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  • Ron Gilbert über LucasArts: "Ich kam mir verarscht vor"

    Warum Ron Gilbert sich von George Lucas veräppelt fühlte und der den Day of the Tentacles-Entwickler ursprünglich nur aus Steuergründen aufgebaut hat: Auf der GDC 2014 packte Monkey Island-Designer Gilbert in seinem Post Mortem zu LucasArts allerhand spannende Details aus.

    Einige der besten Spielkonzepte und Studios sind aus völlig absurden Anlässen entstanden. Als Will Wrights Haus abbrannte, programmierte er sich eine Software, um selbst den Architekten mimen zu können. Daraus entstand Die Sims-Reihe. Und hätte George Lucas in den 80er Jahren nicht so viel Geld mit Star Wars verdient, hätte es möglicherweise heißgeliebte Adventure-Perlen wie Day of the Tentacle und Secret of Monkey Island oder auch Indiana Jones and the Fate of Atlantis nie gegeben. "George musste damals ein paar Millionen in Projekten unterbringen, um Steuern zu sparen", so erzählten es Veteranen wie Ron Gilbert von LucasFilm Games, das später in Lucas Arts umfirmierte, im Rahmen eines Panels auf der GDC 2014 in San Francisco.

    "Es war zu viel Geld da, das musste irgendwie verteilt werden"

    Die illustre Runde setzte sich aus Programmierern wie Peter Langston, David Fox, Chip Morningstar und Spieldesigner-Legende Ron Gilbert zusammen. "Im April 1982 rief George Lucas an und fragte, ob ich nicht Interesse hätte eine neue Firma außerhalb des Filmgeschäfts mit ihm zu starten", erinnert sich Programmierer Langston. "Aber ihr müsst eines wissen: Er hat das nur gemacht, weil die Film-Industrie damals so funktionierte. Man hat drei bis vier Jahre kontinuierlich Geld in einen Film gesteckt, dann kam er raus und in den nächsten zwei Wochen wurden durch Blockbuster wie Star Wars Unmengen an Geld in das Studio gespült [Anm. d. Red.: "Das Imperium schlägt zurück" kostete nur 18 Mio. US-Dollar in der Produktion, spielte aber über 200 Mio. ein]. Das hätte man ja alles versteuern müssen, reinvestieren war da günstiger".

    Das klingt ebenso bizarr wie unglaublich und doch ist es wohl wahr: George Lucas hat Firmen, die heute Weltruhm genießen, eigentlich nur aus steuerlichen Gründen aufgebaut. Darunter illustre Namen wie Pixar, die heute den Animationskino-Markt dominieren. Laut Langston war LucasFilm Games für George Lucas aber vor allem auch eine Quelle der Inspiration und Kreativität. "Er wollte eine Firma innerhalb seines Imperiums schaffen, die nicht einfach nur nach Marketing-Statistiken funktioniert und auf Kommerz fokussiert arbeiten sollte". Spannend auch: Lucas brachte viele eigene Ideen für Text-Adventures ein und duldete generell keine Widerworte. "Wenn wir ihm sagten: "Nein Mr. Lucas, das geht nicht, das können wir technisch nicht umsetzen, dann beharrte er trotzdem darauf, daraus sind viele unserer großen Konzepte entstanden".

    11:02
    Retro-Special: Monkey Island-Reihe mit Gaststar Ron Gilbert

    "Star Wars und Indiana Jones waren tabu. Das verdammte uns zu Innovation"

    Auf der GDC 2014 sprachen Entwickler wie Ron Gilbert über ihre Zeit bei LucasArts und die Zusammenarbeit mit George Lucas. (1) Auf der GDC 2014 sprachen Entwickler wie Ron Gilbert über ihre Zeit bei LucasArts und die Zusammenarbeit mit George Lucas. (1) Quelle: PC Games Weil Lucas verhindern wollte, dass das Studio sich auf seinen starken Hollywood-Marken wie Indiana Jones und eben Star Wars ausruht, verbot er dem Studio die Nutzung jeglicher Lizenz. LucasFilm Games schlachtete den prominenten Namen trotzdem schamlos aus, wie sich David Fox erinnert: "Klar, ich wollte an Star Wars arbeiten. Nur deswegen habe ich mich dieser Chaostruppe angeschlossen". Ron Gilbert sieht das Ganze heute aus einer sehr positiven Sicht: "Wir waren das einzige Studio innerhalb dieses riesigen Konzerns, das seine eigenen Geschichten, ja seine eigenen Marken kreieren durfte. Das verdammte uns zu Innovation". George Lucas war sein Spielestudio offensichtlich sehr wichtig, denn er wollte in alle Entscheidungen eingeweiht werden und bestimmte letztlich auch, wie schnell das Team wachsen durfte.

    "Bleibt klein, seid kreativ, verliert kein Geld" – das waren seine drei Grundpfeiler, da sind sich alle ehemaligen Angestellten einig. Skurriler Weise überlies er seinem Team nicht mal ein Budget, das sollten sie sich selbst suchen. "Wir haben nie Firmengeld zur Entwicklung genommen, sondern immer externe Financiers gesucht. Das hat gut funktioniert, weil jeder gerne mit LucasFilm Games – was ja sehr nach Lucas Arts klingt – verbandelt sein wollte", erzählt Fox.

    08:08
    Retro-Special: Day of the Tentacle

    Ron Gilbert: "Ich traf George Lucas und Steven Spielberg ohne Bart. Kam mir verarscht vor"

    Amüsant auch, wie sich Ron Gilbert an seine erste Begegnung mit Lucas erinnert: "George Lucas und Steven Spielberg wollten unerkannt eine Filmpremiere genießen und hatten sich blank rasiert. Die beiden ohne Bart? Ich kam mir reichlich verarscht vor". "Star Wars" habe allerdings seine Karriere entscheidend definiert: "Die Effekte von Industrial Light & Magic waren damals wegweisend, und ich fand es toll wie die Technik eine Interaktion zwischen Spielfiguren ermöglichte. Das hat mich sehr inspiriert". Die Zusammenarbeit mit LucasArts an sich hat ihm gut gefallen, weil George Lucas das Studio immer wieder anwies, Spiele zu entwickeln, die möglichst vielen Leuten Spaß bereiten sollten.

    "Es ging ihm dabei weniger um den Massenmarkt, mehr um die Zugänglichkeit. Das war eine Zeit, in der viele Entwickler in ihrer eigenen Welt lebten und einfach vor sich hin programmierten. Wir aber haben immer nach Wegen gesucht, komplexe Rätsel in leichte Spielmechaniken einzubetten. Die Einstiegshürde war dadurch niedrig, die Rätsel an sich aber trotzdem schön knackig. Letztlich die Formel, aus der Day of the Tentacle gemacht ist".

    Insgesamt bezeichnet der 50-jährige Ron Gilbert seine 12 Jahre bei LucasFilm Games / LucasArts als "die verrückteste und schönste in meinem Leben. Wir hatten oft keine Ahnung, haben einfach losprogrammiert. Die Grundsteine der SCUMM-Engine sind quasi während eines Mittagessens mit fettigen Pizza-Händen entstanden. War schon eine wilde Zeit".

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LucasArts
Ron Gilbert über LucasArts: "Ich kam mir verarscht vor"
Warum Ron Gilbert sich von George Lucas veräppelt fühlte und der den Day of the Tentacles-Entwickler ursprünglich nur aus Steuergründen aufgebaut hat: Auf der GDC 2014 packte Monkey Island-Designer Gilbert in seinem Post Mortem zu LucasArts allerhand spannende Details aus.
http://www.videogameszone.de/LucasArts-Firma-15559/Specials/Ron-Gilbert-ueber-LucasArts-Ich-kam-mir-verarscht-vor-1114387/
23.03.2014
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2014/03/LucasFilmGames_04-pc-games_b2teaser_169.jpg
lucas arts,star wars,george lucas,monkey island
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