Im Dschungel erschweren euch die sehr anhänglichen Krokodile das Tennisleben.
Einfach genial: Dieses Fazit fällten Fachpresse und Spieler gleichermaßen über die brillante N64-Version von Mario Tennis, welche im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Nintendo schaffte das Kunststück, mit Charakteren aus dem Mario-Universum eine äußerst witzige und gleichzeitig anspruchsvolle Tennissimulation zu entwickeln, welche insbesondere im Mehrspieler-Modus zu ungeahnten Spielspaßhöhen aufstieg. Fünf Jahre später veröffentlicht Nintendo endlich den lang erwarteten GameCube-Nachfolger. Diese GameCube-Fassung weist erstaunlich viele Parallelen zum Nintendo-64-Vorgänger auf - und das ist auch gut so!
Altbewährt
Die Steuerung der GameCube-Fassung gleicht dem N64-Vorbild stark. Mit A und B werden Topspin sowie Slice gespielt; betätigt ihr die Knöpfe zweimal, schlagt ihr stärker. Drückt ihr A und B kurz nacheinander, spielt ihr einen Lob über die Gegner. Umgekehrt landet ihr mit einer Kombination aus B und A einen Stoppball direkt hinter dem Netz. Betätigt ihr A und B gleichzeitig, könnt ihr einen Schmetterschlag platzieren, eine Sternmarkierung auf dem Spielfeld erleichtert euch den Schmetterballeinsatz. Die Schlagrichtung wird mit dem Analogstick bestimmt. Neuerdings könnt ihr versuchen, entfernt aufspringenden Bällen mit dem L-Knopf hinterherzuhechten, um sie doch noch über das Netz -zurückzuschlagen.
Natürlich hat auch euer Stellungsspiel Einfluss auf die Schlagkraft - und -richtung. Was sich für den einen oder anderen möglicherweise kompliziert anhört, gestaltet sich in der Praxis intuitiv. Schon nach wenigen Spielen kommen spektakuläre Ballwechsel zustande. Sehr beeindruckend sind die individuellen Power Shots der Charaktere. Jeder Charakter verfügt über einen offensiven und defensiven Power Shot. So packt Luigi bei den Offensive-Shots den Hammer aus, Mario wird zum Wirbelwind und die Prinzessin befördert den Ball per Kussattacke über das Netz. Als defensiven Power Move verfügt Diddy Kong zum Beispiel über einen Raketenrucksack, falls er nicht mehr rechtzeitig an den Ball kommt, während sich der Geist einfach über den Platz teleportiert. Jeder Power Shot wird in einer kurzen Animation gezeigt, was wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Dies unterbricht zwar kurz den Spielfluss, fällt aber nicht störend auf. Insbesondere Einsteiger und jüngere Spieler werden viel Freude mit den Power Shots haben. Wer mehr Wert auf Realismus legt, so wie viele Kollegen bei uns in der Redaktion, schaltet die Power Shots ab. Erst hier zeigt sich die exzellente Ballphysik von Mario Power Tennis. Ohne Power Shots entscheidet allein das Können der Spieler über Sieg oder Niederlage. Neben dem eigentlichen Tennisspiel integrierte Nintendo acht Minispiele mit mehreren Levels in Mario Power Tennis. Sehr unterhaltsam sind die Tennis-Varianten "Ring Shot" und "Item Battle". Beim "Ring Shot" müssen die Spieler die Bälle durch Ringe schlagen, jeder Treffer bringt Punkte ein. Der Spieler, der am Ende des Ballwechsels die meisten Punkte hat, hat gewonnen. Bei "Item Battle" tauchen in bester Mario Kart-Tradition Fragezeichen auf dem Platz auf. Trefft ihr eins, schrumpft ihr euren Kontrahenten, schmeißt eine Bananenschale auf die gegnerische Hälfte oder bringt euren Gegner mit Schildkrötenpanzern aus dem Konzept. In Kombination mit den Power Shots entsteht so ein unterhaltsames, aber auch chaotisches Tennisspektakel.
