Lips - Die Singstar-Alternative von Microsoft im Test

Test

Explosionen und grellbunte Effekte sind das ganz große Ding in Lips. Quelle: Hersteller Microsoft Explosionen und grellbunte Effekte sind das ganz große Ding in Lips. Da Videospieler ziemlich seltsame Zeitgenossen waren, die samstagabends in erster Linie Ego-Shooter zocken und keinerlei soziale Kompetenzen besitzen, war die Welt bislang noch nicht reif für Spiele wie Lips. Jetzt, da „Casual-Games“ in aller Munde sind, hat sich dies aber geändert! Da wir bei der X3 allerdings am Wochenende eher dazu neigen, sozial zu vereinsamen, fällt Microsofts Singspiel unten durch. Also sorry an alle Party-Hengste. Werdet mit Lips glücklich, wir tun‘s nicht.

Spiel? Nein! Karaoke!
Was würde man von einem Singspiel erwarten? Verschiedene Schwierigkeitsgrade, freischaltbare Songs, Online-Duelle, einen Karriere-Modus, ein Belohnungs- und in wirren Allmachtsfantasien sogar ein funktionierendes Feedback-System, das einem anzeigt, wieso man gut oder schlecht gesungen hat. Auf das alles hat man bei Lips in weiser Voraussicht verzichtet. Wer will so was schon auf einer hippen Penthouse-Party? Dafür gibt’s ein stylishes Menü ohne verwirrende Optionen, viele, viele bunte Farben und die Möglichkeit, eigene Songs ins Spiel einzufügen. Allerdings ohne Text- oder Tonhöhenanzeige, sollte Microsoft den Song nicht zufällig im Online-Angebot haben. Außerdem bekommt man für seine 60 Euro zwei kabellose, meist wild blinkende Mikrofone, die zwar einwandfrei funktionieren, aber mit anderen Singspielen nicht kompatibel sind.

Jeder kann singen!
Im Versus-Mode seht ihr statt des Musikvideos zwei harte Rocker! Groovy! Im Versus-Mode seht ihr statt des Musikvideos zwei harte Rocker! Groovy! Was bleibt, ist ein Karaoke-Spiel für zwei Spieler. Der einzige verfügbare Schwierigkeitsgrad ist irgendwo unter dem Beginner-Mode anderer Musikspiele angesiedelt und beschert auch Gesangs-Legasthenikern Punktezahlen im Millionenbereich und Bewertungen zwischen „Super Nova“ und „Urknall“ (kein Witz, die heißen echt so!). Das gleicht dann auch die Tatsache aus, dass während eines Songs bei fast jeder halbwegs gelungenen Textzeile bunte Explosionen den Bildschirm erleuchten. Dadurch wird der sowieso schon recht kleine Schweif, welcher die eigene Tonhöhe anzeigt, noch schwerer erkennbar. Die eigene Stimme anzupassen, ist somit nahezu unmöglich. Aber meist bekommt man auch für sinnloses Vor-sich-hin-Gebrabbel irgendwie noch Punkte. Die gibt es übrigens auch für Rhythmus-Effekte, die durch Schütteln des Mikros oder per Controller erzeugt werden. Sieht lustig aus und ist komplett sinnlos. Perfekt für die trendige Casual-Games-Sing-Come-Together-Party!

XBOX LIVE
Ein Kessel Buntes! Die Songauswahl könnte breiter gefächert nicht sein! Quelle: X3 Ein Kessel Buntes! Die Songauswahl könnte breiter gefächert nicht sein! Über Xbox Live können weitere Songs à 160 Microsoft Points heruntergeladen werden und eigene Punktestände online gestellt werden. That’s it!

Bildergalerie: Lips
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (3 Bilder)

Wertung zu Lips (X360)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Die 40 Songs auf Disc bieten aus wirklich jeder Stilrichtung etwas.Zwei mitgelieferte Mikrofone, die einwandfrei funktionieren …
… allerdings nicht mit anderen Musikspielen kompatibel sind.Total überdrehte Aufmachung, die auf Effekte statt Funktionalität setzt.Das Angebot an Download-Titeln ist derzeit noch mehr als dürftig.Alles, was ein ernsthaftes Singspiel ausmacht, fehlt (Schwierigkeitsgrade etc.).
Fazit

Ich kann Umbrella singen! Blink, dance, freu, freu!

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