Dieser bewaffnete Geselle scheint aus dem Nichts zu kommen. Das passiert im Spiel des Öfteren.
Mit dem neuesten Teil der Geheimagenten-Serie wollen die Entwickler an den Erfolg vergangener Spiele anknüpfen und einen weiteren Action-Hit für den GameCube abliefern. Um dies zu erreichen, wird allerdings nicht auf die bisher verwendete Ego-Shooter-Thematik gesetzt. Die Jungs von EA gehen völlig neue Wege. Durch die Verwendung der Third-Person-Perspektive möchte man frischen Wind in den Agentenalltag bringen. Dass demzufolge die gesamte Spielmechanik umgekrempelt werden musste, liegt natürlich auf der Hand. Herausgekommen ist ein sehr guter Titel, der - wie die Vorgänger auch schon - mit einer exzellenten Präsentation und spektakulär in Szene gesetzter Action überzeugen kann. Im Tutorial werden dem Spieler sämtliche Aktionen und die Steuerung von Q-Gadgets, wie der Q-Spider, in einem Virtual-Reality-Raum, ähnlich wie bei Metal Gear Solid: VR Missions, näher gebracht. An und für sich ist ein Tutorial - oder allgemein eine Übungsmöglichkeit, um sich die Steuerung zu verinnerlichen - ja sehr willkommen. Im Falle
von James Bond 007: Alles oder Nichts wäre es jedoch besser gewesen, das jeweils neu hinzugekommene Feature in einem kurzen Trainingspart im Spielverlauf unterzubringen.
Voll auf dieZwölf
Hier bekommt man immerhin die Gelegenheit, seine Fähigkeiten im Faustkampf zu trainieren, denn im Verlauf des Spiels kommt es schon mal vor, dass sich James auf seine Linke und seine Rechte verlassen muss. Dieses spielerische Element wurde sehr gut integriert und liefert dem Spieler oftmals coole Keilereien - wenn auch ohne richtigen Tiefgang -, die von cineastischen Kamerafahrten begleitet werden. Nach dem Tutorial geht es mit der ersten "richtigen" Mission weiter, bei der sich James Bond von einem riesigen Gebäude abseilen muss. Mithilfe eines neuen Q-Gadgets kann sich James von hohen Kanten herablassen oder diese auch hinaufsteigen. Auf jeden Fall wurde diese neue Art der Fortbewegung hervorragend in den übrigen Spielfluss integriert und ermöglicht nicht nur neue Wege, um ans Missionsziel zu kommen, sondern auch um die begehrten Bond-Events einzuheimsen. Je mehr man von diesen besonderen Ereignissen auslöst oder entdeckt, desto mehr Punkte werden auf dem Spielerkonto gutgeschrieben. Dies macht einen nicht nur stolz wie Oskar, sondern sorgt auch für eine gute Bewertung, die wiederum freischaltbare Goodies wie Artwork-Galerien zugänglich machen. Und die Motivation, die Missionen immer besser zu meistern, ist durchaus gegeben. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Tatsache, dass man für jede Mission den Schwierigkeitsgrad individuell einstellen kann. Und wenn wir schon beim Thema sind: Die Entwickler hätten mit diesem Punkt durchaus mehr Zeit verbringen können, da der Schwierigkeitsgrad insgesamt einfach zu unausgeglichen ist. Zudem kommen hin und wieder unfaire Stellen vor, bei denen man plötzlich von hinten unter Beschuss genommen wird - obwohl dies gar nicht möglich sein kann, da man den letzten Raum gerade akribisch genau inspiziert und von lästigen Gegnern befreit hat. So etwas ist wirklich ärgerlich. Außerdem hätte auch die Munitions- und Gesundheitspack-Verteilung etwas ausgewogener und gleichmäßiger verteilt sein können. So schlägt man sich die meiste Zeit im Trial-and-Error-Prinzip durch die Levels und steht manchmal recht wehrlos bzw. angeschlagen da.
