Was taugt die Bundesliga-Ersatzdroge aus dem Pilzkönigreich?
BILD: N-ZONE
In den letzten 48 Stunden vor Drucklegung einer N-ZONE hört man die Sekunden regelrecht ticken: Trifft das lange erwartete Testmuster rechtzeitig im Verlag ein? Wann liefert der Kollege den Fazitkasten endlich ab? Und hält der Interview-Partner seine Terminfrist ein? Im Falle dieser Ausgabe legten wir uns besonders schwer ins Zeug, um kurz vor knapp noch eine echte Sensation ins Heft zu packen: Als erstes Magazin testeten wir die Nintendo-Allstar-Bolzerei Mario Strikers Charged Football und liefern euch exklusive Spieleindrücke. Macht Marioninho in seinen Kicker-Shorts eine gute Figur oder verstemmt er sich an den Metallhandschuhen, die er diesmal an seinem Handgelenk trägt?
MISCHMASCH AUF DEM RASEN
BILD: N-ZONE
Unsere ersten Wii-Matches knüpfen an Dutzende Partien Mario Smash Football an, die wir zuvor in der Redaktion bestritten. Schon vor dem ersten Versus-Match im so genannten Dominanz-Modus sticht die erweiterte Optionsvielfalt verglichen mit dem GameCube-Erstling hervor: Die acht Kicker aus dem Vorgänger wurden beibehalten, jedoch ergänzt durch Diddy Kong, Bowser, jr. und Mutant-Tyranha. Klar, dass alle Kurzehosenträger über unterschiedliche Raffinessen verfügen: Während Mario, Yoshi und Luigi in keiner Eigenschaft richtig schlecht, aber auch nicht wirklich gut sind, glänzen die Wuchtbrummen Donkey Kong, Wario und Bowser durch exzellentes Passverhalten und eine kolossale Schusskraft. Peach, Daisy und Waluigi sind das krasse Gegenteil - sie sind zwar äußerst agil, dafür buchstäbliche Pfeifen, wenn es darum geht, den Ball mit Wucht in den Kasten zu pfeffern. Zusätzlich zum Spielführer stehen neun Teamkameraden zur Auswahl - darunter der Mario Kart-Debüttant Knochentrocken, Schlossgespenst Buu Huu und ein gewisses pflanzliches Röhren-Schleckermaul.
Unmittelbar vor der Seitenwahl überrascht eine ungewohnte Option: Anders als bei Mario Smash Football könnt ihr den drei Positionen auf dem Spielfeld diesmal jeweils einen Charakter zuweisen - jeder mit den Eigenschaften "Defensiv", "Offensiv" und "Spielmacher". Diese strategische Entscheidung hat großen Einfluss auf den Spielablauf, denn auch jeder Teamkamerad ist mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet. Wir begrüßen die Experimentierfreude des Entwickler-Teams, eine Prise Taktik ins Spiel zu bringen und entscheiden uns für eine von 17 Arenen. Zehn davon sind komplett neu konzipiert, während alle sieben Stadien aus dem Vorgänger einem Facelift unterzogen wurden und ebenfalls zur Verfügung stehen. An netten Gags mangelt es in den hübsch gestalteten Stages jedenfalls nicht: Lauft ihr auf der Gewitterinsel beispielsweise ins benachbarte Gewässer, wirbelt euch ein Hurrikan wieder auf den Rasen.
Aufs Spielfeld gewehte Kühe, Traktoren und andere Hindernisse belegen, dass der Interaktivitätsgrad höher ausgefallen ist als in Mario Smash Football. Auch die Zuschauerränge sind deutlich belebter als früher. Dort sitzt jetzt endlich polygonales Publikum: Pappfiguren ade! Schon nach wenigen Partien fällt auf, dass der Spielablauf enorm an Tempo gewonnen hat. Woooosch - ein effektgeladener Powerschuss, der durch Gedrückhalten der B-Taste ausgelöst wird, donnert übers Spielfeld. Kabumm - jemand kontert plötzlich mit einem Bob-omb. Gemütlich in Richtung Tor laufen ist also nicht drin. Stattdessen fliegen euch im Sekundentakt Bananenschalen, blaue und rote Schilkrötenpanzer oder Kettenhunde um die Ooooohre... In Deckung, fünffache Bananenstaude im Anflug! Die Items, die ihr beim Tackeln eures Gegners ergattert, werden jetzt übrigens unmittelbar nach der Grätsche angezeigt. Eine kleine, aber feine Neuerung!
