Mass Effect

Test

Auch bei Mass Effect darf man die Sniper-Sau mimen Auch bei Mass Effect darf man die Sniper-Sau mimen Ein weiterer Nebeneffekt davon sind auch extrem lange Ladezeiten. Man hat zwar versucht, diese als Fahrstuhlfahrten, Türöffnungssequenzen oder mit Videosequenzen zu kaschieren. Aber wer schaut schon gerne zu, wenn die Party zwei Minuten im Lift steht und Düdelmusik hört?

Um einiges schwerer wiegt die umständliche Charakter- und Inventarverwaltung. So können Sie beispielsweise die Mitglieder Ihrer Heldentruppe nur dann wechseln, wenn Sie Ihr Raumschiff verlassen. Sollte man mitten in einer Höhle auf Planet X feststellen, dass man doch lieber den Mechaniker mitgenommen hätte, dann sieht es so aus: Zurücklatschen, Ladezeit beim Betreten des Raumschiffs abwarten, wieder rausgehen, Party auswählen, Ladebildschirm beim Verlassen des Raumschiff anschauen und den ganzen Weg wieder zurück rennen.

Ähnlich unkomfortabel ist die Verwaltung der angelegten Waffen und Rüstungen. Sie können nur das Equipment der aktuellen Partymitglieder wechseln. Wollen Sie die Gegenstände gerecht verteilen, dann geht das nur an Bord der Normandy an den Spinten der einzelnen Charaktere. Das entsprechende Menü ist dann langsam, unübersichtlich und unlogisch aufgebaut. Wer alle seine Charaktere neu ausrüsten will, was durchaus häufiger vorkommt, sollte sich eine halbe Stunde Zeit nehmen.

Ein weiteres Problem ist der Speicherplatz einer DVD, was besonders in den Nebenmissionen auffällt. Während Blue Dragon auf drei DVDs kommt und kein Dungeon dem anderen gleicht, so erlebt man bei Mass Effect des Öfteren Déjà Vus. Raumhäfen an verschiedenen Winkeln der Galaxie gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Planetenoberflächen sind absolut identisch. Und scheint es auch nur einen Typus von Minengrundriss zu geben. Die DVD ist randvoll mit Dialogen, Grafik und Videosequenzen, da muss man Abstriche in Kauf nehmen. Ich persönlich hätte mir aber noch eine zweite oder dritte DVD gewünscht, um nicht auf jedem zweiten Planeten durch ein bekanntes Dungeon mit anderen Gegnern zu laufen.

Noch ärgerlicher sind einige Bugs, die sich in Spiel eingeschlichen haben. Während meines Tests ist es mir ein halbes Dutzend Mal passiert, dass mein Commander Shepard an Ecken hängen blieb und unrettbar festhing. Hier half dann nur noch eine Abholung mit dem Raumschiff oder das neue Laden des letzten Spielstandes. Dann fehlten einige Dialoge als Sprachausgabe. Und zu guter Letzt fror das Spiel einmal ganz ein. Hoffen wir, dass diese Bugs noch durch einen Patch gefixt werden.

Trotzdem fantastisch

Der Buggy steuert sich zwar zappelig, ist aber bewaffnet und gefährlich. Der Buggy steuert sich zwar zappelig, ist aber bewaffnet und gefährlich. Die Liste ist zwar lang, aber diese Punkte hindern Mass Effect nur daran, wirklich das perfekte Spiel zu sein. Besonders der Wiederspielwert ist enorm. Wer wirklich alles sehen will, wer wirklich jede Spielart ausnutzen will, wer wirklich die ganze Galaxie aus jeder Perspektive erleben will, der hockt für die nächsten Monate bei Mass Effect fest. In diesem Sinne freue ich mich auf den zweiten Teil der geplanten Trilogie und hoffe, dass man aus den Fehlern gelernt hat, um dann wirklich das perfekte Spiel abzuliefern. Und wenn nicht.... dann warten wir eben auf Mass Effect Teil 3.

Wertung zu Mass Effect (X360)

Wertung:

92 /10
Pro & Contra
Oscarreife InszenierungCharaktere mit TiefgangUnendlich viele MöglichkeitenSehr, sehr viele NebenmissionenWundervoller BösewichtIndividuelles Gameplay
Grauenvolle Inventar- und CharakterverwaltungTexturen ploppen plötzlich aufEinige Bugs
Fazit

Fesselnde Story, packende Atmosphäre, geniales Gameplay und ungeschlagen im Wiederspielwert. Das beste Rollenspiel auf der Xbox 360

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