PROFIS WEITER IM VORTEIL
Mario Kart Wii - Nintendo
Doch die wichtigste Frage, die euch sicher am meisten interessiert: Spielt sich Mario Kart Wii "simpler" als die Vorgänger? Wir beantworten diese Frage mit einem "Jein": Auf der einen Seite stört viele Profizocker möglicherweise das vereinfachte Driften. Statt sich in die Kurve zu legen und dann mit dem Analogstick ein paarmal gegenzulenken, wie es in den Vorgängern der Fall war, genügt es jetzt, die Drifttaste einfach gedrückt zu halten. Der Turbo wird nach ein paar Sekunden automatisch gezündet. Das Snaken, wie es in Mario Kart DS noch möglich war, funktioniert in Mario Kart Wii nicht mehr. Profis wie unseren N-ZONE-Highscore-Wettbewerbs-Champion Sascha Bräuninger, der seinerzeit (bis auf eine Gentleman-Niederlage) alle Siege in Mario Kart DS einfuhr, wird das sicher ärgern. Schließlich könnte man meinen, dass der Anteil an Können jetzt merklich heruntergeschraubt wurde und viel vom Glück abhängt - oder? Nicht unbedingt, meinen wir, denn wer alle Abkürzungen kennt und die Strecken in- und auswendiggelernt hat, der ist auch weiterhin klar im Vorteil. Profizocker müssen sich also keine Sorgen machen, dass plötzlich gar kein spielerisches Talent mehr zählt, sondern nur noch Glück. Und außerdem bleibt die Quintessenz der Serie auch weiterhin erhalten - und das sind seit jeher die flotten Rennen, in die jeder Spieler ohne große Vorkenntnisse einsteigen kann! Wir zollen Tribut vor der perfekt ausbalancierten Spielbarkeit, denn mit Mario Kart Wii kommt wirklich jeder zurecht, nicht nur dank Wii-Wheel.
LENKRAD UNTER KONTROLLE?
Mario Kart Wii - Nintendo
Das führt uns sogleich zum zweiten wichtigen Merkmal des neuen Wii-Rasers, der Steuerung. Wer von Turbo-Drifts und Schlittertechniken den Hauch einer Ahnung hat, wird es vermutlich begrüßen, dass man Mario Kart auch völlig ohne Analogstick steuern kann, sondern mit einem Lenkrad, das jeder vom Auto her kennt. Wir schnappten uns also ein Wheel und drehten ein paar Runden. Was uns sofort missfiel: Die Platzierung der eigenen Finger ist zunächst unklar. Es fühlt sich ungewohnt an, Items mit dem B-Trigger abzuschießen, da man nicht genau weiß, ob man das Wii-Wheel auf der Rückseite mit dem Zeige-, Ring- oder Mittelfinger umklammern soll. Nach einer gewissen Einspielzeit hatten wir den Dreh zwar raus und bevorzugten ganz klar den Mittelfinger, aber so richtig ergonomisch fühlte sich die Bedienung trotzdem nicht an. Einsteiger mag das sicher nicht stören, aber für Profis empfehlen wir ganz klar eine der klassischen Steuervarianten mit GameCube-Pad, Classic-Controller oder der Wii-Fernbedienungs-Nunchuk-Kombination. Da sich das Wii-Wheel nicht wie ein typisches Konsolenlenkrad zurück in die Ursprungsposition bewegt, könnt ihr euch außerdem nie hundertprozentig sicher sein, dass ihr euch wirklich geradeaus bewegt. Aber bei aller Kritik: Die Hardware-Tüftler von Nintendo haben diesen Störfaktor nach besten Kräften gelöst und die Empfindlichkeit ist relativ gut ausbalanciert, wenn man die Maßstäbe von Gelegenheitsspielern heranzieht. Hardcore-Zocker wird dagegen spätestens beim 150-ccm-Cup stören, dass präzises Lenken mit den bewährten Controllern einfach besser möglich ist. Ein Umstecken der Fernbedienung während des Rennens ist übrigens nicht möglich: Wer sich also vor dem Rennen für die Steuerung mit Nunchuk und Wii-FB entschieden hat, kann nicht plötzlich zum GameCube-Controller zurückwechseln. Im Online-Modus wird sogar jeweils eingeblendet, welche Steuervariante ihr verwendet - so ist für eure Mitspieler auf den ersten Blick ersichtlich, ob ihr eventuelle Nachteile habt, wenn ihr zum Beispiel mit dem Wii-Wheel unterwegs seid. Welche Steuermöglichkeit wir weshalb bevorzugen, lest ihr im Extrakasten.
