Von der Leyen: Indizierte Spiele im Ausland bestellen ist legal
Ursula von der Leyen
Moderne Vertriebswege wie Downloads oder ausländische Online-Shops umgehen klassische Kontrollen im Einzelhandel - womit die Indizierung von Spielen kaum noch dem Jugendschutz dient, sondern erwachsene Spiele gängelt. Der Versuch, ausländische Online-Händler zu indizieren, löste hitzige Diskussionen aus. So empfinden es viele Spieler. Gleichgültig, ob es sich um Befürworter der Indizierungspraxis oder um Freiheit liebende Spieler geht - in einem sind sich die meisten einig: Dank des Internets ist der Verkauf unter der Ladentheke kein Beitrag zum Jugendschutz mehr. Ursula von der Leyen, auch bekannt als Zensursula, stimmt dem zu. Auf direktzu.de beantwortet sie die Frage eines Wählers, der auf diese Veränderung der Wirklichkeit und den Konflikt mit dem Jugendschutzgesetz hinweist. Sein Beispiel ist das Download-Angebot von Sony für die Playstation 3, welches in Deutschland keine Ab-18-Titel und keine indizierten Spiele enthält.
Seine Aussage: "Als Konsequenz ergibt sich, dass ein legaler Zugang volljähriger Deutscher zu diesen Inhalten nicht möglich ist, da sie hierzulande nicht über den einzigen technisch vorgesehenen Vertriebsweg angeboten werden und nicht aus dem Ausland importierbar sind. Die Anbieter der Medien berufen sich bei Anfragen zu diesem Thema auf die deutsche Gesetzeslage, die es ihnen verbietet, die Angebote in Deutschland zugänglich zu machen. Damit sind diese Medien in Deutschland effektiv von einem vollständigen Vertriebsverbot betroffen, was nicht das Ziel der Indizierung ist oder sein darf. [...] Diese Situation, die von vielen Bundesbürgern als Zensurmaßnahme empfunden wird, ergibt sich offensichtlich daraus, dass ein Gesetz als Grundlage für die Regulierung eines Marktes genutzt wird, der sich seit der Schaffung des Gesetzes grundlegend geändert hat, so dass das Gesetz seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllen kann."
Frau von der Leyen antwortet: "Richtig ist: Nach dem Jugendschutzgesetz dürfen Sie Spiele, die in Deutschland auf dem Index stehen, per Versand aus dem Ausland bestellen. Es muss aber sichergestellt sein, dass solche Spiele nicht doch auf irgendeinem Weg an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden. Wenn die Wirtschaft hier nicht mitspielt und nicht nach Deutschland liefert, mag dass zu Verdruss und Ärger bei Spielern führen - es ist aber auf jeden Fall im Sinne des Jugendschutzes."
Ebenfalls interessant ist die Aussage der Ministerin, dass die so genannten Killerspiele bereits verboten seien: "So genannte „Killerspiele“ sind für Kinder und Jugendliche sowieso bereits verboten.[...] Der Schutz von Kindern und Jugendlichen, gerade vor Gewalt und gewaltverherrlichenden Medien, hat für mich als Jugendministerin immer Priorität. Hier haben wir eine Menge erreicht. Denken Sie nur an die deutlich sichtbaren Alterskennzeichnungen auf Spieleverpackungen, die auch Eltern und Verkäufer sensibilisieren". Die Forderung der deutschen Innenministerkonferenz nach einem generellen Verbot solcher Spiele erscheint in diesem Zusammenhang als eigentlich überflüssig. Was meint ihr?
Wenn ihr euren Abgeordneten rechtzeitig vor der Bundestagswahl über eure Sicht zum Thema Verbot von so genannten Killerspielen informieren wollen, nutzt am einfachsten unser Anschreiben "Ich wähle keine Spielekiller".
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Sind denn dann deiner Meinung nach Parteien deshalb gut, weil sie etabliert sind und von Allen gewählt werden? Diese Aussage spricht ja Bände, was deine politische Bildung und die Auseinandersetzung mit der Tagespolitik…
Btw tolles Kriterium: Neue Partei = tolle Partei?
Ja, und außer diesen Punkten haben sie kein Programm und wären nie und nimmer in der Lage, eine Regierung zu bilden. Aber da würde es…
Die sind mit Sicherheit auch nicht radikaler als CDU und SPD mit ihrem Überwachungswahn. Noch 100 Jahre die selben beiden Parteien wählen, weil Papi, Mami, Opi und Omi das ja auch…