Judge Dredd: Dredd vs. Death
Die Stärken von Judge Dredd: Dredd vs. Death liegen
eindeutig in den umfangreichen Mehrspieler-Varianten.
Unser Rechtssystem ist in drei Instanzen unterteilt: die Legislative, die Judikative und die Exekutive. Die gleiche Einteilung gibt es auch in der Zukunft in einer Stadt namens Mega City 1. Allerdings mit einem grundlegenden Unterschied: Alle drei Kräfte werden von einer Person - einem Judge - verkörpert. Nachdem ein Gangster verhaftet wurde, sprechen sie an Ort und Stelle das Urteil aus und vollstrecken es. Judge Dredd ist einer der härtesten Judges, den es in dem 400 Millionen Einwohner umfassenden Hexenkessel gibt. Dies müssen nicht nur unbedeutende Kleinganoven auf die harte Tour erfahren, sondern auch plötzlich auftauchende Vampire und Untote, die unter der Führung von Judge Death für Chaos sorgen. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Super-Cops und muss in bekannter Ego-Shooter-Manier Horden von Gegnern in die ewigen Jagdgründe befördern.
Hart, aber gesetzlich
Da Dredd allerdings ein Mann des Gesetzes ist, kann er nicht wie wild alles und jeden umnieten. Einige Missionsziele erfordern auch seine Rolle als Rechtsvertreter und so muss man zum Beispiel alle Mitglieder einer Gang stellen und verhaften. In der Anfangsphase sind die sarkastischen Sprüche - von Sylvester Stallones deutscher Originalsynchronstimme gesprochen - während einer Verhaftung noch recht witzig anzuhören. Nur leider hat man nach einigen Schuldsprüchen schon alle Varianten gehört. Auch der Rest des Titels bietet nicht viel Abwechslung. Die langweilige und vollkommen ohne Spannung erzählte Hintergrundgeschichte ist einfach nur schmückendes Beiwerk und Alibi für die anspruchslose Action. Auch das Leveldesign ist lieblos und das abwechselnde Eliminieren von Gegnern und Schaltersuchen kann nicht gerade dauerhaft motivieren. Auch Dredds Superwumme - der Lawgiver - mit seinen unterschiedlichen Munitionsarten, wie zum Beispiel normalen, panzerbrechenden oder explosiven Geschossen, ändert nichts daran. Weiterhin kann eine zweite Waffe, zum Beispiel eine Railgun, eine Schrotflinte, ein MG oder sogar ein Granatwerfer, aufgenommen werden. Eigentlich ist es vollkommen egal, was man benutzt, um seine Widersacher auszuschalten, denn die haben während der Entwicklung erschreckend wenig künstliche Intelligenz eingehaucht bekommen. Dies alles macht Judge Dredd: Dredd vs. Death zu einem durchschnittlichen Action-Spiel, mit dem man allenfalls ein paar nette Stunden verbringen kann.
Das Urteil: Lebenslänglich
Auch in technischer Hinsicht vermag der Titel eigentlich kaum Punkte zu machen. Die riesigen Umgebungen dienen nur als überflüssige Zierde und sorgen dafür, dass die Bildwiederholungsrate stellenweise sehr stark in die Knie geht. Die Texturen sind unterer Durchschnitt, genau wie die Animationen der Gegner. Zudem sorgt die seltsame Physik-Engine für den einen oder anderen ungewollten Lacher. So stellt man sich den Abgang eines Schurken ganz sicher nicht vor. Positiv bei Judge Dredd: Dredd vs. Death sind die vielen Mehrspielermodi. Auf Wunsch kann das Hauptspiel mit einem Kumpel durchgespielt werden. Die zahlreichen Splitscreen-Varianten sorgen zudem auch für kurzzeitig unterhaltsame Gefechte unter Freunden.