MAG im Test für PS3: Massive Action mit 256 Spielern - allerdings mit Einschränkungen
Das jüngste Projekt der SOCOM-Urväter eröffnet sowohl technisch als auch spielerisch ganz neue Möglichkeiten, die allerdings mit einigen Kompromissen erkauft wurden. Wichtigster Punkt: Es gibt keinerlei Einzelspieler-Elemente. Wer über keinen Breitband-Internetanschluss verfügt, kann sich in MAG noch nicht einmal einen Charakter basteln. Einziger Spielmodus, in dem ihr wirklich mutterseelenallein unterwegs seid, ist ein rudimentäres Tutorial, das euch die Grundlagen der Steuerung, den Gebrauch der Waffen, das Platzieren von Sprengladungen und das Hacken von Computerterminals beibringt. Doch das ist im Falle dieses MMO-Shooters (Massively Multiplayer Online) nicht genug. Lektionen über die Fahrzeugsteuerung und das Bedienen von Geschütztürmen wurden ebenso von der Checkliste gestrichen wie eine Erläuterung der Übersichtskarte und eine interaktive Einführung in die später so wichtigen Aufgaben eines Trupp-, Platoonoder Kompanie-Anführers. Doch das nur nebenbei.
Kostenpflichtig: Waffen-Upgrades wie dieses Reflex-Visier müssen erst mit verdienten Skill-Punkten freigeschaltet werden.
PRIVATSPHÄRE, ADE!
Auch wenn Zipper hinsichtlich der Spieleranzahl sämtliche Rekorde bricht, gibt es im Vergleich zu einem Modern Warfare oder Battlefi eld: Bad Company diverse Einschränkungen, die so manchen Shooter-Fanatiker verschrecken werden. Stichwort: private Matches. Wer gern im kleinen Kreis mit einer Handvoll Kumpels mit- und gegeneinander zockt, braucht hier noch nicht einmal zur Musterung zu erscheinen. Die vier Spielmodi (siehe nächste Seite) - und damit einhergehend auch die Karten - sind einfach nicht für kleine Scharmützel ausgelegt. Nächster Knackpunkt: In MAG müsst ihr euch vor Dienstantritt für eine von drei Privatarmeen entscheiden, die nicht nur optisch, sondern auch in puncto Equipment einige Unterschiede aufweisen. Ein Wechsel der Fraktion während eurer militärischen Karriere ist nur möglich, indem ihr euren Charakter löscht und wieder als Rekrut in die Schlacht zieht - oder einen weiteren PSN-Account anlegt. Heuert euer bester Kumpel beispielsweise bei der hochtechnisierten, europäischen Raven-Einheit an, ihr aber wollt euch bei den eurasischen Guerilla-Kämpfern von S.V.E.R. (sprich: Sever) oder der amerikanischen Valor-Army verpflichten, werdet ihr niemals Seite an Seite, sondern bestenfalls gegeneinander kämpfen. Eine gute Möglichkeit, den Wehrdienst gemeinsam mit Freunden zu erleben, ist die Gründung eines Clans. Dann könnt ihr als Gruppe einem Spiel beitreten und damit sichergehen, auch im gleichen Einsatztrupp zu landen. Mehr Verabredungsmöglichkeiten gibt es nicht.
Sanitäter: Die Heilung schwer verwundeter Kameraden gibt reichlich EP.
KRASSE UMSTELLUNG
Wer an MAG wie an einen gewöhnlichen (Mehrspieler-)Shooter herangeht, wird den Controller alsbald frustriert zur Seite legen. Verglichen mit der bereits erwähnten Genre-Konkurrenz oder gar Operation Flashpoint 2 fühlen sich die Gefechte einfach nicht so realistisch an. Wie bereits bei der Beta-Preview angemerkt, fehlt es den Schießprügeln an Wucht beim Feuern und spürbarem Gewicht beim Handling. Wer ins virtuelle Gras beißt, muss dank Wave- Respawning bis zu 20 Sekunden auf den Wiedereinstieg warten. Dann läuft eure Spielfigur Gefahr, nach zehn Schritten erneut von einem gut versteckten Sniper auf einen halben Kilometer Entfernung die Rübe weggeschossen zu bekommen. Und weil Schaden durch Team-Beschuss - im Fachjargon: Friendly Fire - immer aktiviert ist, segnet man oft auch durch Kugeln, Granaten und Sprengladungen der eigenen Leute das Zeitliche. So, wer bis hierher durchgehalten und noch nicht mit einem Naserümpfen zum nächsten Test geblättert hat, gehört offensichtlich zur Zielgruppe und hat große Chancen, mit MAG viel Spaß zu haben. Also wird's Zeit, endlich die positiven Aspekte hervorzuheben: Punkt 1: Es gibt null Auto- Aiming! Fluch für Einsteiger, die es ob der steilen Lernkurve eh schon nicht leicht haben. Segen allerdings für erfahrene Joypad- Schützen, die sich beim Zielen nicht gern von der CPU dazwischenfunken lassen. Punkt 2: Das Upgrade-System mit mehreren Fähigkeitsbäumen lässt dem Spieler viel Freiraum beim Ausbau der Spezialfähigkeiten und des eigenen Waffenarsenals. Beförderungen bringen Skill-Punkte, mit denen man peu à peu neue Wummen und Features freischaltet.
SEMPER FIDELIS!
Punkt 3: Teamwork wird weitaus besser belohnt als das bloße Niedermähen der gegnerischen Truppen. So verdient ihr für das Wiederbeleben eines kampfunfähigen Kameraden doppelt so viele Erfahrungspunkte (EP) wie für einen Kill. Auf übermächtige Abschussserienbelohnungen wie in MW2 haben die Entwickler komplett verzichtet.
Zu schwer! Bei der Wahl des Equipments muss das Gewicht beachtet werden.
BEFEHL UND GEHORSAM
256 Spieler! Das hört sich krasser an, als es eigentlich ist. Denn durch die Aufteilung einer Kompanie in vier Platoons, die wiederum aus vier Trupps zu je acht Mann bestehen, teilt sich auch die Schlacht in mehrere kleinere Gefechte auf. Clever gelöst: Mit genügend Erfahrung dürft ihr euch vor Match-Beginn für eine Führungsposition bewerben und wahlweise einen 8er-Squad, ein Platoon oder als Leitender Offizier gar die komplette Armee kommandieren. Anhand eines recht simplen, aber eben im Tutorial nicht erklärten Point&Click-Systems setzt ihr Wegpunkte für eure Untergebenen, hetzt sie gezielt auf bestimmte Missionsziele oder fordert Luftunterstützung an. Als "normaler" Soldat zahlt sich Gehorsam absolut aus. Zum einen geben Abschüsse und Aktionen nahe des designierten Ziels Bonus- EP, zum anderen profitiert ihr enorm vom Anführer-Bonus, wenn ihr euch in der Nähe des Chefs aufhaltet. Schnelleres Nachladen, erhöhte Resistenz gegen Sprengsätze oder automatische Gesundheitsregeneration sind nur einige der Vorteile. Die Kehrseite der Medaille: Der Missionserfolg steht und fällt mit den strategischen Entscheidungen der Vorgesetzten. Das ist dann doch wieder sehr realistisch, oder?
Screenshots aus unserem Test zu MAG:
Mal schauen wie sich das Game so machen wird.
ist halt n richtiges core game, aber dafür hab ich leider keine zeit