Mass Effect 2 im Test für Xbox 360: Mehr Action und Dramatik, weniger RPG - Wertungs-Update
Pro Talent gibt's nur vier Ausbaustufen, auf der höchsten wählt man eine von zwei Spezialisierungen. Das war's - mehr Charakterausbau genießt man leider nicht in Mass Effect 2.
Neues Klassensystem
Das schöne Angebot hat nur leider einen Haken: Die sechs Charakterklassen, von denen man zu Spielbeginn eine für sich bestimmt, sind bei der Waffenauswahl eingeschränkt. Nur manche Klassen können überhaupt mehr als zwei Kanonen benutzen - angesichts des hohen Action-Anteils eine unnötige Regelung! Beispielweise kann einzig die Soldaten-Klasse ein Maschinengewehr führen, und auch sonst darf sie alle Waffen abfeuern - alle bis auf Maschinenpistolen. Der Wächter hingegen kann neben MPs nur normale Pistolen verwenden - und zwar das gesamte Spiel über! Kurioserweise kann jedoch jeder Shepard unabhängig von seiner gewählten Klasse schwere Kanonen führen, etwa Granatwerfer. Außer Shepard darf nämlich niemand Hand an diese massiven Geräte legen, seine Begleiter vertrauen auf konventionelle Waffen. Unser Tipp: Spielern, die den meisten Ballerspaß aus Mass Effect 2 herausholen wollen, raten wir zumindest beim ersten Durchspielen zur Soldaten-Klasse!
Der Experte setzt auf Spezialfähigkeiten wie Warp und Schockwellen, mit denen er Gegner durch die Gegend wirbelt. Allerdings kann der Experte nur Pistolen einsetzen. Wer also gerne ballert, sollte lieber eine andere Klasse wählen.
Auch das Talentangebot der sechs Klassen ist etwas knapp bemessen. Nur ein Frontkämpfer kann etwa lernen, cool per Warp-Attacke auf Gegner zuzurasen, und nur ein Techniker darf Roboter-Drohnen zu Hilfe rufen. Dadurch spielen sich die Charaktertypen zwar recht unterschiedlich, aber leider mangelt es ihnen allen an Tiefgang: Shepard hat gerade mal sieben ausbaufähige Talente, seine Begleiter sogar nur jeweils vier - das ist zu wenig! Jedes Talent kann man zudem nur in vier Stufen steigern. Immerhin: Shepard darf auch alle Fähigkeiten seiner Mitstreiter aktiv nutzen und Talentpunkte lassen sich jederzeit gegen eine Gebühr umverteilen. Unterm Strich bot Vorgänger jedoch deutlich mehr Freiraum bei der Charakterentwicklung - hat Bioware hier den Rollenspiel-Tiefgang zugunsten der Action reduziert? Es sieht fast so aus.
- Mass Effect 2 Test: Einleitung und Bildergalerie
- Mass Effect 2 Test: Die Handlung
- Mass Effect 2 Test: Das Reisesystem
- Mass Effect 2 Test: Eure Begleiter
- Mass Effect 2 Test: Die Beziehungen
- Mass Effect 2 Test: Nebenmissionen und Entscheidungsfreiheit
- Mass Effect 2 Test: Gut oder böse?
- Mass Effect 2 Test: Deutsche Sprachausgabe und Kampfsystem
- Mass Effect 2 Test: Das Kampfsystem
- Mass Effect 2 Test: Das Klassensystem
- Mass Effect 2 Test: Neues Inventarsystem
- Bildergalerie zu "Mass Effect 2 im Test für Xbox 360: Mehr Action und…
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So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.
Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.
Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^
Bin ich ja generell ganz deiner Meinung. Aber dann haut das Punktesystem trotzdem keineswegs hin. Man ist ja erst vor kurzem vom 100%-System bei den Technikwertungen auf ein 10-Punkte-System umgestiegen, was aber letztendlich auch nicht viel besser funktioniert.
Mass Effect 2 schaut trotz kleinerer Grafik-Bugs wunderbar aus, hätte - gerade im Vergleich zum Vorgänger - also meiner Meinung nach schon eine 9 von 10 verdient (fängt ja auf Prozent umgerechnet bei 85% an). Da es sich bei der Grafik aber um einen (weitgehend) objektiven Bewertungspunkt handelt, habe ich den MW2-Vergleich gebracht. Und man kann sagen was man will, aber ein MW2 verdient keine 10 von 10 Punkte in Sachen Grafik.
Da gibt es weitaus besser aussehende Spiele, die "nur" mit 9 von 10 Punkten bewertet wurden. Selbiges beim Sound. Ein MW2 hat meiner Meinung nach keine Maximalwertung verdient.
Dazu muss man auch nicht mal groß ins Detail gehen. Der Sound ist gut, aber das war's auch schon. Eine 10 (= Max. in der Skala) könnte man dem Spiel geben, wenn es unkomprimierten PCM-Sound bringt und 7.1-fähig ist. Dann könnte ich es nachvollziehen. MW2 hat aber nichts, was andere AAA-Spiele nicht auch hätten. Aber egal, es geht schließlich um "ME2"
Die 88er-Wertung vom ME2-Test möchte ich ja gar nicht in Frage stellen. Mir kam sie nur etwas niedriger als erwartet vor. Ich bin eigentlich niemand, der (besonders bei Endwertungen) auf einzelnen Prozentpunkten rumhackt
So wenig wie man die Spiele vergleichen kann, darf man daher die Wertungen vergleichen. Man könnte natürlich ein festes Wertungskorsett erdenken und dann zig Kategorien mit Unterkategorien und Plusminus und Gedöns definieren, damit es dann am Ende Zahlen und Fakten gibt. Das machen ja manche Magazine, das halte ich aber für den falschen Weg.
Der Test hat die Aufgabe, einem interessierten Spieler zu sagen, ob er das Spiel kaufen soll oder nicht - und dies muss der Test nachvollziehbar begründen. Die Zahl 10 bei der Grafik von MW2 und 8 bei Mass Effect 2 kann das nicht. Es ist keine Begründung. Die steht im Text. Da es im Text keinerlei Bezug auf Modern Warfare 2 gibt (zu Recht, wie ich finde) ist der Maßstab der Vorgänger. Da passt die Relation.
Problematischer ist da schon der Wertungsunterschied zum Vorgänger. Teil 2 ist eigentlich besser, kriegt aber weniger. Wertungsmaßstäbe verschieben sich oft im Lauf der Zeit, was ich gut finde, da die Spieleentwicklung dynamisch ist, ebenso das Spielerlebnis und die Emotionalität. Ja, ich weiß, ich argumentiere gerade gegen Wertungen. Ist meine Privatmeinung. Aber wenn ich einen Freund frage wie sich sein Auto fährt, antwortet er auch nicht "88%" ^^
Ich weiß, die Tester sind nicht die gleichen und die besagten Tests erscheinen auch teilweise in anderen Magazinen von Computec, aber ein wenig sollte man die Wertungen schon abgleichen. Denn es gibt einige Wertungen, die einfach in keiner Relation stehen.