Killer 7
Viel zu oft ist man der bösartigen und vor allem unwahren Behauptung ausgesetzt, für den GameCube gä-be es nur Kinderspiele. Falls euch wieder mal einer eurer Freunde mit diesem Statement nervt, könnt ihr ihm mit Killer 7 sofort den Wind aus den Segeln nehmen. Neben Resident Evil 4 hat Capcom nämlich noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Mitverantwortlich zeichnet niemand Geringeres als Shinji Mikami, der berühmte Resident Evil-Schöpfer, dem die Videospielwelt unter anderem Devil May Cry (PS2) und P.N.03 (GC) verdankt. Die Grundidee für das Spiel ist nicht ganz neu: Ähnlich wie in Hitman schlüpft ihr in die Rolle eines eiskalten Auftragskillers - mit dem Unterschied, dass der 65-jährige Harman Smith an den Rollstuhl gefesselt ist. Smith leidet unter einer schweren Form von Schizophrenie, die ihn dazu befähigt, in sieben
unterschiedliche Persönlichkeiten zu schlüpfen (siehe nebenstehenden Extrakasten) und sich deren Fähigkeiten zunutze zu machen.
Die Welt am Rande des Abgrunds
Die Geschichte spielt in naher Zukunft, in der die Welt durch eine finstere Armee bedroht wird und deren gewissenloser Anführer Kun Lan sich anschickt, die Menschheit durch Gedankenkontrolle in seine Gewalt
zu bringen. Überall tauchen plötzlich Menschen mit verstörten, vollkommen verzerrten Gesichtern auf: eine Nebenwirkung von Kun Lans telepathischen Kräften. Mit der Zeit übernehmen diese Geschöpfe der Hölle sogar ganze Städte. Das Schrecklichste daran ist, dass all diese Fratzen den unnachgiebigen Drang verspüren, jedes in ihrer Nähe befindliche Lebewesen zu töten. Selbst Suzy, Harman Smiths große Liebe, fällt den eiskalten Schlächtern schließlich zum Opfer. Um des Terrors Herr zu werden, schwört sich Smith, Kun Lan und sein Gefolge zu vernichten. Smiths Krankheit kommt euch dabei zugute, denn wenn ihr die Steuerung über ihn übernehmt, dürft ihr beliebig zwischen seinen verschiedenen Egos hin und her schalten. Intelligentes Abwägen, welche Identität der Schlüssel zum Erfolg sein könnte, ist dabei das A und O.
Makaber, stylisch, innovativ
Euch erwartet aber nicht nur storytechnisch ein innovatives Schmankerl, auch die Grafik wird im mittlerweile sehr beliebten Cel-Shading-Look dargestellt. Wer der Meinung ist, dieser Grafikstil wäre für ein derartiges Spiel nicht geeignet, liegt damit absolut falsch. Denn gerade dieser Stil lässt das Spiel noch erheblich makabrer erscheinen. Selbst die Umgebungen wurden farblich so gewählt, dass die Darstellung der Gewalt noch erschreckender erscheint. So wurden in blutigen Szenen die Hintergründe in unauffälligen, blassen Farben dargestellt, während der Lebenssaft in sattem Rot unweigerlich kontrastreich ins Auge sticht. Angesichts der mehr als offensichtlichen Verherrlichung von Gewalt wird das Spiel mit großer Wahrscheinlichkeit aber nur für erwachsene Spieler zugänglich sein. Killer 7 wird übrigens - genau wie die Resident Evil-Reihe - ausschließlich für den GameCube erscheinen.