Wer kennt ihn nicht, den smarten Agenten im Geheimdienst Ihrer Majestät? James Bond ist eine Ikone der Filmindustrie. Seit über 40 Jahren bürgt die Filmserie für spannende und dabei immer augenzwinkernde Action auf der Leinwand. Auf der PlayStation 2 durften wir bereits zwei Versoftungen der Lizenz genießen und auch wenn Nightfire und Agent im Kreuzfeuer keine Referenztitel sind, machen sie doch Spaß und bieten gute Unterhaltung. Mit James Bond 007: Alles oder Nichts erlebt die Serie große Veränderungen und den stärksten Auftritt bisher. Neuerdings wird sich nämlich nicht mehr in der Ego-Sicht der Rettung der Welt angenommen. Stattdessen sorgt eine frei schwenkbare Verfolgerkamera für mehr Übersicht. Doch damit nicht genug: Zahlreiche Fahrzeuge - vom Motorrad über Rallye-Wagen bis hin zu Helikopter - dürfen gesteuert werden und bieten reichlich Abwechslung und werden von einer typischen Bond-Story getragen.
Im Angesicht des Todes
Mitte der Achtziger hatte es James Bond mit Max Zorin zu tun, der hervorragend von Christopher Walken verkörpert wurde. Dieser Fiesling ging den Weg der meisten Gegenspieler von Bond: Er starb. In Alles oder Nichts trifft Bond nun auf einen Zögling dieses Schurken. Nikolai Diavolo, gespielt von Willem Dafoe, will überraschenderweise die Welt unterjochen - und wenn es zeitlich passt, auch noch Rache für sein Vorbild üben. Die bildschöne und zudem kluge Katya Nadanova (Heidi Klum) konnte bahnbrechende Fortschritte im Bereich der Nanotechnologie erreichen und Diavolo zwingt sie, ihn bei seinem Plan zu unterstützen, die Welt ins Chaos zu stürzen. Bond muss zunächst einmal Katya retten und im Anschluss den Kampf mit Diavolo aufnehmen. Dabei erhält er natürlich Unterstützung seiner Crew beim MI-6. Seine Chefin M (Judi Dench) ist genauso mit an Bord wie der Technik-Guru Q (John Cleese), der dieses Mal sogar eine adrette Assistentin zur Seite gestellt bekommen hat. Bond-Girl Serena St. Germaine (Shannon Elizabeth) greift Bond in Südamerika unter die Arme, NSA-Agentin Mya Starling (Sängerin Mya) sorgt in New Orleans für die nötige Unterstützung. Auf der Gegenseite gesellt sich der altbekannte Beißer (Richard Kiel) zur illustren Schar der Bösewichter, obwohl dieser doch eigentlich in Moonraker auf einer Raumstation zurückgeblieben ist. Nach manchen Details fragt man eben bei einem Bond-Film nicht - und das gilt auch für ein Bond-Spiel. Sie sehen schon, bei der Produktion wird geklotzt und nicht gekleckert. Zahlreiche renommierte Filmstars, ein eigener (sehr guter) Bond-Song, coole Zwischensequenzen, die stellenweise wirklich bombastische Inszenierung - all das passt hervorragend zusammen. So und nicht anders stellt man sich in Sachen Präsentation ein Bond-Spiel vor! Da ja bekanntlich die Filme mit dem Namen James Bond im Titel nie besonders viel Wert auf Realismus gelegt haben, sollte man auch bei Alles oder Nichts keine logische Dramaturgie oder gar glaubwürdige Action erwarten. "Gehirn ausschalten und Spaß haben" lautet die vorherrschende Devise.
