Manche Items sorgen für ordentlich Chaos auf dem Bildschirm.
Mario, Luigi und die anderen Kapitäne lassen sich flott und einfach über die Plätze scheuchen. Die Reduzierung auf die einfachsten Aktionen, wie zum Beispiel Passen, Schießen, Spieler wechseln und Grätschen, verstärken den arcadigen Action-Charakter der Nintendo-Kickerei. Diverse Feinheiten, wie zum Beispiel hoher Pass, Lupfer, Direktabnahmen oder Spezialtreffer, bringen allerdings genügend Würze ins Spiel, damit das Geholze nicht bereits nach ein paar Minuten langweilig wird. Dafür sollen auch die vier Spielmodi sorgen.
Auf dem Bolzplatz trifft man sich, um bei einem Einzelspiel das Leder zu treten. Das Pokalturnier bietet da schon etwas mehr Tiefe und verspricht je nach Teilnahme an einem der vier Wettbewerbe hart umkämpfte Tabellenspiele. Wenn alle vier Pokale (Pilz-, Blumen-, Sternen- und Bowser-Pokal) ihren festen Platz in der Trophäen-Vitrine haben, hat man genug spielerische Erfahrung gesammelt, um die nächste Stufe auf dem Weg zum Smash-Football-Profi in Angriff zu nehmen: die Superpokalturniere.
Dummerweise ändert sich bis auf den erhöhten Schwierigkeitsgrad und die Anzahl der Tabellenspiele nichts. Da hätten sich die Entwickler durchaus mehr ins Zeug legen können, um Solisten länger an den Controller zu fesseln. Der Spieler kann zwar einen eigenen Pokalwettbewerb, entweder als Tabelle oder K.-o.-System, erstellen, trotzdem flaut die Motivation im Alleingang relativ schnell ab.
Jederzeit einsetzbare Items sind auch nur in der Anfangsphase lustig und werden in höheren Schwierigkeitsgraden schnell zum Manko, da dann mehr rote Panzer über den Rasen flitzen als Spieler oder der Ball selbst. Und das behindert den Spielfluss doch merklich. Allerdings lässt sich dieses Feature deaktivieren. Auch Bowsers unregelmäßige Auftritte, die oftmals beiden Mannschaften einen Strich durch die Offensiv-Rechnung machen, kann man so dauerhaft unterbinden.
Mannschaftssport
Da, wo Bowser aufschlägt, wächst kein Gras mehr.
Sein volles Spaßpotenzial entfaltet der Titel erst beim Spielen mit mindestens einem weiteren Hobby-Beckham. Zunächst ist man auf der Suche nach einem speziellen Mehrspieler-Modus etwas ratlos. Der Ratlosigkeit folgt der Schreck: Es gibt nämlich keinen. Dem Schreck folgt die Erleichterung: Das Spiel braucht keinen separaten Mehrspieler-Modus.
Es ist bei jedem Spiel, egal ob Einzelsession auf dem Bolzplatz, Superpokalturnier oder eigene Pokal-Tabelle, möglich, einfach bis zu drei weitere Controller an den GameCube anzuschließen und in ein laufendes Spiel mit einzusteigen. Was dann abgeht, ist mit der Solo-Variante kaum zu vergleichen. Man spielt die gegnerische Mannschaft mit schnellen Doppelpässen aus und jagt von einem Tor zum nächsten.
Technisch zeigt sich der Titel durchweg solide. Die Charaktermodelle holzen sich flüssig gegenseitig von den Stollen. Mehrere Perspektiven, Zeitlupen und eine geschickt eingesetzte Tiefenunschärfe machen Wiederholungen nach einem Tor zu einem besonderen Hingucker. Die Spezialtreffer lassen ein cooles Lichteffekt-Feuerwerk auf dem Bildschirm abbrennen. Getrübt wird die technische Leistung von Next Level Games Fußballeinstand von gelegentlichen Rucklern, die aber nur ganz selten negativ ins Gameplay eingreifen.
