Mafia

Test Christian Schönlein

Bei Schießereien verstecken Sie sich hinter Gegenständen und nutzen KI-Fehler aus. Bei Schießereien verstecken Sie sich hinter Gegenständen und nutzen KI-Fehler aus. Taxifahrer leben gefährlich. Der gesetzestreue Tommy Angelo wird in seinem Taxi allerdings eher im übertragenen Wortsinn von Gangstern überfallen. Diese wollen nämlich nicht sein Geld, sondern seine Mithilfe. Mit einer geladenen Knarre am Kopf lässt sich Tommy natürlich nicht zweimal bitten und verhilft den Gangstern zur Flucht. Deren Pate, Don Salieri, erweist sich im Gegenzug erkenntlich und macht Tommy ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. In der Rolle von Tommy Angelo durfte man bereits auf dem PC groß ins Gangstergeschäft einsteigen und für Don Salieri 20 Aufträge erledigen. Jetzt können Sie endlich auch auf der PS2 Schutzgelder eintreiben, Bodyguard-Aufträge erledigen, Ermordungen ausführen und Alkoholschmuggel betreiben.

Hartes Gangsterleben
Auch wenn im Prinzip viele Missionen ähnlich ablaufen (fahre von Punkt A nach Punkt B und niete dort ein paar Gangster um), ist Mafia dank der zahlreichen Szenarien dennoch stets sehr abwechslungsreich. Ob Sie nun eine bestimmte Zielperson ausfindig (und unschädlich) machen müssen oder beim Alkoholschmuggel von einer anderen Gangsterfamilie überrascht werden - die Aufträge sind stets spannend. Auch die atmosphärische Aufmachung sorgt dabei für echtes Dreißigerjahre-Gangsterflair. Die deutschen Sprecher sind gut gewählt (Paulie hat sogar die Synchronstimme von Joe Pesci!) und die Protagonisten machen in den Zwischensequenzen auch in grafischer Hinsicht einen tollen Eindruck.

Mäßige Konvertierung
Ganz so rosig sieht es während des Spiels aber leider nicht immer aus. Während Innenlevels hübsch anzusehen sind, enttäuschen in der Stadt vermatschte Texturen, dicke Nebelschwaden und horrende Ladezeiten. Da verwundert es umso mehr, dass der Titel zu keinem Zeitpunkt richtig flüssig läuft. Frustiger als die etwas niedrige (dafür stets stabile) Framerate ist aber das Zielsystem: Ein Auto-Aiming gibt es nicht, mit den Schultertasten können feindliche Ganoven lediglich einmalig anvisiert werden. Bewegen sich diese dann weiter, müssen Sie wieder nachzielen. Das Problem dabei ist, dass Sie Gegner nur dann anvisieren können, wenn Tommy stillsteht! Wenn Sie in Bewegung bleiben wollen, müssen Sie selbst mit dem rechten Analogstick zielen - und das gestaltet sich schwerer, als es sich anhört. Denn als ob es nicht so schon schwer genug wäre, mit einem Analogstick statt einer Maus zu zielen, sind die Gegner zwar allesamt ziemlich doof, dafür aber auch verdammt zielsicher. Bei der Konvertierung von PC auf Konsole hätte man sich ruhig etwas mehr Mühe geben dürfen. Was schwache Grafik, schlechte Gegner-KI und das miese Zielsystem vermasseln, kann lediglich die tolle Gangster-Atmosphäre wieder wettmachen, die einen selbst beim zehnten Versuch, einen Level zu bestehen, noch gespannt vor die Konsole fesselt.

Bildergalerie

Wertung zu Mafia (PS2)

Wertung:

70 /10

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