Mass Effect 2 im Test für Xbox 360: Mehr Action und Dramatik, weniger RPG - Wertungs-Update
Bioware hat die Sternenkarte sowie das Erkunden von Planeten für Mass Effect 2 deutlich überarbeitet und mit einigen Details verbessert. Trotzdem ist das neue System längst nicht perfekt und lässt Tiefgang vermissen.
Reisefreiheit im Weltraum
Mit der Normandy reist man abermals über eine umfangreiche Sternenkarte zu entfernten Planeten, Raumstationen und Sprungtoren. Diese Karte hat Bioware für Mass Effect 2 zumindest ein wenig überarbeitet. Beispielsweise zeigen Prozentangaben an sämtlichen Systemen nun an, wie viele Planeten man schon erkundet hat - ein banales Feature zwar, doch in Mass Effect 1 hat man es noch schmerzlich vermisst! Zudem wird nun an jedem System, jeder Station und jedem Planeten angeschrieben, ob man dort eine aktive Quest hat.
Völlig überflüssig jedoch: Flüge zwischen Systemen verbrauchen nun Treibstoff. Ist er alle, muss man an Depots auftanken gehen. Ein sinnloses Feature, denn es sorgt nur dafür, dass man regelmäßig zu Depots zurückkehrt, was zwar die Spielzeit streckt, aber dem Spielspaß nicht zugute kommt. Ähnlich zweckbefreit sind die neuen Sonden, die man auf Planetenoberflächen feuert, um Ressourcen einzusammeln. Sind die Sonden verbraucht, muss man einfach in Depots neue kaufen - das hätte man sich also auch gleich sparen können.
Während man im Vorgänger vor allem eintönige, triste Orte besuchte, überzeugt Mass Effect 2 mit einer geradezu verschwenderischen Menge an toll gestalteten, abwechslungsreichen Locations: Die finstere Gangsterbastion Omega etwa, wo man schmutzige Slums, Quarantäne-Zonen und verruchte Nachtclubs durchforstet. Andere Missionen führen in Forschungsanlagen und Minenschächte, auf Weltraumstationen, Gefängnisschiffe und noch vieles mehr.
Obwohl die meisten Levels eng aufgebaut sind und kaum Platz zum Erkunden bieten, gelingt es Bioware erneut, ein glaubhaftes und einladendes Universum vor dem Spieler auszubreiten - die tolle grafische Gestaltung der Levels trägt viel dazu bei. Auch gibt's diesmal keine nervigen langen Aufzugfahrten mehr, stattdessen bekommt man nun ab und an mal einen schön animierten Ladebildschirm zu sehen. Zuweilen wirkt das Spieltempo allerdings etwas zu hastig: Mass Effect 2 ist so vollgestopft mit unterschiedlichen Locations, dass man sich bei vielen wünscht, man dürfte sie noch etwas länger und gründlicher erforschen, vor allem in Nebenmissionen. Immerhin: Die üblen Fahrzeugpassagen aus Mass Effect 1 hat Bioware zumindest für das Hauptspiel gestrichen - ein neues Bodenfahrzeug wird erst per DLC nachgeliefert und findet in diesem Test somit keine Berücksichtigung.
- Mass Effect 2 Test: Einleitung und Bildergalerie
- Mass Effect 2 Test: Die Handlung
- Mass Effect 2 Test: Das Reisesystem
- Mass Effect 2 Test: Eure Begleiter
- Mass Effect 2 Test: Die Beziehungen
- Mass Effect 2 Test: Nebenmissionen und Entscheidungsfreiheit
- Mass Effect 2 Test: Gut oder böse?
- Mass Effect 2 Test: Deutsche Sprachausgabe und Kampfsystem
- Mass Effect 2 Test: Das Kampfsystem
- Mass Effect 2 Test: Das Klassensystem
- Mass Effect 2 Test: Neues Inventarsystem
- Bildergalerie zu "Mass Effect 2 im Test für Xbox 360: Mehr Action und…
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So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.
Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.
Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^
Bin ich ja generell ganz deiner Meinung. Aber dann haut das Punktesystem trotzdem keineswegs hin. Man ist ja erst vor kurzem vom 100%-System bei den Technikwertungen auf ein 10-Punkte-System umgestiegen, was aber letztendlich auch nicht viel besser funktioniert.
Mass Effect 2 schaut trotz kleinerer Grafik-Bugs wunderbar aus, hätte - gerade im Vergleich zum Vorgänger - also meiner Meinung nach schon eine 9 von 10 verdient (fängt ja auf Prozent umgerechnet bei 85% an). Da es sich bei der Grafik aber um einen (weitgehend) objektiven Bewertungspunkt handelt, habe ich den MW2-Vergleich gebracht. Und man kann sagen was man will, aber ein MW2 verdient keine 10 von 10 Punkte in Sachen Grafik.
Da gibt es weitaus besser aussehende Spiele, die "nur" mit 9 von 10 Punkten bewertet wurden. Selbiges beim Sound. Ein MW2 hat meiner Meinung nach keine Maximalwertung verdient.
Dazu muss man auch nicht mal groß ins Detail gehen. Der Sound ist gut, aber das war's auch schon. Eine 10 (= Max. in der Skala) könnte man dem Spiel geben, wenn es unkomprimierten PCM-Sound bringt und 7.1-fähig ist. Dann könnte ich es nachvollziehen. MW2 hat aber nichts, was andere AAA-Spiele nicht auch hätten. Aber egal, es geht schließlich um "ME2"
Die 88er-Wertung vom ME2-Test möchte ich ja gar nicht in Frage stellen. Mir kam sie nur etwas niedriger als erwartet vor. Ich bin eigentlich niemand, der (besonders bei Endwertungen) auf einzelnen Prozentpunkten rumhackt
So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.
Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.
Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^
Ich weiß, die Tester sind nicht die gleichen und die besagten Tests erscheinen auch teilweise in anderen Magazinen von Computec, aber ein wenig sollte man die Wertungen schon abgleichen. Denn es gibt einige Wertungen, die einfach in keiner Relation stehen.