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  • Lost Planet 3 angespielt: Starker Held, schwaches Spiel

    Die Darstellung des Planeten ist dank hübscher Lichteffekte gelungen, im Detail offenbaren sich aber viele grafische Schwächen.

    Einmal Eisplanet am Stil, bitte! Bläst mit Lost Planet 3 Mitte August ein angenehmer frischer Wind durch die an Actionspielen armen Sommermonate? Oder schmilzt der Mix aus Deckungs-Shooter und Mech-Spiel beim Anspielen zum Spielspaßzwerg zusammen? Unsere Vorschau mit brandneuen Hands-On-Eindrücken gibt euch die Antwort. Und ein Eis. Okay, das mit dem Eis war gelogen.

    Was wäre, wenn Videospiele zur Abwechslung mal die wirklich wichtigen Themen des Lebens behandeln würden: Familie, Liebe, Kinder? Was wäre, wenn ein Unternehmen, nennen wir es mal Capcom, seinem Spielehelden echte Emotionen wie Sehnsucht und Einsamkeit ausdrücken lassen würde anstatt ihn nur als obercoolen Terminator 2.0 darzustellen? Und was wäre, wenn man diesen in die Charakterzeichnung gesteckten Aufwand mit einem ebenso liebevoll designten Spielkonzept verbinden würde, das sich nicht in immer gleichen Deckungs-Ballereien und unsäglichen Quick-Time-Events erschöpfen würde? Dann, ja dann wäre Lost Planet 3 wohl ein außergewöhnliches Spiel. So aber macht es beim Anspielen der Vorschauversion bislang eher einen mittelmäßigen bis allenfalls soliden Eindruck. Und das trotz seines wunderbar menschlichen Protagonisten

    Eine schrecklich nette Familie

    Gracie und Jim Peyton sind glücklich verheiratet: er bärtiger Ingenieur, sie blonde Vollzeitmutter. Das junge Ehepaar hat sogar einen kleinen Sohn: Hank. Was steht dem Familienglück also im Wege? Zweierlei: die Energiekrise auf der Erde der Zukunft und viele Millionen Kilometer luftleerer Raum. Denn Jim hat einen Job auf E.D.N. III angenommen, dem aus Lost Planet 1+2 bekannten Eisplaneten. Dort bohrt er im Auftrag der Firma Nevec nach kostbarer Thermalenergie, mit der die Erde vor dem Kollaps gerettet werden soll. Jim sagt also Adieu zu Frau und Kind, steigt in ein Raumschiff und friert sich fortan auf E.D.N. III den Hintern ab.

    Immerhin stimmt die Bezahlung und mittels Videobotschaften bleibt Jim in Kontakt mit seiner Familie.
    Es sind diese in Zwischensequenzform dargebrachten Nachrichten von zwischen den Sternen, die dem Protagonisten charakterliche Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen. Jim spricht darüber, wie er Gracies Stärke bewundert, die ihren gemeinsamen Sohn alleine aufzieht, während er als Vater ein paar Lichtjahre entfernt auf einem anderen Planeten dem Erfrierungstod trotzt. Gracie schickt ihm im Gegenzug ein Mix-Tape mit Country-Musik oder klagt, dass Hank ohne seinen Vater Probleme hat einzuschlafen. Solche Szenen berühren den Spieler, auch und gerade in der exzellent vertonten deutschen Version.

    Gefangen im Eis

    Die Darstellung des Planeten ist dank hübscher Lichteffekte gelungen, im Detail offenbaren sich aber viele grafische Schwächen. Die Darstellung des Planeten ist dank hübscher Lichteffekte gelungen, im Detail offenbaren sich aber viele grafische Schwächen. Doch Lost Planet 3 ist kein Familiendrama, keine sich behutsam entfaltende Liebes- und Leidensgeschichte. Das Persönliche steht hinter dem eher klassischen Science-Fiction-Plot zurück: Irgendwas läuft auf E.D.N. III gehörig schief. Eine Unbekannte sabotiert die Nevec-Anlagen und es tauchen Indizien dafür aus, dass sich andere Menschen auf dem als unbewohnt geltenden Himmelskörper aufhalten (Teil 3 spielt vor dem ersten Lost Planet, ist also ein Prequel). Jim muss die dahintersteckende Verschwörung aufdecken. Ob er will oder nicht. Denn Lost Planet 3 verläuft streng linear, ihr hakt nacheinander eine fest vorgegebene Abfolge von Missionen ab.

    Zwar existiert eine Art frei begehbarer Oberwelt, die mehrere Schauplätze mit schmalen Schneekorridoren verbindet. Doch Raum für Erkundungen auf eigene Faust ist dort keiner. Die Laufwege von Jims Heimatbasis zum Missionsziel stören sogar mehr, als dass sie zum Spielspaß beitragen. Denn gerade zu Beginn stapft ihr die immer gleichen Pfade entlang, wenn ihr für einige optionale Nebenmissionen (bislang allesamt öde Sammelaufgaben) bereits erkundete Orte erneut besucht. Die damit einher gehenden Ladezeiten nerven mit Überlänge und hoher Frequenz – zumindest in der von uns gespielten Version für die Playstation 3. Als uns das Spiel nach drei Stunden endlich die Kontrolle über eine Schnellreise-Funktion übertrug, waren wir dazu versucht, einen spontanen Freudentanz aufzuführen.

    Inventar und Logbuch dürften jedem Dead Space-Spieler seltsam vertraut vorkommen. Inventar und Logbuch dürften jedem Dead Space-Spieler seltsam vertraut vorkommen. Die erwähnte Heimatbasis ist da schon eine gelungenere Neuerung der Reihe, plaudert Jim hier doch zwischen Missionen mit seinen Kollegen, von denen einige reichlich verrückt daherkommen, etwa der knabenhafte Mechaniker Gale. Der heitere Umgangston in diesen Dialogen passt gut zur Weltraum-Western-Atmosphäre des Spiels. Weniger lustig als vielmehr überlebenswichtig sind zudem die beiden Läden in der Basis, in denen ihr eure durch Kämpfe und erfüllte Aufgaben verdiente Thermalenergie eintauscht: gegen neue Waffen, Upgrades für eure Schießeisen sowie Verbesserungen an Jims Mech.

    Den vier Meter großen Kampfschreiter lenkt ihr aus der Ego-Perspektive; wer ein Gamepad benutzt, kontrolliert die beiden Arme (Greifer und Bohrer) über den linken und rechten Trigger. Kämpfe zwischen eurem Mech und den insektenartigen Bewohnern von E.D.N. III, den sogenannten Akryden, verlaufen auf zwei Arten: Entweder verarbeitet ihr die Krabbelviecher mit wilden, ungezielten Hieben zu Brei oder ihr folgt den Bildschirmeinblendungen, die aus Auseinandersetzungen mit größeren Widersachern simple Reaktionsspielchen machen. Dann heißt es, den ausgewiesenen Knopf im richtigen Moment zu drücken, um den Panzer eines Ekel-Viechs aufzubohren. Weil sich diese Handlungen rasch wiederholen und man sich dabei so gar nicht als Pilot eines kampfstarken Mechs fühlt, öden solche Szenen einen schon bald an.

    Zumal Lost Planet 3 ohnehin viel zu häufig auf Quick-Time-Events setzt: Fallen euch Gegner im Nahkampf an, hämmert ihr wie wild auf die Sprungtaste und versetzt dem Feind dann drei schnelle Stiche mit Jims Jagdmesser, indem ihr ein störrisches Fadenkreuz über den Bildschirm lenkt. Darüber hinaus gibt es ein obligatorisches Minispiel, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn der Held eine kaputte Konsole reparieren muss: Mit den beiden Analog-Sticks des Controllers gilt es, die richtige Ausrichtung zweier Drehschalter herauszufinden.

    Wo wir schon bei der Steuerung sind: Die ist zwar explizit auf Gamepads ausgelegt, fühlt sich in der gespielten PS3-Version aber dennoch reichlich träge und unpräzise an. Vor allem Jims niedrige Bewegungsgeschwindigkeit bei seinen Ausweichrollen zehrt an den Nerven.

    Universal Solider

    Während das Spiel einen neuen Level lädt, bekommt ihr Videobotschaften von Jim und seiner Frau Gracie zu sehen. Sympathisch! Während das Spiel einen neuen Level lädt, bekommt ihr Videobotschaften von Jim und seiner Frau Gracie zu sehen. Sympathisch! Wenn ihr nicht gerade in der Basis herumlungert, Zwischensequenzen anschaut oder im Mech durch die Eiswüste stampft, kommt Lost Planet 3 als entwaffnend klassisches Actionspiel daher, genauer: als ein Third-Person-Shooter der Marke Gears of War 3 oder Dead Space 3. Da mag Entwickler Spark Unlimited (Legendary: The Box, Turning Point: Fall of Liberty) bei der Charakterzeichnung den Pinsel noch so subtil schwingen: Wenn es um das eigentliche Gameplay geht und die Fetzen im Kampf fliegen, dann wählt Lost Planet 3 zu oft die Holzhammermethode oder langweilt mit ödem Leveldesign und immer gleichen Schusswechseln.

    Das fängt schon bei Jims Arsenal an: In unserer Preview-Version hatten wir Zugriff auf Pistole, Schrotflinte, Scharfschützen- und Maschinengewehr. Besonderheiten: keine. Ausgefallene Knarren: Fehlanzeige. Ob da das fertige Spiel mehr zu bieten hat? Wir hoffen es, denn aufgrund der wenig durchschlagskräftigen Standard-Schießprügel fühlen sich die Kämpfe gegen fliegende Insekten, kleine Käfer, Feuer spuckende Schildkröte oder aus der Entfernung schießende Tausendfüßler schnell wie Routine an: Es fehlt ein besonderer Kniff wie die Nanoschmiede und das Schwerkraftgewehr aus Red Faction: Armageddon, die "taktische Zerstückelung" eines Dead Space oder die Zeitlupenfunktion, die seit eh und je zum Handwerkszeug der meisten Actionspiele gehört. Oder wie wäre es mit ein paar Physikeffekten und zerstörbarer Umgebung, um den Gefechtsalltag aufzulockern? Lost Planet 3 bietet nichts davon, hier zählt einfach nur, drauf zu halten, sich gelegentlich hinter einer hüfthohen Mauer vor Feindbeschuss zu ducke und möglichst schnell die furchtbar nervigen Spawn-Punkte der Akryden in die Luft zu jagen.

    Die Monotonie wird gelegentlich von Bosskämpfen unterbrochen, in denen ihr gegen besonders dicke Akryden antretet, von stur anstürmenden Riesenkrabben bis hin zu hochausgroßen Tentakelmonstern. Wie für die Serie üblich besitzt jede Kreatur eine hell leuchtende Schwachstelle, die es freizulegen und anschließend mit Kugeln zu bestreichen gilt. Geschickte Spieler werfen den Wesen zudem noch die ein oder andere Granate ins Maul. Das ist an sich gelungen und stellt selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad eine ordentliche Herausforderung dar. Doch auch hier zeigen sich Mängel, etwa die wenig packende Inszenierung mit allzu seltenen "Uih, wie irre!"-Momenten, die teils recycelten Feindtypen und, am Ende der Preview-Fassung, ein arg in die Länge gezogener Bosskampf mit drei sehr ähnlichen Phasen und keinen Überraschungen.

    Echte Menschen

    Ab und zu versucht Lost Planet 3, Gruselstimmung zu erzeugen, scheitert daran aber trotz deutlicher Dead Space-Anlehnungen. Ab und zu versucht Lost Planet 3, Gruselstimmung zu erzeugen, scheitert daran aber trotz deutlicher Dead Space-Anlehnungen. Wer den Vorgänger Lost Planet 2 für seinen Koop-Modus geliebt hat, bleibt Teil 3 besser fern: Der neueste Sprössling aus dem Hause Capcom ist vorrangig ein Einzelspielertitel, die kooperative Kampagne fiel dem Rotstift zum Opfer. Im neuen Mehrspielermodus treten stattdessen maximal zehn Spieler in zwei Teams gegeneinander an. Dabei stehen euch sechs Maps und vier Spielmodi zur Auswahl. Gesehen haben wir davon bisher zwei: Scenario und Akryd-Survival. Im ersten geht es darum, wechselnde Aufgaben zu erfüllen, etwa einen Bohrer zu beschützen, während der Gegner diesen zu vernichten versucht. Modus Nummer zwei bietet das altbekannte Horde-Gameplay, wie es etwa die Gears of War-Serie populär gemacht hat, erweitert es aber um einen interessanten Kniff: Nachdem die beiden Teams mehrmals die in Schüben angreifenden KI-Monster abgewehrt haben, gehen sie in der letzten Runde aufeinander los und ermitteln so den Sieger.

    Technisch hat Lost Planet 3 übrigens kaum Chancen auf einen Platz auf dem Siegerpodest. Die verwendete Unreal Engine 3 stellt zwar gelegentlich hübsche Lichteffekte dar, geizt zugleich aber mit Details in den faden Levels. Zudem hatte die Vorschau-Version auf der Playstation 3 noch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen: Manche Texturen tauchten erst mit deutlicher Verspätung auf (Pop-up) und in besonders rasanten Szenen geriet die Konsole regelmäßig ins Stottern.

    02:11
    Lost Planet 3: Gameplay-Trailer mit Riesenmech und Monsterspinne
    Spielecover zu Lost Planet 3
    Lost Planet 3
  • Lost Planet 3
    Lost Planet 3
    Publisher
    Capcom
    Developer
    Spark Unlimited
    Release
    30.08.2013
    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von BadButterfly65
    Das herz ist doch nicht der koop. Der erste teil war soweit ich mich erinnern kann komplett Soloplayer.
    Von SnowmanGER
    Wie konnten die nur das Herz der Lost Planet Reihe entfernen? Ohne Koop ohne mich.

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    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von BadButterfly65 Benutzer
        Das herz ist doch nicht der koop.
        Der erste teil war soweit ich mich erinnern kann komplett Soloplayer.
      • Von SnowmanGER Erfahrener Benutzer
        Wie konnten die nur das Herz der Lost Planet Reihe entfernen? Ohne Koop ohne mich.
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Lost Planet 3
Vorschau: Starker Held, schwaches Spiel
Einmal Eisplanet am Stil, bitte! Bläst mit Lost Planet 3 Mitte August ein angenehmer frischer Wind durch die an Actionspielen armen Sommermonate? Oder schmilzt der Mix aus Deckungs-Shooter und Mech-Spiel beim Anspielen zum Spielspaßzwerg zusammen? Unsere Vorschau mit brandneuen Hands-On-Eindrücken gibt euch die Antwort. Und ein Eis. Okay, das mit dem Eis war gelogen.
http://www.videogameszone.de/Lost-Planet-3-Spiel-12681/News/Vorschau-Starker-Held-schwaches-Spiel-1080014/
24.07.2013
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2013/07/Lost_Planet_3_PS3_Preview__9_-pc-games_b2teaser_169.jpg
lost planet 3,action,capcom
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