play³ X3 N-ZONE PlayBlu XBG Games

Killerspiele

Online-Shop-Indizierung: KJM befürchtet sozial-ethische Desorientierung bei Kindern und Jugendlichen

22.06.2009 15:44 Uhr
|
Neu
|
gameware.at, gamesonly.at und ein weiterer Online-Shop sollen auf dem Index landen. Den entsprechenden Antrag dazu verfasste die KJM. Gegenüber Videogameszone.de erklärt die Kommission für Jugendmedienschutz, es seien sozial-ethische Desorientierung bei Kindern und Jugendlichen zu befürchten.

Das KJM-Logo Das KJM-Logo Es sorgte für reichlich Empörung in der Spieler-Gemeinschaft, gar verbreitete es sich wie ein Lauffeuer durch die deutsche Medienlandschaft: gameware.at, gamesonly.at und ein weiterer österreichischer Online-Shop sollen auf den Index gesetzt werden. Den Antrag hierzu stellte die bayerische Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien (BPjM). Demnach beanstandet die KJM, dass die Versandhändler auf ihren Webseiten Spiele anbieten, die nach deutschem Recht indiziert sind. Des Weiteren wurde dem Betreiber von Gameware.at eine zweiwöchige Frist gesetzt, um etwaige Einwände gegen die drohende Indizierung vorzubringen. "Wir haben natürlich unseren Anwalt eingeschaltet und erheben Einspruch. Die Gründe für den Einspruch sind der Verstoß Die KJM-Mitglieder Die KJM-Mitglieder gegen Wettbewerbsrecht und den Gleichheitsgrundsatz", sagte Chris Veber von gameware.at im Interview mit Videogameszone.de. "In diesen Spielen wird Gewalt als selbstverständliche Handlungsoption und als einziges Konfliktlösungsmittel präsentiert. Bei Kindern und Jugendlichen ist durch das Zugänglichmachen und den Vertrieb derartiger Inhalte eine sozial-ethische Desorientierung zu befürchten, das Risiko einer Verrohung und eines nachhaltigen Empathieverlustes von Kindern und Jugendlichen ist nicht auszuschließen", erklärt Cornelia Freund, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der KJM, auf Anfrage von Videogameszone.de.

"Es bleiben hunderte andere Websites in der EU und tausende weltweit, die nicht indiziert werden, übrig. Hinzu kommen der Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und falsche Angaben seitens der KJM, denn wir versenden nicht an Minderjährige und haben keine Gewaltvideos auf gamesware.at. Wir verstoßen gegen kein österreichisches Recht", so sei sich Veber von gameware.at sicher.

Dr. Günther Beckstein hält eine Rede im Rahmen '5 Jahre KJM'. Thema: 'Wie nimmt die Öffentlichkeit Jugendmedienschutz wahr?' Dr. Günther Beckstein hält eine Rede im Rahmen "5 Jahre KJM". Thema: "Wie nimmt die Öffentlichkeit Jugendmedienschutz wahr?" Auch gamesonly.at gerät ins Visier: Nach Auffassung der KJM sei das Internetangebot gamesonly.at gemäß §18 Abs. 1 JuSchG zu indizieren, da es geeignet sei, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden. "Das Angebot ist mindestens als jugendgefährdend einzustufen", heißt es in dem Brief von der KJM an die BPjM. Auch die auf der Webseite gezeigten Screenshots und Trailer nimmt die KJM sprichwörtlich ins Fadenkreuz. "Nachdem nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich bei den dargebotenen Trailern und Screenshots um Kunst i.S.d. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG handelt, ist ein Abwägungsprozess zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz vorzunehmen, da nicht nur der Kunstfreiheit, sondern auch dem Jugendschutz Verfassungsrang zugebilligt wird", lässt es sich weiter aus dem Brief zitieren. Durch die reale Wirkung der Gewalthandlungen sei dem Jugendschutz eindeutig Vorrang zu gewähren. Ebenfalls stünde bei der Präsentation der Produkte nicht der künstlerische Aspekt, vielmehr aber der Werbecharakter im Vordergrund.

Redakteur
Moderation
22.06.2009 15:44 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Community Officer
Bewertung: 0
23.06.2009 18:47 Uhr
Zitat: (Original von ThreeSix187 am 23.06.2009 10:10)
Die KJM weiß wahrscheinlich ganz genau das eine "indizierung" der betreffenden Websites nichts bringen wird, da die Zocker die vorher schon dort ihre "killerspiele" bezogen hat, diese auch weiterhin von diesen Websites beziehen wird.
Denoch könnte…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
23.06.2009 17:06 Uhr
pffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffff
uaaaaaaaaaaaaaaaaaaaH
Kotz

was anderes fällt mir grad nicht ein!
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
23.06.2009 10:10 Uhr
Die KJM weiß wahrscheinlich ganz genau das eine "indizierung" der betreffenden Websites nichts bringen wird, da die Zocker die vorher schon dort ihre "killerspiele" bezogen hat, diese auch weiterhin von diesen Websites beziehen wird.
Denoch könnte ich mir gut vorstellen, das die KJM eigentlich nur versucht…

Verwandte Artikel

Neu
 - 
Sogenannte "Killerspiele" steigern die Fähigkeit besser mit Stress umzugehen. Zu diesem Ergebnis kommt die A&M International University in Texas. mehr... [8 Kommentare]
Neu
 - 
Auch bei unseren Schweizer Nachbarn steht das Thema "Killerspiele" regelmäßig ganz oben auf der Agenda. In einem Gespräch mit einem Schweizer Online-Magazin bezieht der SP-Abgeordneter Näf klar Position für ein Verbot bestimmter Computerspiele und will in ihnen sogar ein Gefahr für unsere moderne Zivilisation erkannt haben. mehr... [30 Kommentare]
Neu
 - 
Das Aktionsbündnis Winnenden rief für gestern zur "Killerspiele"-Sammlung in Stuttgart. Nach Agenturmeldungen gab es nur eher zurückhaltende Beteiligung. mehr... [24 Kommentare]
Neu
 - 
Nachdem die Polizei ein 80-seitiges Dokument des jüngsten Amoklaufes rekonstruiert und veröffentlicht hat, in dem der Schüler seine Tat bis ins Detail erläutert hat, fordert ein Leser der Stuttgarter Zeitung ein restloses Verbot von "Killerspielen" und Sex im Internet sowie TV. Und sorgt damit für mächtig Aufruhr. mehr... [57 Kommentare]
Neu
 - 
Der Deutsche Kulturrat äußert sich zur Beschlussvorlage des Herstellungs- und Verbreitungsverbotes sogenannter Killerspiele. Auslöser der Aktion sei der Amoklauf von Winnenden. mehr... [34 Kommentare]