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Mass Effect 2 (Xbox 360)

Release:
28.01.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Electronic Arts

Mass Effect 2 im Test für Xbox 360: Mehr Action und Dramatik, weniger RPG - Wertungs-Update

26.01.2010 09:45 Uhr
|
28°
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Mass Effect 2 im Test: Unser Test zeigt euch, ob das Bioware-Rollenspiel seinen tollen Vorgänger noch übertreffen kann.


Upgrades statt Inventar
Ungewohnt: Es ist nicht möglich, Waffen, Upgrades oder Ressourcen zu verkaufen. Geld erhält man nur noch für absolvierte Missionen oder man findet es in Kisten und Tresoren. Oft sind diese verschlossen, und man muss sie zunächst in einem von zwei Minispielen hacken, um an den Inhalt zu gelangen. Anders als in Mass Effect 1 ist das Hacken aber nicht mehr an ein steigerbares Talent gebunden, man muss also keinen Elektronikexperten in seiner Party haben, um ein Schloss zu öffnen. Schade: Die Minispiele sind simpel und ziemlich öde, doch immerhin sind beide Aufgaben oft schon in Sekunden erledigt und stören den Spielfluss dadurch kaum. Zusätzliche, spannendere Minispiele hätten wir uns dennoch gewünscht!

Das neue, schlichte Upgrade-System ersetzt das klassische Inventar, wie man es noch aus Mass Effect 1 kennt. Shepards Rüstung beispielsweise ist die einzige im Spiel, die man überhaupt verändern kann. Das neue, schlichte Upgrade-System ersetzt das klassische Inventar, wie man es noch aus Mass Effect 1 kennt. Shepards Rüstung beispielsweise ist die einzige im Spiel, die man überhaupt verändern kann. Anders als im Vorgänger erhält man kaum Items in Mass Effect 2. Daher gibt's auch kein Inventar mehr - man sammelt ja nichts ein außer Geld, Munition und gelegentlich etwas Medigel, das man nur noch zum Wiederbeleben von Teammitgliedern und nicht mehr zur Heilung benötigt. Auch neue Raumanzüge findet man nicht, sondern nur noch Rüstungsteile - die sind sehr selten und nur für Shepard gedacht, seine Begleiter hingegen tragen stets die gleichen Klamotten. Auf der Normandy wählt man Shepards gewünschtes Rüstungsupgrade einfach per Schieberegler aus. Jedes bietet andere Boni, etwa mehr Lebenspunkte oder stärkere Schilde. Zusätzlich darf man noch Farbe und Design des Anzugs bestimmen, die Statuswerte bleiben davon aber unberührt. Einen Abwehrwert oder dergleichen findet man nicht im Charakterbildschirm, Mass Effect 2 ist weitestgehend frei von Zahlen und Statistiken.

Waffen lassen sich sogar noch weniger modifizieren als Rüstungen, nämlich gar nicht. Insgesamt gibt es 19 Kanonen im Spiel, DLC-Inhalte nicht mitgerechnet. Einen Teil davon erhält man automatisch im Spielverlauf, den Rest muss man in den Levels suchen oder auf der Normandy freischalten. Für Waffen findet man regelmäßig Upgrades, die meist aber nur die Schusskraft des gesamten Teams verbessern. Schade: Man darf sich nicht mal eigene Munition herstellen und sockelbare Waffen gibt es auch nicht! Das strenge, aufs Nötigste reduzierte Upgrade-System erlaubt es daher leider nicht, einen Charakter individuell auszurüsten.

Nebenaufträge werden verfügbar, indem man Planeten anklickt und kurz mit dem Zielcursor absucht. Danach kann man sogleich mit der Mission starten. Auch Rohstoffe sammelt man auf diese Weise, allerdings nimmt das ziemlich langweilige Minispiel dann zuviel Zeit in Anspruch. Nebenaufträge werden verfügbar, indem man Planeten anklickt und kurz mit dem Zielcursor absucht. Danach kann man sogleich mit der Mission starten. Auch Rohstoffe sammelt man auf diese Weise, allerdings nimmt das ziemlich langweilige Minispiel dann zuviel Zeit in Anspruch. Neue Upgrades schaltet man frei, sobald man genügend von vier Rohstoffen besitzt. Diese verdient man, indem man auf der Sternenkarte von Planet zu Planet fliegt, um dort die Oberflächen mühsam mit dem Mauscursor abzuscannen - ähnlich dem Vorgang, um Nebenmissionen zu entdecken. Spaß macht das Scannen nicht, dafür kostet es ordentlich Zeit - wir empfehlen daher, zunächst das gewünschte Upgrade zu kaufen und sich erst dann auf Rohstoffsuche zu begeben. Man erhält dann nämlich eine praktische Texteinblendung, sobald man genügend Material besitzt, um das Upgrade zu aktivieren. Trotzdem ist es schade, dass die Sternenkarte kaum spielerische Anreize bietet und man mit den Rohstoffen auch nichts weiter anfangen kann. Es gibt nicht mal ein simples Handels- oder Handwerkssystem, da lässt Bioware viele Chancen ungenutzt!

ZAHLEN UND FAKTEN
Ca. € 60,-
28. Januar 2010

Genre: Action-Rollenspiel
Entwickler: Bioware
Publisher: Electronic Arts
Sprache: Deutsch und Englisch

Grafik, Sound und Steuerung
Grafik: Charaktere besitzen eine detailreiche Mimik und sind fantastisch texturiert. Auch die Umgebungen locken nun mit mehr Details als im Vorgänger. Vor allem in Dialogen fallen die verbesserten Lichteffekte auf, Kämpfe profitieren von schöneren Explosionen und Partikeldarstellungen. Schatten werden - anders als im Vorgänger - auch auf Gesichtern scharf und sauber dargestellt.
Sound: Abgesehen von dem männlichen Shepard klingt die deutsche Sprachausgabe meistens sehr gut, vor allem einige Nebencharaktere sind schön getroffen. Die englische Sprachausgabe hingegen ist durchweg brillant und - bei entsprechenden Sprachkenntnissen - der deutschen Fassung vorzuziehen. Sehr atmosphärischer, teils orchestraler Soundtrack, der sich in Kämpfen und Dialogen dynamisch an die Spielsituation anpasst.
Steuerung: Die Steuerung ist aufgeräumt und präziser als im Vorgänger, das Spielgefühl erinnert nun noch etwas mehr an das eines ordentlichen Shooters. Bedienungsmängel, etwa keine Hotkeys für Questlog und Charakterbildschirm - finden sich hier nun in verschmerzbaren Details.

Jugendeignung
USK: Ab 16 Jahren
Mass Effect 2 ist ungeschnitten. Splattereffekte gibt es nicht, manchmal sind aber Leichen und Blut zu sehen. Zombieartige Gegner zerfallen bei Beschuss in ihre Bestandteile. Dialoge bieten große Entscheidungsfreiheit, man darf oft zwischen nobler und unmoralischer Spielweise wählen. In Dialogen wird geflucht. Sexszenen sind nur angedeutet, es gibt kaum nackte Haut zu sehen.

Die Test-Abrechnung
Wir testeten eine fast fertige Version, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Wir importierten unseren privaten Spielstand aus Mass Effect 1. Das Spiel stürzte im Test nur zwei Mal ab und zeigte selten kleinere Grafikbugs - ein gutes technisches Gesamtbild.

Videogameszone-
Spielspaß-Wertung:
88 %
Leserwertung
(1 Vote):
92 %
Grafik:
Sound:
Multiplayer:
8/10
9/10
-/10
Brillante, glaubhafte Charaktere
… bis auf den männlichen Shepard
Dynamische, kluge Dialoge
Hauptstory kommt etwas zu kurz
Viele moralische Entscheidungen
Eingeschränktes Klassensystem
   
Felix Schütz
„Tolle Fortsetzung, die aber nicht perfekt ist.“
In mancherlei Hinsicht gefällt mir das Spiel besser als sein sehr guter Vorgänger: Massig Action, kluge Dialoge, vielseitige Settings, eine dichte Atmosphäre und geniale Charaktere schreien anfangs nach einer 90er-Wertung! Auch die Hauptstory ist spannend und gut – nur kommt sie diesmal einfach zu kurz, ich hätte gerne noch mehr über die Kollektoren, die Reaper, den Unbekannten und seine Hintergründe erfahren. Ein wenig enttäuscht hat mich auch, wie spärlich sich der Savegame-Import auswirkt: Die „großen“ Entscheidungen aus dem Vorgänger haben kaum Einfluss auf die Geschichte, dabei hatte Bioware doch mehr versprochen! Und warum viele Klassen manche der neuen, coolen Waffen gar nicht erst benutzen dürfen, werde ich wohl nie kapieren. Wozu baut Bioware 19 Knarren in ein Spiel ein, wenn meine Hauptfigur einen Großteil davon womöglich gar nicht verwenden kann? Mir wäre es viel lieber gewesen, wenn Bioware den Rollenspiel-Tiefgang gegenüber dem Vorgänger erhöht hätte, wenn ich mehr Freiheiten bei der Charakterentwicklung genießen würde, wenn mehr Items und individuelle Upgrades im Angebot wären. Stattdessen wurde dieser Anspruch nochmals deutlich reduziert – das tut der Action und dem Tempo zwar gut, doch wer gerne über Zahlenwerten wie in Dragon Age brütet, wird hier nicht fündig. Trotz all meiner Kritik ist Biowares Entscheidung aber natürlich nachvollziehbar: Das erste Mass Effect hat vermutlich niemand für sein Inventar- oder Klassensystem gespielt, sondern vor allem wegen der Story, der Atmosphäre, den starken Charakteren. Und genau hier legt Mass Effect 2 nochmal eine Schippe oben drauf! Wer den Vorgänger also kennt und für diese Eigenschaften liebt, der kommt um Mass Effect 2 schlichtweg nicht herum.
   
Neuer Benutzer
Moderation
26.01.2010 09:45 Uhr
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ndz
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
27.01.2010 19:19 Uhr
Zitat: (Original von FlorianStangl am 27.01.2010 17:28)
Zitat: (Original von ndz am 26.01.2010 20:08)
Gerade im Vergleich zum völlig überhypten Modern Warfare 2, was im VGZ-Test 91% bekam. Und wenn wir schon beim Vergleichen sind: 10 von 10 Punkten in der Grafikwertung von MW2 vs. 8 von 10 Punkten in Mass Effect 2?


So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.

Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.

Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^


Bin ich ja generell ganz deiner Meinung. Aber dann haut das Punktesystem trotzdem keineswegs hin. Man ist ja erst vor kurzem vom 100%-System bei den Technikwertungen auf ein 10-Punkte-System umgestiegen, was aber letztendlich auch nicht viel besser funktioniert.

Mass Effect 2 schaut trotz kleinerer Grafik-Bugs wunderbar aus, hätte - gerade im Vergleich zum Vorgänger - also meiner Meinung nach schon eine 9 von 10 verdient (fängt ja auf Prozent umgerechnet bei 85% an). Da es sich bei der Grafik aber um einen (weitgehend) objektiven Bewertungspunkt handelt, habe ich den MW2-Vergleich gebracht. Und man kann sagen was man will, aber ein MW2 verdient keine 10 von 10 Punkte in Sachen Grafik.

Da gibt es weitaus besser aussehende Spiele, die "nur" mit 9 von 10 Punkten bewertet wurden. Selbiges beim Sound. Ein MW2 hat meiner Meinung nach keine Maximalwertung verdient.

Dazu muss man auch nicht mal groß ins Detail gehen. Der Sound ist gut, aber das war's auch schon. Eine 10 (= Max. in der Skala) könnte man dem Spiel geben, wenn es unkomprimierten PCM-Sound bringt und 7.1-fähig ist. Dann könnte ich es nachvollziehen. MW2 hat aber nichts, was andere AAA-Spiele nicht auch hätten. Aber egal, es geht schließlich um "ME2" 

Die 88er-Wertung vom ME2-Test möchte ich ja gar nicht in Frage stellen. Mir kam sie nur etwas niedriger als erwartet vor. Ich bin eigentlich niemand, der (besonders bei Endwertungen) auf einzelnen Prozentpunkten rumhackt  Das Spiel ist sehr gut geworden und das ist doch schön.
Chefredakteur
Bewertung: 0
27.01.2010 17:28 Uhr
Zitat: (Original von ndz am 26.01.2010 20:08)
Gerade im Vergleich zum völlig überhypten Modern Warfare 2, was im VGZ-Test 91% bekam. Und wenn wir schon beim Vergleichen sind: 10 von 10 Punkten in der Grafikwertung von MW2 vs. 8 von 10 Punkten in Mass Effect 2?


So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.

Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.

Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
27.01.2010 00:42 Uhr
ich find' den test durchaus lesenswert. ich hatte die befürchtung, dass sie den action-anteil aufdrehen und die rpg-elemente, die halt für manche zocker ungeeignet sind aufgrund der hoffnung auf noch bessere verkaufszahlen zurückdrehen. ich mochte beim erstling, (wie momentan auch beim genialen dragon age) dass man zum teil wirklich schwere entscheidungen zu treffen hatte, was einen aber durchaus zum mehrmaligem durchzocken anregt. ich werde mir teil 2 auf jedem fall zum release holen, da teil 1 einfach zu geil war und mich brennend interessiert, wie's mit shepard weitergeht und was die entscheidungen von teil 1 für konsequenzen haben 
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 1
26.01.2010 20:11 Uhr
Die 97 von Gametrailers sind ja wohl realistischer.
ndz
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 1
26.01.2010 20:08 Uhr
88%? Klingt realistisch, kommt mir jetzt im Vergleich zu anderen Tests aber doch etwas niedrig vor. Gerade im Vergleich zum völlig überhypten Modern Warfare 2, was im VGZ-Test 91% bekam. Und wenn wir schon beim Vergleichen sind: 10 von 10 Punkten in der Grafikwertung von MW2 vs. 8 von 10 Punkten in Mass Effect 2?  Nicht wirklich oder...

Ich weiß, die Tester sind nicht die gleichen und die besagten Tests erscheinen auch teilweise in anderen Magazinen von Computec, aber ein wenig sollte man die Wertungen schon abgleichen. Denn es gibt einige Wertungen, die einfach in keiner Relation stehen.

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