Kingdoms of Amalur: Reckoning im Test - Das hat uns nicht gefallen - plus Wertung

Test Viktor Eippert

Kingdoms of Amalur: Reckoning im Test für PS3 und Xbox 360: Motivierender Mix aus epischem Rollenspiel und actionreichem Hack&Slay, der von seiner schwachen Story und den langweiligen Charakteren auf dem Weg zur Oberliga ausgebremst wird.

Das hat uns an Kingdoms of Amalurs: Reckoning nicht gefallen:

Enttäuschende Handlung
Die Ausgangslage von Reckoning ist richtig interessant und hat alle Zutaten, die sie für ein episches Abenteuer, gespickt mit wichtigen Entscheidungen, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, braucht: In der Fantasy-Welt von Kingdoms of Amalur: Reckoning spielt das Schicksal eine enorm wichtige Rolle. Egal ob Gnom, Mensch oder Elf - jeder Sterbliche Amalurs wird in eine unumstößliche Bestimmung hineingeboren, der er fortan nicht entfliehen kann. Diese alles umfassende Ordnung wird - wie sollte es auch anders sein? - durch eine Schicksalsfügung durchbrochen, nämlich durch den Tod und die darauf folgende Wiederauferstehung des Spielhelden von Reckoning.

Dadurch kann der Held nicht nur seinen eigenen Schicksalsverlauf frei bestimmen, sein Auftreten wirkt sich zugleich auf die Einzelschicksale aller aus, denen er begegnet und die er durch sein Handeln beeinflusst. So die Theorie zumindest. Denn in der Praxis bleibt dieser tolle Ansatz völlig ungenutzt. Ihr trefft weder moralische Entscheidungen, noch könnt ihr das Schicksal anderer über typische Bring- und Meuchelaufträge hinaus nicht beeinflussen. Stattdessen steht im Zentrum der Handlung eine Situation, die abgedroschener kaum sein könnte: Ein machthungriger Tyrann stürzt die Welt in einen grausamen Krieg und will alle Völker unterjochen. Der Einzige, der ihn aufhalten kann, ist - selbstverständlich - unser Held. Zu allem Überfluss kommt die Story nach dem tollen Einstieg nur schleppend in Fahrt und tröpfelt bis auf zwei Höhepunkte bis zum Abspann nur vor sich hin.

Weitere Screenshots aus unserem Test zu Kingdoms of Amalur: Reckoning findet ihr in unserer Galerie. Quelle: Videogameszone Weitere Screenshots aus unserem Test zu Kingdoms of Amalur: Reckoning findet ihr in unserer Galerie. Austauschbare Charaktere und starre Dialoge
Schlecht geschrieben sind die Dialoge nicht, vielmehr hapert es an der Präsentation. Hölzerne Animationen, sporadische Perspektivwechsel und der stumme, teilnahmslose Held lassen die vielen Unterhaltungen statisch und altbacken wirken. KoA fehlen außerdem erinnerungswürdige Charaktere, die die Handlung tragen. Selbst die wichtigsten Verbündeten des Schicksalslosen wirken blass und teilweise sogar völlig unnötig. Gerade aufgrund der Mitarbeit von Bestsellerautor R. A. Salvatore, der mit der Figur des Drizzt Do'Urden eine regelrechte Fantasy-Berühmtheit erfand, hätten wir in Sachen Charakterzeichnung deutlich mehr erwartet!

Künstlich begrenzte Spielwelt
Obwohl die weiten Landstriche Amalurs zum Erkunden einladen, erreicht Reckonig aufgrund seiner künstlichen Levelbegrenzungen nie ein Freiheitsgefühl wie Skyrim oder Fallout 3. Vielmehr erinnert der blasenförmige Aufbau der Gebiete, die durch enge Gänge miteinander verbunden werden, an typische Online-Rollenspiele. Außerdem schränkt das Spiel auch ein, an welchen Stellen wir einen Abhang runter springen dürfen und wo nicht. Albern!

Umständliche Menüführung
Bis auf den Talentbaum sind alle Menüs als unnötig verschachtelte Liste angelegt, die sich aufgrund einer ordentlichen Aufteilung obendrein viel zu langsam navigieren lässt. Das Questlogbuch nach wichtigen Aufgaben durch zu stöbern oder ein bestimmtes Item im Inventar zu finden dauert mitunter eine kleine Ewigkeit. Auch der Item-Vergleich ist nicht so prickelnd gelöst. Beim Betrachten eines Fundstücks wird nicht direkt mit der angelegten Ausrüstung verglichen. Dafür müssen wir erst extra eine Funktion bemühen. Das geht nach einiger Gewöhnungszeit zwar fix, aber unnötig kompliziert ist es dennoch.

Bildergalerie

Wertung zu Kingdoms of Amalur: Reckoning (X360)

Wertung:

81 /10
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