbst ihre Lande- und somit Startpunkte. Wirklich frei suchen Sie sich den Beginn Ihrer Mission dabei allerdings nicht, das Zielgebiet ist stets recht klein. Dennoch können Sie den Verlauf der Levels dadurch etwas beeinflussen. Das war aber leider auch schon das einzige Highlight, das Vanguard zu bieten hat. Ansonsten handelt es sich nämlich um einen der schwächsten Medal of Honor-Ableger, weil es an vielen Ecken und Enden einfach schlampig programmiert wirkt.

Zu dumm für den Krieg

Wenn Sie hier nicht im Flussbett, sondern am Leuchtturm landen, können Sie den Beginn der Mission etwas vereinfachen. 
BILD: PLAYZONE Wenn Sie hier nicht im Flussbett, sondern am Leuchtturm landen, können Sie den Beginn der Mission etwas vereinfachen. BILD: PLAYZONE Schwache Gegner-KI sind wir ja gewohnt, aber was die Nazischergen in Vanguard abliefern, ist richtig unterirdisch. Meist werden Sie versuchen, Ihre Widersacher aus der Distanz zu erledigen. Auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade halten Sie aber auch genug aus, um beispielsweise in ein Haus zu stürmen und die Scharfschützen dort direkt auszuschalten. Nähern Sie sich einem Gegner, läuft er ohnehin unbeholfen auf und ab, dreht Ihnen dabei permanent den Rücken zu und lässt sich alle Zeit der Welt zum Schießen. Andererseits sind auch Ihre Kollegen nicht die Hellsten. Zwar stehen Ihnen - bis auf eine Mission - während des gesamten Spiels Kameraden zur Seite, die eigenständig agieren; sie suchen sich selbstständig Deckung und feuern von dort heraus auf Gegner. Dabei achten sie allerdings kein bisschen auf den Spieler und blockieren oft die Sicht.

Magische Nazi-Arme(e)?

Aus so einem Mehrspieler-Duellkönnen Sie auch ein Quartett machen. 
BILD: PLAYZONE Aus so einem Mehrspieler-Duellkönnen Sie auch ein Quartett machen. BILD: PLAYZONE Richtig nervend fallen die Clipping-Fehler auf, denn diese sind so gravierend, dass sie sogar den Spielfluss behindern. An einer Stelle im Spiel befindet sich beispielsweise ein Gegner auf einem Balkon, spitzt ab und zu über die Steinvertäfelung, feuert einen Schuss ab und geht dann wieder in Deckung. Bei unserem Testspiel hing er allerdings irgendwann fest, während seine Arme und das Gewehr wie durch Zauberhand durch den massiven Steinbalkon hindurchragten.

Wir konnten ihn so nicht mehr treffen, selber schoss er aber munter weiter und traf uns dabei auch noch - durch den Stein hindurch! Wenn dieser Moment eine Ausnahme gewesen wäre, könnten wir darüber hinwegsehen, denn Vanguard macht durchaus auch Spaß. Das Spiel ist insgesamt zwar nicht allzu lang, aber die Levels doch abwechslungsreich genug, um Kurzweil aufkommen zu lassen. Aber weil solche Bugs ständig auftauchen, stellte sich trotzdem eher Frust denn Lust ein.

Man spricht Deutsch

BILD: PLAYZONE BILD: PLAYZONE Schade sind die Clipping-Fehler natürlich auch aus rein technischer Perspektive. Denn sie trüben den ansonsten guten optischen Eindruck. Ruckler treten zwar auf, stören den Spielfluss aber wenig. Der Sound ist sogar einwandfrei. Da sich zu Spielbeginn die Sprache auswählen lässt, kommen zum Beispiel die Rufe befreundeter und gegnerischer Soldaten gut zur Geltung. Wenn Deutsche Deutsch reden und Amerikaner Englisch, kommt eine sehr authentische Atmosphäre zustande.

Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, kann aber auch das gesamte Spiel auf Deutsch zu Gehör bekommen. Besondere Erwähnung verdient zudem der Mehrspieler-Modus. Zwar dürfen Sie keinen umfangreichen Multiplayer-Shooter erwarten, die vier Spielmodi wie Deathmatch oder Capture the Flag, die auf sechs Karten gespielt werden dürfen, sorgen aber für gute Laune zwischendurch - hier hat man aber auch nicht mit der KI und Clipping zu kämpfen.

Bildergalerie

Wertung zu Medal of Honor: Vanguard (PS2)

Wertung:

75 /10
Pro & Contra
Ordentliche OptikFallschirm-Sequenzen
Extrem dumme GegnerDas Spiel behindernde Clipping-Fehler
Fazit

Ein typischer Fall von verschenktem Potenzial. Gute Ideen gehen im unfertig wirkenden Spiel unter.

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