Mass Effect 3 für PS3 und Xbox 360 im Test: In Mass Effect 3 schlüpfen wir ein letztes Mal in die Rolle von Commander Shepard und nehmen es mit den übermächtigen Reaper auf. Vorhang auf für das actionreichste und beste Kapitel der grandiosen Sci-Fi-Reihe von Bioware! In unserem ausführlichen Mass Effect 3-Test lest ihr, was das Rollenspiel so besonders macht.
Verbessertes Kampfsystem
Das aus Mass Effect 2 bekannte Kampfsystem wurde im Detail verbessert: Shepard bewegt sich nun schneller, führt flinke Seitwärtsrollen aus, streckt Gegner brutal im Nahkampf nieder - das höhere Tempo sorgt dafür, dass der Held öfter aus seiner Deckung raus und auch mal in die Offensive gehen kann, unabhängig von seiner gewählten Klasse. Zwar kann das Kampfsystem immer noch nicht mit einem ausgewachsenen Shooter mithalten, doch es ist schon verflixt nahe dran - die Kämpfe machen durchgängig Spaß, und darauf kommt's schließlich an!
Das wichtige Deckungssystem der Vorgänger ist natürlich wieder enthalten, allerdings reagiert die Steuerung hier immer noch nicht perfekt. Im schlimmsten Fall macht Shepard wieder mal eine Hechtrolle ins Nirgendwo, anstatt wie geplant in Deckung zu gehen. Das Deckungsystem ist also auch im dritten Mass Effect nicht ideal umgesetzt, erfüllt aber meistens seinen Zweck.
Schön hingegen: Bioware hat die Anzahl der Gegnertypen erhöht, zudem gibt's nun auch Feinde, die mehr Treffer aushalten und mächtigere Fähigkeiten auffahren als in den Vorgängern - das erfordert neue Taktiken. Auch wenn die KI dabei hin und wieder Aussetzer zeigt, agieren die Gegner doch meistens cleverer als im Vorgänger, werfen etwa gezielt Granaten in Shepards Deckung oder schleichen sich getarnt von der Seite an.
Shepard ist stets mit zwei selbständig agierenden Begleitern unterwegs, genau wie in den Vorgängern. Wer mag, der kann die Schießerein jederzeit pausieren und die Fähigkeiten von Shepards Team in Ruhe auswählen: Betäubungsgeschosse, Handgranaten, Warpfelder, Spezialmunition und vieles mehr sorgen wieder für die nötige Prise Taktik im Dauerfeuer und machen die Kämpfe etwas gehaltvoller.
Mehr Waffen, mehr Upgrades
Regelmäßig findet Shepard neue Knarren, die er mit Upgrades ausstatten und mehrfach aufrüsten darf - ein simples System, das aber gerade für genügend Abwechslung sorgt, damit die Kämpfe auch auf Dauer nicht eintönig werden. Außerdem haben die Kanonen nun unterschiedliches Gewicht, was sich auf den Cooldown von Fähigkeiten auswirkt. Ein Techniker hat beispielweise die Wahl - will er mehr Knarren mitschleppen und dafür längere Aufladezeiten in Kauf nehmen, oder beschränkt er sich auf wenige Waffen und hat dafür die Möglichkeit, seine wichtigen Talente häufiger einzusetzen. So könnt Ihr also selbst entscheiden, welche Spielweise euch zusagt.
Überarbeitetes Talentesystem
Quelle: Videogameszone.de
Die vielen Waffenupgrades sind nicht die einzige Neuerung: Nun gibt's auch wieder mehr Talente und Fähigkeiten.
Die vielen Waffenupgrades sind nicht die einzige Neuerung: Nun gibt's auch wieder mehr Talente und Fähigkeiten, die ein Charakter lernen und mehrfach aufleveln kann. Das ist ein kleines, aber willkommenes Plus für die Charakterentwicklung. Auch wenn sich die Spielweise einer Klasse durch die Talentewahl kaum ändert, hinterlässt das dritte Mass Effect 3 hier klar einen besseren Eindruck als sein Vorgänger.
Gute Grafik
Grafisch ist das Spiel auf der Höhe der Zeit: Die Levels sind schick gestaltet, die Lichteffekte sehenswert, die Zwischensequenzen mitreißend geschnitten. Dass manche Texturen verwaschen und einige Animationen hölzern wirken, kann man da leicht verschmerzen - Mass Effect 3 mag seine Schönheitsfehler haben, doch das Gesamtbild stimmt einfach, die Atmosphäre ist durchgängig dicht und gelungen.
Multilingual
Die PS3-Disc enthält mehrere Sprachfassungen, die sich sogar frei kombinieren lassen. Wer mag, kann beispielsweise mit englischer Sprachausgabe und deutschen Bildschirmtexten spielen - klasse! Für die Xbox-360-Version steht das Sprachpaket als kostenloser Download über den Xbox Live-Marktplatz bereit. Die deutsche Sprachausgabe geht zwar grundsätzlich in Ordnung und trägt meist zur guten Atmosphäre bei, allerdings leidet sie hin und wieder auch unter Übersetzungs- und Betonungsfehlern. Wer auf diese Spaßdämpfer verzichten will, wählt also besser die englischen Sprecher.
Info: Optionaler Multiplayer
Die meisten Einzelspielermissionen, Quests und Kampagnenfortschritte erhöhen Shepards Erfolgschancen im Kampf gegen die Reaper, dargestellt durch einen Fortschrittsbalken. Dieser Wert lässt sich aber noch auf andere Art beeinflussen: Mit Mass Effect 3 führt Bioware erstmals kooperative Mehrspielermissionen ein, und auch diese wirken sich auf die Kriegsbereitschaft in der Solo-Kampagne aus.
Wenn man also keine Lust hat, wirklich jeden Nebenauftrag zu erledigen oder alle Upgrades zu suchen, kann man seine Erfolgschancen auch über das Spielen der Koop-Missionen verbessern. Bedeutet im Umkehrschluss: Wer keine Lust auf den Multiplayer hat, der lässt ihn einfach weg. Mass Effect 3 fühlt sich nämlich auch ohne den Mehrspielerpart rund und vollständig an.
Allerdings entpuppen sich die Koop-Einsätze (zumindest in der Demo) als überraschend kurzweilig und spaßig: Im vierköpfigen Team ist taktisches Vorgehen und Zusammenarbeit gefragt, während man sich gegen immer stärker werdende Gegnerwellen zur Wehr setzt. Das Klassensystem aus der Einzelspielerkampagne ist komplett enthalten, Ihr könnt euren frisch erstellten Mehrspielerhelden also aufleveln, ihm neue Talente beibringen, Boni spendieren, Ausrüstung kaufen und seine Waffen verbessern. Etwas schade hingegen: Versus-Modi zwischen Spieler-Teams sind derzeit leider nicht möglich, man kämpft stets gegen KI-Gegner.
Da wir den Mehrspielermodus vor Release nur anhand der Demo-Version ausprobieren konnten (in unserer Testversion war er noch deaktiviert), verzichten wir hier auf ein abschließendes Urteil.
