Verschärfung des Jugendschutzes: Bundesrat billigt Erweiterung von Indizierungskriterien
Künftig 1200 Quadratmillimeter groß: Die Alterskennzeichnung auf den Verpackungen von Datenträgern.
Der Bundesrat hat in seiner 845. Sitzung heute das Erste Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetzes besschlossen. Ziel der Gesetzesänderung ist eine Verschärfung des Jugendschutzes, um Jugendlichen den Zugang zu nach Auffassung des Gesetzgebers gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen zu erschweren.
Nach dem tragischen Vorfall an einem Erfurter Gymnasium im Jahre 2002 wurde das Jugendschutzgesetz am 1. April 2003 umfassend geändert, nun werden diese Reglungen in vielen Punkten erneut erweitert.
Konkret bedeutet dies:
Die Alterskennzeichnung auf Datenträgern (CDs und DVDs) wird deutlicher - das größere FSK- bzw. USK-Logo prangt in einer Fläche von 1200 Qudratmillimeter auf den entsprechenden Medien. Davon betroffen sind auch Trägermedien. Auf den Datenträgern selbst ist eine Mindestfläche von 250 Quadratmillimetern vorgesehen. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware hatte diese Änderung und das Vorgehen kritisert.
Die Kriterien für eine Indizierung wurden erweitert. Waren bisher lediglich solche Spiele automatisch verboten, die Gewalt oder Krieg verherrlichen, sind nun auch jene Spiele "betroffen, die "besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen".
Das heute von der Ländervertretung beschlossene Gesetz findet ihr auch als PDF-Dokument unter dieser Meldung.
- Download: Erläuterung zum Gesetz [18,25 KB]
Hey, das habe ich gelesen
Edit: Bevor dieser beitrag gelöscht wird, sollte ich noch was zum Thema sagen. Also, äh... Waurum eigentlich wir deutschen? in anderen ländern sind solche Spiele erlaubt und denen stört das nicht
Weil manche Leute in Deutschland Ammok laufen, in anderen Ländern aber nicht.
Da werden die Leute nur über viele Jahre hinweg im Keller eingesperrt, hat also nix mit Games zu tun
Irgendwann wird man nicht mal mehr den Titel auf dem Cover sehen könne, weil das USK-Symbol alles verdeckt.
Aber ich denke, es wird noch ein paar Jahre dauern, dann sind die "alten Generationen" ausgestorben und die neue Elterngenerationen sind ja meistens mit Games vertraut, da sie selbst als Kind gezockt haben.
Somit sind die Politiker auch damit vertraut, also wird sich das alles irgenwie auch wieder geben.
Spell
So ist es fein!
Nochmal Klartext von meiner Seite: Auch ich halte die Gesetzesänderungen für überzogen (falls das irgendwer falsch gelesen haben sollte).
Aber die dümmlichen bis naiven Gegenargumente, die ich aus der Szene (auch hier im Forum) immer wieder lese, schaden uns nur noch mehr. Mit Pöbeleien und Beschimpungen der untersten Stammtisch-Kategorie kommen wir nicht weiter.
Wenn ich ein populistischer Politiker wäre, würde ich das miese Niveau vieler Spielermeinungen auf die Verdummung zurück führen, die übertriebener Medienkonsum hervorruft. Aber das bin ich ja nicht...
Computecs „Gaming is not a crime“-Initiative ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber da muss von allen Ebenen noch mehr kommen. Insbesondere das Thema Medienkompetenz sollte mal von der Branche ernst genommen werden. Da passiert viel zu wenig. Eine Führungskraft von EA, Ubisoft oder auch Computec sollte sich mal in ein Kinderzimmer einer „bildungsfernen“ Familie begeben und sich live anschauen, wie „kompetent“ dort Erwachsenenunterhaltung von Kindern und Jugendlichen konsumiert wird. Dass diese Art von Medienkonsum schädlich für das Sozial- und Lernverhalten ist, ist nach 10 Minuten erkennbar. Da braucht man keine von wem auch immer in Auftrag gegebene Studie.
Um die Ernährungsgewohnheiten dieser Familien wird es auch nicht zum Besten bestellt sein, trotzdem verlangt niemand, dass Fast Food verboten wird.
In einer freien Gesellschaft haben Verbote von Medien keinen Platz, in anderen Ländern Europas werden Videospiele längst nicht so dämonsiert wie hierzulande.
Da immer mehr Eltern einen Bezug zum Thema Videospielen haben, wird sich die Medienkompetenz im Laufe der nächsten Jahre ganz automatisch erhöhen. Und ob die Kinder bildungsferner Schichten ihre Freizeit mit TV schauen oder Playstation zocken verbringen, ist unerheblich. Beides sind nur Symptome für die eigentlichen Probleme und nicht ihre Ursachen.
Da kann ich Yoshi256 nur beipflichten. Die Videospiele sind nicht das Problem, sondern sie sind bloß das Medium, in dessen Form sich das Problem äußert.
Demnach ist es vermessen zu behaupten, dass Videospiele soziales Verhalten stören könnten.
Wenn das so wäre, wäre ich längst ein Soziopath, der im Bau sitzen würde, da ich bereits in meiner frühen Kindheit Spiele gespielt habe, die auf dem Index standen. Und diesen Konsum habe ich nicht zu knapp betrieben. Das Klischee des Werdegangs eines amoklaufenden Killer-Spielers trifft auf mich voll zu. Dennoch führe ich ein geregeltes Leben, habe ein intaktes, soziales Umfeld und einen festen Job.
Mag sein, dass da draußen einige Knallköpfe sind, die sich mit Videospielgewalt "infizieren" lassen, aber diese Menschen gibt es auch jenseits der 18er-Grenze und die Spiele können auch nichts dafür, dass diese Typen einen an der Waffel haben. Auch in diesen Fällen sind Videospiele nur ein Medium, in dem eine kranke Persönlichkeit ihre perverse Affinität zur Gewaltausübung ausleben kann. Gäbe es keine Videospiele, würden die Typen dennoch ausrasten.
Also klebt meinetwegen einen 18er-Aufkleber auf die Packung, aber stoppt endlich diese Videospiel-Inquisition. Zensur und gar Verbote richten nur Schaden an und helfen niemandem!
Ach, noch was liebe Politiker: Was war eigentlich für Amokläufe und gestörtes Sozialverhalten bei Jugendlichen verantwortlich bevor es Videospiele gab? Die Beatles? Farbfernsehen? UKW?
Und erzählt mir nicht, dass die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen in den letzten Jahren angestiegen ist. Der Hut ist sowas von alt. Das hat schon Sokrates behauptet.
Ich für meinen Teil bringe weiter virtuell Menschen um und bleibe ein vorbildliches Mitglied unserer Gemeinschaft.
Computecs „Gaming is not a crime“-Initiative ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber da muss von allen Ebenen noch mehr kommen. Insbesondere das Thema Medienkompetenz sollte mal von der Branche ernst genommen werden. Da passiert viel zu wenig. Eine Führungskraft von EA, Ubisoft oder auch Computec sollte sich mal in ein Kinderzimmer einer „bildungsfernen“ Familie begeben und sich live anschauen, wie „kompetent“ dort Erwachsenenunterhaltung von Kindern und Jugendlichen konsumiert wird. Dass diese Art von Medienkonsum schädlich für das Sozial- und Lernverhalten ist, ist nach 10 Minuten erkennbar. Da braucht man keine von wem auch immer in Auftrag gegebene Studie.
Um die Ernährungsgewohnheiten dieser Familien wird es auch nicht zum Besten bestellt sein, trotzdem verlangt niemand, dass Fast Food verboten wird.
In einer freien Gesellschaft haben Verbote von Medien keinen Platz, in anderen Ländern Europas werden Videospiele längst nicht so dämonsiert wie hierzulande.
Da immer mehr Eltern einen Bezug zum Thema Videospielen haben, wird sich die Medienkompetenz im Laufe der nächsten Jahre ganz automatisch erhöhen. Und ob die Kinder bildungsferner Schichten ihre Freizeit mit TV schauen oder Playstation zocken verbringen, ist unerheblich. Beides sind nur Symptome für die eigentlichen Probleme und nicht ihre Ursachen.
Was passiert eigentlich, wenn ein Politiker mal Amok läuft? (nicht á la Hitler, sondern "traditionell" mit Waffen einen Haufen Leute umnieten)