Der Herr der Ringe
Bei einigen Charakteren haben es die Grafiker außerdem mit den Spezialeffekten etwas übertrieben und man hat Mühe, überhaupt noch den Ball zu erkennen. Ihr könnt in dieser Hinsicht kritische Spielfiguren jedoch vermeiden oder bei Einzelmatches die Power Shots grundsätzlich deaktivieren. Sehr erfreulich ist die spielerische Vielfalt. Acht Mini-Games mit jeweils mehreren Levels sorgen ebenso für Zeitvertreib wie zwei originelle Tennisvarianten. Bei "Ring Shot" sammelt man Punkte, indem man die eigenen Schläge durch möglichst viele Ringe zielt. Abgerechnet wird nach jedem Ballwechsel: Der Sieger erhält die volle Punktzahl, der Unterlegene muss sein Ring-Guthaben dagegen mit dem Gegner teilen. Wer als Erster eine bestimmte Gesamtpunktzahl erreicht, hat gewonnen. Bei "Item Battle" tauchen dagegen immer wieder Fragezeichenblöcke auf dem Platz auf. In bester Mario-Tradition entweicht ein Extra, sobald man den Ball dagegenschmettert. Auf diese Weise schrumpft ihr den Gegner, lasst ihn auf Bananenschalen ausrutschen, beschießt ihn mit Schildkrötenpanzern und macht euch selber vorübergehend unverwundbar oder schneller. Wenn man hier obendrein Power Shots erlaubt, entbrennt das aberwitzigste und chaotischste Tennis, das man je gesehen hat.
Mario Power Tennis läuft im Mehrspieler-Betrieb zu Spielspaß-Höchstform auf. Bis zu vier Personen werden blendend unterhalten, sei es nun beim gemischten Doppel oder im "Jeder gegen jeden"-Wettkampf bei den Mini-Games. Ihr könnt auch alleine gegen Computergegner antreten und bei insgesamt 15 Turnieren (unterteilt in Einzel und Doppel) mehr als nur Pokale gewinnen. Zusätzliche Charaktere, Spielmodi, Mini-Games und Schauplätze werden durch Erfolge in diesen Wettkämpfen freigeschaltet. Jedes Turnier besteht aus drei Runden, die Spieldauer ist durch die Beschränkung auf drei Spiele pro Satz angenehm kurz.
Love Nintendo
Das höchste der Gefühle ist die Qualifikation für den Star Cup, wo ihr gegen "Star-Charaktere" spielt, deren Fähigkeiten durch die Bank enorm verbessert sind (der Schwierigkeitsgrad zieht entsprechend kräftig an). Um da eine Chance zu haben, solltet ihr selber mit der Star-Ausgabe einer Spielfigur antreten. Wenn ihr mit dem Helden eurer Wahl alle drei Turniere der "World Open"-Tour gewinnt, erhaltet ihr das Sternchen-Upgrade! Als Belohnung für den Sieg im letzten Turnier gibt's dann Zugriff auf den fünften und härtesten Schwierigkeitsgrad namens "Ace". Was keine andere Tennis-Simulation der Welt bietet, ist die allgegenwärtige, oberknuddelige "Typisch Nintendo"-Stimmung - manchmal nahe an der Grenze zum Kindischen, aber auch für "Große" absolut genießbar. Die Charaktere amüsieren mit typischen Sprachhäppchen und Slapstick-Sounds, bei den Wiederholungsnahaufnahmen kommen die detaillierten, hübsch animierten Spielfiguren so richtig zur Geltung. Personen und Schauplätze sind alle mit der erweiterten Seriengeschichte verwandt und verschwägert - bis hin zur Spielstätte im rustikalen Pixel-Look des Original-Mario Bros. aus den Achtzigerjahren. Die Liebe zum Detail reicht bis zu den "Outtakes" beim Abspann, die Pannen der "Dreharbeiten" des knuffigen Introfilms zeigen.
