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  • L.A. Noire: Die geniale Technik unter der Lupe - So funktioniert MotionScan im Detail

    L.A. Noire ist das erste Videospiel überhaupt, in dem eine brandneue Technologie namens MotionScan eingesetzt wird. Videogameszone.de erklärt die Technik und zeigt beeindruckende Screenshots aus L.A. Noire.


    In L.A. Noire kommt mit MotionScan eine brandneue Technologie zum Einsatz. MotionScan geht über traditionelle Verfahren für Motion Capturing hinaus, um die schauspielerische Leistung von Darstellern in Videospiele einzubinden und erreicht dabei einen beeindruckenden Realitäts- und Detailgrad. Mithilfe einer Apparatur aus 32 hochauflösenden Kameras, die die Mimik von Schauspielern in einer speziellen Auflösung scant und digitalisiert, kann MotionScan jede noch so kleine Nuance von Emotionen einfangen und erlaubt es Spielern so, sich wie ein echter Detective zu fühlen, wenn man auf der Suche nach der Wahrheit die Regungen und Reaktionen jedes Charakters deuten muss.

    Umsetzt wird das aufwendige Motion Capturing von der Firma Depth Analysis, ein junges, kleines Unternehmen aus Los Angeles. Den Technikern gelang es, mit einer Vielzahl von Kameras Menschen so abzufilmen und zu scannen, dass das Ergebnis in Echtzeit als virtuelles 3D-Modell ausgegeben wird. Toll: Für L.A. Noire wird jede noch so kleine Gesichtsregung, etwa ein Naserümpfen, Augenbrauenheben oder Lächeln, eingefangen.

    Der Raum der Zukunft: In diesem grellen, engen Raum sitzen die Schauspieler. Einziger Fixpunkt: Eine aufgeklebte Mona Lisa. Der Raum der Zukunft: In diesem grellen, engen Raum sitzen die Schauspieler. Einziger Fixpunkt: Eine aufgeklebte Mona Lisa. Der Raum der Zukunft
    Das Studio dazu wirkt auf den ersten Blick wie ein Raum aus einem Raumschiff. Klein ist er, gerade mal 20 Quadratmeter, dazu komplett weiß und blendend hell. In der Mitte steht ein abmontierbarer Stuhl, für die Schauspieler. Rundherum, montiert an Metallstreben, 32 Kameras, die auf das Gesicht des Schauspielers gerichtet sind. Sie fängt aus jeder nur möglichen Perspektive das Antlitz der Figur ein. Für gelernte Filmschauspieler (die Depth Analysis für ihre Filmarbeitet benutzt) ist das freilich eine gehörige Umstellung. Um in dem kargen Raum nicht völlig die Orientierung zu verlieren, hat jemand ein Bild der Mona Lisa hingepappt – als Fixpunkt für die Schauspieler. Daneben befindet sich ein einziger Monitor. Auf dem laufen die zu sprechenden Textzeilen herunter – auswendig merken kann sie diese Fülle an Dialogen sowieso kein Mensch. Man stelle sich vor: L.A. Noire besitzt an die 2.200 Seiten Skript – Eine normale Fernsehserie hat pro Folge etwa gerade mal 50, ein Kinofilm um die 200 Seiten.

    Beeindruckend? Auf jeden Fall, aber Rockstar hat noch mehr solcher Zahlen zu bieten: Aus über 1.000 Teilen besteht der "Matrix-Raum", gekostet hat er etwa eine halbe Million Dollar. Zurzeit arbeiten die Macher um Oliver Bao (Head of Research and Development bei Depth Analysis) an einer mobilen Version. Immerhin wollen sie die Technik ausbauen, außerdem sitzen die Macher des Spiels, Team Bondi, in Australien. Schon seit 2005 gibt es übrigens die Idee zu dieser Technik, seit 2009 steht das derzeitige System.

    Der Schauspieler Aaron Staton übernimmt die Rolle des Polizisten Phelps. Der Schauspieler Aaron Staton übernimmt die Rolle des Polizisten Phelps. Wie beim Film
    Die Schauspieler, die für Rollen in L.A. Noire gecastet werden, sind zahlreich. Über 400 (!!) sind es bereits. Immerhin muss jeder NPC, der durch die Straßen von Los Angeles wandert, die neuen, realistischen Gesichtszüge bekommen. Unter den bekanntesten Rekrutierungen sind Aaron Staton (bekannt aus der Serie Mad Men, spielt den Helden Cole Phelps) und Erika Heynatz (Australia's Next Topmodel). Auch sonst läuft vieles ab wie auf dem Set einer Filmproduktion: Schauspieler sitzen vor Ihrem "Auftritt" in der Maske, werden geschminkt und bekommen eine enganliegende Frisur (hier offenbaren sich noch Schwächen in der Technologie: Wehende, lange, offene Haare gehen nicht). Im Raum selber sind die Schauspieler permanent mit dem Regisseur verbunden, (Ja, er schreit auch "Action!") sowie einem zweiten Mitarbeiter, der das korrekte Einhalten der Texte überprüft. Jeder Monolog wird dann mehrfach gesprochen, alles wie beim Film eben. Einen Raum neben Regisseur und Helfer sitzen weitere DA-Mitarbeiter. Sie verarbeiten und editieren das erzeugte Material direkt nach der Entstehung.

    Ein Bildvergleich zwischen Schauspieler und fertigem 3D-Bild. In Bewegung sieht das wirklich verblüffend aus! Ein Bildvergleich zwischen Schauspieler und fertigem 3D-Bild. In Bewegung sieht das wirklich verblüffend aus! Quelle: Rockstar Games Etwa vier bis fünf Schauspieler "schaffen" die Produzenten etwa pro Tag. Jeder Akteur hält in dem engen, kahlen Raum nicht länger als drei Stunden durch. Das Ergebnis einer Tagesproduktion klingt ernüchternd: Etwa 15 Minuten fertiges Material entsteht an einem ganzen Tag. Überlegt man jedoch, wie lange dieser Vorgang auf traditionelle Weise, also mit mühsamer Lippensynchronisation per Hand gedauert hätte, kann man durchaus behaupten, dass L.A. Noire ohne die Technik von Depth Analysis kaum möglich gewesen wäre. Die Datenmengen für die Erstellung der 3D-Gesichter sind brutal: Etwa einen Gigabyte verschlingt jede Sekunde Rohmaterial. Rechnet das mal auf einen ganzen Tag hoch! Allein das Ergebnis kann sich sehen lassen und macht diesen enormen Aufwand mehr als wett. Noch nie sahen Gesichter in Videospielen beeindruckender und realistischer aus. Man sieht, spürt die Emotionen der Gegenüber, erkennt, wenn sich jemand fürchtet, lügt oder wütend ist. Was diese Technik für die Zukunft der Videospiele bedeutet, ist unklar. Wenn sich das System durchsetzt, erwarten uns bald Spiele jeden Genres, die auf wirklichkeitsgetreue Mimik Wert legen. Stellt euch einen Shooter, ein Rollenspiel mit diesen Mitteln vor! Fest steht: Wer L.A. Noire gesehen hat, möchte nie wieder ein Spiel ohne Motion Scan erleben.

  • L.A. Noire
    L.A. Noire
    Publisher
    Rockstar Games
    Developer
    Team Bondi
    Release
    20.05.2011
    Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von bullshit67
    Ok, ich hab LA Noir gesehen und gleich heute schmeisse ich meine spielsammlung weg sowie god of war 3 und alan wake ; )
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von bullshit67 Benutzer
        Ok, ich hab LA Noir gesehen und gleich heute schmeisse ich meine spielsammlung weg sowie god of war 3 und alan wake ; )
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L.A. Noire
L.A. Noire: Die geniale Technik unter der Lupe - So funktioniert MotionScan im Detail
L.A. Noire ist das erste Videospiel überhaupt, in dem eine brandneue Technologie namens MotionScan eingesetzt wird. Videogameszone.de erklärt die Technik und zeigt beeindruckende Screenshots aus L.A. Noire.
http://www.videogameszone.de/LA-Noire-Spiel-11475/Specials/LA-Noire-Die-geniale-Technik-unter-der-Lupe-So-funktioniert-MotionScan-im-Detail-805035/
21.12.2010
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2010/12/Aaron_in_Rig_2.jpg
la noire,action-adventure,rockstar
specials